Warhammerboard Adventskalender 2017 - Beiträge

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    • Wow! Beeindruckende Arbeit! Bei dem ist nicht der leere Blick entstanden, wie man ihn oft in dem Format sieht. Sehr gut eingefangen, wirklich! :whistling: *Applaus*

      "Ehrgeiz ist die letzte Zuflucht des Versagers." - O. Wilde

      "Die Menschen drängen sich zum Lichte, nicht um besser zu sehen, sondern um besser zu glänzen." - F. Nietzsche


      #MakeGorsGreatAgain
      #SynergiezwangNervt

    • Sehr schick! Falls du für den noch nen Namen suchen solltest, würde ich "der grüne Jack" vorschlagen... :D
      Mein Beruf und die Vorliebe für Skryre haben nix miteinander zu tun... wirklich...
      Skavenfeiertag: Jeder 13. im Monat und der 31.12. als 13ter Feiertag, an dem rituell eine große Glocke zu Ehren der Gehörnten geläutet wird (Unwissende halten das Dröhnen für laute Böller... Narren....)
      Ist es Zufall, dass in "Fullpainted" das Wort "pain" so eine zentrale Position hat? Ich denke, nein...

      Herr über:
      Klan Aviok - 5,4k Skaven
      Mondwölfe - 1,5k Imperium
      Astra Skavensis - 1k Imps (40k)
    • Hier kommt Post 1, viel Spaß ! :)

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      Die Amphore des Wandels


      Prolog – Die Insel - Aogguktrarr
      Die Wellen zerrten das schlanke Elfenschiff immer näher den Felsen entgegen. Befehle wurden gerufen, Seemänner mit der Erfahrung von unzähligen Jahrzehnten versuchten die teils zerrissenen Segel einzuholen, während die Ruderer sich mit dem Mut der Verzweiflung gegen die tosende See stemmten. Mit einer titanengleichen Gewalt riss der Sturmwind das Hauptsegel hinaus in den Sturm. Nach nur einigen Augenblicken war es bereits nicht mehr zu sehen. Überall peitschte der Regen auf das Deck und nahm der Besatzung des Schiffes die Sicht. Bel-tozil stand am Bug des Schiffes und blickte grimmig der sich immer weiter nähernden Brandung entgegen. So plötzlich wie der Ausguck der „Seekreischer“ die mysteriöse Insel vor ihnen entdeckt hatte, so überraschend war auch der unnatürlich starke Sturm über sie herein gebrochen. Nur ein Narr würde den Zusammenhang nicht erkennen. Und Bel-tozil war alles andere als ein Narr. Das Alter des elfischen Gelehrten zählte bereits viele Jahrhunderte und er hatte als Kapitän schon viele Dinge gesehen, von denen jüngere Seefahrer seines Volkes nur träumten. Seit knapp zwei Jahren hatte er nun schon das Kommando über die „Seekreischer“, eines der schnellsten Adlerschiffe der Flotte von Lothern, der Hauptstadt des Elfenkontinents Ulthuan. Er hatte lange darauf hin gearbeitet das Kommando über dieses Schiff zu bekommen da es ihm für seine spezielle Expedition am Geeignetesten erschien. Und nun wollte er weder das Schiff noch seine erfahrene Besatzung an diesen magisch beschworenen Sturm verlieren. Mit lauter, befehlsgewohnter Stimme rief Bel-tozil nach seinem Bruder Dunon. Der besonders hochgewachsene blonde Elf kniete inmitten des Adlerschiffes und hielt seine Augen geschlossen. Dunon war ein Sturmweber, ein Magier der sich besonders mit der magischen Beeinflussung der Meere befasste. Bel-tozil hatte ihn schon einmal einen gewaltigen Wasseravatar beschwören sehen, mit dem er eine Schwarze Arche der Druchii beinahe im Alleingang versenkte. Die Anstrengung hatte ihn zwar an den Rande des Todes gebracht aber an diesem glorreichen Tag hunderte Hochelfen vor dem sicheren Tod bewahrt.
      Mit einer Ruhe, als würde nicht gerade ein tödlicher Sturm versuchen das Elfenschiff auf den messerscharfen Felsen der vor ihnen liegenden Insel zu zerschmettern, erhob sich Dunon plötzlich und begab mit langen und sicheren Schritten über das wankende Schiff auf den Bug zu. Der Sturm schien ihn nicht im Geringsten davon abhalten zu können, seinen Bruder zu erreichen. Einmal mehr war Bel-tozil erstaunt über die Begabung des ruhigen Magiers selbst in solch gefährlichen Situationen ruhig und besonnen zu bleiben. Er selbst war es zwar gewohnt in Seegefechten den Überblick zu behalten und die richtigen taktischen Entscheidungen zu treffen, aber solch ein mächtiger, magischer Sturm war doch etwas ganz anderes.
      Dunon hob plötzlich beide Arme und murmelte einige Worte, die im Tosen des Unwetters untergingen. Seine grünen Augen begannen allerdings langsam mit einer Intensität zu leuchten, die Bel-tozil an Rubine erinnerte, die es häufig in Lothern bei Edelsteinschleifern und Kunstschmieden zu erwerben gab. Das Murmeln wurde lauter, langsam konnte der Seefahrer einzelne Silben verstehen, bis sie schließlich sogar den Sturmwind selbst übertönten. Nach wenigen Momenten konnte sogar der letzte Elf an Bord der „Seekreischer“ die magisch verstärkte Stimme des Sturmwebers vernehmen. Mit einer wegwischenden Geste beendete Dunon plötzlich seine Zauberformeln und der Sturm verebbte langsam: der Regen hörte auf, die Wellen wurden schwächer und der beißende Wind verlor seine Intensität, bis er nur noch einem Winterlüftchen in Chrace glich.
      Erschöpft senkte Dunon seine Arme und blickte seinen Bruder an. Der Kapitän nickte ihm anerkennend zu und klopfte ihm kurz auf die Schulter.
      „Ich danke dir Bruder.“ sagte er nur knapp und wandte sich an einen Edlen seiner Mannschaft, der erleichtert in Richtung Bug des Schiffes marschierte. „Versorgt eventuelle Verwundete und macht euch rasch an die Reperaturarbeiten. Ich will das Schiff schnellstmöglich wieder seetauglich wissen.“ Bel-tozil drehte sich wieder in Richtung der Insel. „Und macht zwei Ruderboote fertig. Ich will unverzüglich mit einem Trupp an Land gehen.“ befahl er und prägte sich die markanten Umrisse des vor ihm liegenden Eilands ein. So lange hatte er darauf gewartet diese als unmöglich zu finden geltende Insel ausfindig zu machen.

      Lange hatte es nicht gedauert bis die seeerprobten Hochelfen die Beiboote klar gemacht und mit den nötigen Ausrüstungsgegenständen versehen hatten. Proviant für zwei Tage, Seile, Fackeln und Pfeile waren in Paketen verstaut und auf die Boote verteilt worden. Bel-tozil, Dunon und ein Dutzend Seegardisten hatten sich voll ausgerüstet auf den Weg gemacht, die mysteriöse Insel zu erkunden. Während seine Männer ruderten nahm der Gelehrte aus einer Umhängetasche einen alten Foliant heraus und studierte darin mehrere Seiten. Sein magiebegabter Bruder hingegen sorgte mit seinem Stab für ausreichend Licht auf dem Boot, da mittlerweile die Dämmerung eingesetzt hatte.
      „Ich würde empfehlen wir errichten zuerst ein Lager, wenn wir eine geeignete Stelle zum Anlegen gefunden haben.“ schlug der Magier vor und blickte auf die kahlen Felsen an der linken Seite. „Schließlich wissen wir nicht, wie lange wir suchen müssen.“ sagte er weiter und intensivierte das Licht des Kristalls auf der Spitze seines Stabes.
      „Nein.“ entgegnete Bel-tozil nur knapp und las weiter. Ohne aufzublicken schien er aber das fragende Gesicht seines Bruders zu bemerken. „Wir wissen ebenso wenig wie schnell wir wieder von dort verschwinden müssen.“ fügte er als Erklärung hinzu.
      „Du meinst, sie könnten tatsächlich hier sein ?“ fragte der Magier und blickte umgehend auf die dunklen Nischen zwischen den rasiermesserscharfen Felsen. Er schien aufmerksamer als noch zuvor und ebenso ein wenig beunruhigt.
      „Ich schließe es nicht aus. Die Schriften sind sehr alt und meine anderen Quellen widersprechen sich teilweise.“
      „Es ist ein Wunder, dass es überhaupt andere Quellen gibt.“ bemerkte der Sturmweber. Dunon konnte sich nicht vorstellen, dass es überhaupt irgendwelche seriöse Fakten über diese sagenumwobene Insel geben konnte. Die alten Geschichten nannten dieses Eiland Aogguktrarr. Eine Insel, die nicht gefunden werden kann, da sie von unzähligen magischen und nichtmagischen Gefahren geschützt war. Doch bis auf den unnatürlichen Sturm und einer einjährigen Suche hatte es für die Mannschaft der „Seekreischer“ bislang noch keine Hindernisse gegeben. Es schien fast etwas zu leicht gewesen zu sein die Insel tatsächlich zu finden. Dessen waren sich beide Brüder bewusst.
      Eine Bewegung zwischen den Felsen ließ plötzlich auch Bel-tozil aufblicken. Verwirrt suchte er den Ursprung der Bewegung die er aus den Augenwinkeln heraus vernommen hatte. Doch nichts war zu erkennen. Auch Dunon konnte nichts ausmachen. Er schien es jedoch auch bemerkt zu haben.
      „Haltet eure Waffen bereit.“ flüsterte Bel-tozil den Männern seines Bootes zu. Das andere Beiboot war zu weit vor ihnen und konnte den Befehl des Seefahrers nicht vernehmen. Dennoch hoffte der Gelehrte sie wären ebenso wachsam. Ein leises Platschen auf der rechten Seite ließ die Männer aufhorchen. Alle wandten nun ihre Blicke auf auf das dunkle Wasser, als plötzlich vom Ufer ein vielstimmiges, unnatürlich hohes Geschrei begann. Geschosse prasselten kurz darauf auf die beiden Boote. Schilde wurden gehoben, Schmerzenschreie mischten sich unter die Befehle und die Angriffsschreie der Bestien vom Ufer. Dunon wob gerade noch rechtzeitig einen magischen Schild direkt vor sich. Nur Bruchteile einer Sekunde später prasselten mehrere Speere auf den Schutzschild, ehe sie wirkungslos ins Wasser fielen. Ein anderer bohrte sich jedoch unmittel vor ihnen seitlich durch den Helm eines der Seegardisten. Tödlich getroffen sackte er einfach nach hinten und die beiden Brüder konnten die primitive Waffe deutlich sehen. Der Schaft des Speers bestand aus einem langen, ausgebleichten Knochen verziert mit einigen besonders grotesken Muscheln. Die rasiermesserscharfe, geschwungene Spitze jedoch schiene aus einer Koralle geschnitten worden zu sein.
      „Sie sind also doch hier !“ rief Dunon laut und wob zornig einen weiteren Zauber. Während Bel-tozil sein Buch zur Seite warf und seinen Männer den Befehl gab zurückzuschießen, warf der Magier einen blau leuchtenden Energieball auf die Felsen zu. Das arkane Geschoss ließ den Felsen zerplatzen. Unzählige kleinere und größere Brocken stoben in alle Richtungen davon, ehe man dahinter eine von der Wucht der Explosion zurückgeschleuderte Kreatur erspähen konnte. Sie drückte sich die rechte Hand auf ihre Kehle, dicht unterhalb eines hässlichen länglichen Kopfes. Die Bestie besaß eine grünlich-graue Haut, die ledrig wirkte und feucht glänzte. Sie maß etwa zwei Meter Körperhöhe, besaß einen Schwanz und hatte Schwimmhäute zwischen den Fingern und Zehen. Bel-tozil und Dunon waren sich bei diesem Anblick sicher, dass zumindest die Legende über die Anwesenheit dieser Kreaturen der Wahrheit entsprachen.
      „Elende Kreaturen des Chaos !“ brüllte der Sturmweber und schoss einen weiteren Energieball auf die Kreatur. Das gurgelnde Geschöpf, dem zähes grünes Blut aus dem Hals sickerte, hob schwach den linken Arm nach oben, als könnte er das magische Geschoss aufhalten. Das Wesen konnte es allerdings nicht. Mit einem lauten Platschen zerplatzte die Kreatur wie eine überreife Frucht und benetzte sogar noch die mehrere Meter entfernten Elfen auf ihrem Boot mit dem übelriechenden Blut und seinen Eingeweiden.
      Angeekelt wischte sich Bel-tozil die zähe Masse aus dem Gesicht, nur um dann entsetzt festzustellen, dass ein Stück Darm auf seinem alten Folianten klebte.
      „Widerliche Brut...“ zischte der Gelehrte und sah zu, wie seine meisterhaften Seegardisten zwei weitere Bestien mit Pfeilen spickten, als diese sich zwischen den Felsen hervorgetraut hatten. Dutzende Pfeile trafen ihre Ziele, dennoch hielten sich die Kreaturen noch immer auf den Beinen. Der Beschuss und die Verletzungen zeigten allerdings Wirkung, kein einziger geworfener Speer fand mehr sein Ziel.
      „Rudert !“ rief der Gelehrte und versuchte seine Männer in eine Höhle vor ihnen zu lotsen. Doch wären sie vorerst vor den Wurfspeeren sicher und könnten sich neu ordnen. Noch hatte der Seefahrer keine Ahnung, wieviele Tote und Verletzte auf ihrer Seite zu beklagen waren.
      Während Dunon eine Wand aus Wasser heraufbeschwor und auf die Bestien stürzen ließ, erreichte das erste Beiboot bereits den gähnenden Höhleneingang.
      „Feuerpfeile !“ ordnete Bel-tozil an und einer seiner Seegardisten entzündete einen in Öl getränkten Pfeil, ehe er ihn in die dunkle Höhlenöffnung schoss. Der kurze Augenblick, in dem man darin etwas sehen konnte, reichte den Elfen um sicher zu sein, dass keine weiteren Kreaturen dort auf sie lauerten. Dunon hielt seinen magischen Schild aufrecht, bis auch ihr Boot den Höhleneingang passiert hatte. Dann sackte er erschöpft auf seine Ruderbank zurück.
      „Ruhe dich etwas aus Bruder, wir dürften diese Kreaturen für's Erste hinter uns gelassen haben.“ sprach der Gelehrte und stand vorsichtig auf. Fackeln wurden entzündet, Taue auf die nahen Felsen ausgeworfen und Verwundete versorgt. Nach nur wenigen Metern hatten sie bereits einen guten Ankerpunkt gefunden. Diszipliniert gingen ein halbes Dutzend Seegardisten an Land und sicherten mit Speer und Schild, sowie mit Bögen ausgerüstet den Landepunkt. Nachdem ein Zeichen gegeben wurde, dass die nähere Umgebung sicher war, gingen alle Überlebenden an Land. Hier konnte man die Verwundeten besser versorgen als in den Booten. Drei Tote hatten die Elfen zu beklagen, zwei von ihnen waren beim Angriff von Speeren getroffen ins Wasser gefallen und unrettbar verloren. Zwei weitere waren leicht verletzt und mussten mit zwei gesunden Gardisten bei den Booten bleiben. Bel-tozil brauchte gesunde Männer bei der Erkundung der Insel. Außerdem müssten sie eventuell schnellstmöglich aufbrechen, falls noch weitere Gefahren hier lauern sollten.
      „Was für Kreaturen waren das, mein Fürst ?“ fragte einer der Verletzten an Dunon gerichtet. Der erschöpfte Magier drehte sich in seine Richtung und blickte dann stumm auf seinen Bruder. Dieser antwortete für ihn.
      „Fimir. Kreaturen der Meere, der Tiefen und der Dunkelheit. Sie wurden vom Chaos gezeichnet, vermutlich beten sie den widerlichen Herrn des Wandels an.“ Der Gelehrte hob seinen alten Folianten hoch, an dem noch immer Blut eines Fimirs klebte. „Zähe Bestien, beschrieben in diesem uralten Buch. Wir dachten es gäbe keine mehr von ihnen.“ fügte er hinzu, ehe er die Wachen anwies die Boote aufbruchbereit zu halten.
      „Wir sollten aufbrechen.“ meinte Dunon. Auch er hatte kein gesteigertes Interesse daran lange hier zu verweilen. „Für die Toten kann nichts mehr getan werden. Ich werde auf der Rückfahrt einige Worte zu den Göttern sprechen, auf dass sie gnädig in ihrem Reich angenommen werden mögen.“
      Der Kapitän der „Seekreischer“ nickte stumm. Es war eine Schande solch gute Männer an diesem elenden Fleck Land zu verlieren. Doch seine Mission duldete keinen weiteren Aufschub. Zu lange plante er bereits diese Expedition. Er musste sie finden. Der Foliant hatte bislang mit allem Recht behalten. Also musste auch der Grund seiner Suche hier real sein.
      Der Aufbruch der restlichen fünf Seegardisten, dem Sturmweber und Bel-tozil selbst verlief schnell und leise. Keiner sprach ein Wort, als sie vom Magier und seinem leuchtenden Kristallstab geführt durch enge, glitschige Felstunnel kletterten. Es ging immer höher und höher, langsam wurde die Luft trockener und stickiger. Mit jedem Meter stieg die Anspannung in Bel-tozil. Alles hatte er seinen Reisegefährten nicht über seine Mission mitgeteilt. Auch sein Bruder Dunon war nicht in alles eingeweiht. Aber der Magier schien zu spüren, dass diese Expedition gefährlicher war, als zuvor vom Kapitän angegeben. Seine Wachsamkeit und Grimmigkeit schienen seit dem Sturm überaus gewachsen zu sein.
      Soll er konzentriert bleiben, das wird uns nicht schaden. Dachte sich Bel-tozil und lockerte das Schwert in seiner Scheide. Er war kein besonders geübter Kämpfer, er war mehr der Stratege und Gelehrte der seine Mannschaft durch jede Gefahr manövrierte. Aber bei dieser Mission würde er wohl doch zu seiner Waffe greifen müssen, falls es sich als erforderlich herausstellte.
      Dunon ließ plötzlich das Licht seines Stabes schwächer werden. Seine Schritte verlangsamten sich, bis er abrupt stehen blieb. Er schien etwas vernommen zu haben. Die Seegardisten hinter ihm hoben vorsichtshalber ihre Schilde und reckten ihre Speere vor. Auch sie hielten inne. Ihre fein gearbeiteten und gut geölten Kettenhemden machten keinerlei Geräusche. Einer der Kämpfer hatte einen Pfeil auf seinen Seebogen aufgelegt und harrte der Dinge, die womöglich vor ihnen in der Dunkelheit lauerten. Das Echo von Schritten war plötzlich zu vernehmen. Dunon ließ das Licht fast vollständig vergehen, man konnte nur noch seinen emotionslosen Blick in der Dunkelheit erkennen. Bel-tozil zog ganz vorsichtig sein Kurzschwert ein Stück weit hinaus aus der Scheide, ehe plötzlich die Hölle über sie hereinbrach. Gekreische, Getrampel und das Knallen von Stein auf Stein ertönte, als vor ihnen sich etwas massives durch die Dunkelheit auf sie zu schob. Weitere Fimir !
      Die Bösen tun, wovon die Guten nur träumen.

      „Was ist das Beste im Leben eines Mannes?“ – „Zu kämpfen mit dem Feind, ihn zu verfolgen und zu vernichten, und sich zu erfreuen am Geschrei der Weiber!“ - Conan

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      „Kämpft euch den Weg nach vorne frei !“ rief Bel-tozil von hinten. Er wusste, sie mussten kämpfen. Es gab nur zwei Wege, einen nach vorne und einen zurück. Und diese Biester kannten sich hier besser aus. Außerdem war die Dunkelheit ihr Verbündeter. Blieb also nur die Flucht nach vorne.
      Dunon schoss einen dünnen, schnell bewschworenen arkanen Speer nach vorne. Mühelos durchbohrte er den Fimir und zwei weitere hinter diesem. Mehrfaches Grunzen erklang, die beiden ersten getroffenen Bestien gingen röchelnd zu Boden und wurden mit gezielten Stichen der Seegardisten in ihre Köpfe vollends niedergestreckt. Der dritte Fimir hielt sich noch auf den Beinen, bekam aber einen Pfeil durch das rechte Schienbein gejagt und knickte dann zu Boden. Ein erbärmliches Jaulen erklang, doch die Elfen gewährten der Bestie keine Gnade. Dunon zerschmetterte der Kreatur mit seinem Stab den Schädel, ehe man eine weitere Kreatur im Gang vor ihnen erkennen konnte.
      „Da kommt noch einer !“ rief einer der Seegardisten unnötigerweise. Dunon, der nun sichtlich vor Erschöpfung schwitzte ließ die Soldaten nach vorne. Prompt wurde ein Schildwall von vier Gardisten gebildet, während der Fünfte versuchte mit Pfeil und Bogen eine empfindliche Stelle des Fimir's zu erwischen. Dieses Mal hatten die Gardisten allerdings nicht so viel Glück wie zuvor. Ihre Attacken und die in schneller Folge abgefeuerten Pfeile behinderten das besonders große Exemplar vor ihnen nicht sonderlich. Dieser Fimir wirkte anders als die Übrigen. Er war größer, trug eine gewaltige zweihändig geführte Keule mit zwei Steinköpfen an beiden Enden. Außerdem trug er eine Art Umhang und einige metallische Rüstungsteile an den Schultern, den Schienbeinen und den Unterarmen. Dies schien ein Champion oder etwas noch Gefährlicheres zu sein. Beinahe mühelos wirbelte er plötzlich seine Keule umher und schleuderte zwei der Gardisten wie Puppen gegen die Wand. Die anderen versuchten in seine ungeschützte Flanke zu stechen, doch mit einer schnellen Drehung, die man bei einer Kreatur dieser Größe nicht für möglich gehalten hätte, prallte der Schaft der Keule gegen beiden gegen ihn gerichteten Speere. Einer von ihnen zerbrach, der andere wurdem dem Gardisten schmerzhaft aus der Hand geprellt. Es folgte eine Rückhandschlag des Fimirs und beide Gardisten gingen zu Boden. Mit einem schnellen Stampfer zerquetschte der Champion den Kopf eines des Elfen, während der andere sich schnell über den Boden in Sicherheit rollte. Der Gardist mit dem Bogen nutzte die Chance und jagte dem Fimir einen Pfeil genau in den Hals. Die Kreatur tobte, packte den überraschten Krieger mit einer Hand und hämmerte ihn von unten nach oben gegen die Decke. Der Helm des Gardisten half ihm nicht diese Gewalt zu überleben, von seinem Kopf blieb nicht viel mehr als Brei übrig. Der geschockte Bel-tozil half einem der zu Boden geschleuderten Gardisten auf, sein Arm war unnatürlich verdreht und vermutlich an mehreren Stellen gebrochen. Er hielt sich wacker, doch konnte er nicht mehr kämpfen. Der andere getroffene Krieger lag mit gebrochenem Genick neben ihn und starrte sie ungläubig mit toten Augen an. Der Fimir jedoch stapfte nach vorne, jetzt jedoch nur noch mit einer Hand die Waffe haltend. Die andere hielt er über dem abgebrochenen Pfeil an seiner Kehle um die Blutung zu stoppen. Diesen Moment nutzte der zuvor weggerollte Gardist auf dem Boden und schnitt beherzt mit einem schnellen Streich seines Dolches dem Fimir eine der Achillessehnen durch. Die Kreatur brüllte, wankte und ließ die Keule auf den Elfen schnellen. Mit gebrochenem Rückgrat hauchte auch dieser tapfere Krieger sein Leben aus, während Dunon endlich wieder etwas Konzentration gesammelt hatte. Der erschöpfte Magier war das letzte Ass im Ärmel der Elfen und er beschwor einen weiteren magischen Schild. Diesen jedoch nutzte er nicht zur Abwehr, sondern zum Angriff. Er drängte den Fimir von den Überlebenden weg in Richtung Tunnelwand. Wild schlug die Bestie mit seiner Keule auf den darunter flackernden arkanen Schild, doch unter großer Anstrengung schaffte es der Magier den Zauber aufrecht zu erhalten. Langsam, Stück für Stück, drängte er den Fimir weiter, bis dieser nicht mehr ausweichen und gegen die Wand gedrückt wurde. Mit großen, angstweiten Augen schien die Kreatur zu merken, was gerade mit ihr geschah. Umbarmherzig drückte Dunon den Schild weiter vor und begann den Fimir-Champion zwischen Wand und magischem Schild zu zerquetschen. Blut schoss aus seinem aufbrechenden länglichen Gesicht, als es zerdrückt wurde. Nach und nach gaben sämtliche Knochen nach, der Schädel zerbarst, der Brustkorb explodierte förmlich seitlich weg bis schließlich nahezu kein Widerstand mehr bestand und der Magier den Schild aufgab. Völlig entkräftet sackte er zusammen und rang schwer nach Atem. Aus seiner Nase tropfte Blut, der Schweiß stand ihm auf der Stirn. Umgehend rannten Bel-tozil und der letzte verbleibende Gardist zu dem Magier. Doch dieser hob abwehrend die Hand in ihre Richtung.
      „Es geht schon wieder.“ röchelte er und bemühte sich um Distanz. „Nur ein, zwei Augenblicke.“ fügte er hinzu und wischte sich mühsam das Blut aus dem Gesicht.
      „Bruder... wie kann ich... ?“ setzte der Kapitän an, doch Dunon schüttelte nur den Kopf. Gegen diese Art der magischen Erschöpfung half nur Ruhe. Oder Magie. Und beides waren im Moment keine Optionen für die Elfen. Sie hatten die Fimir aus ihrem Bau gelockt und nur die Götter wussten, wie viele noch von ihnen hier in diesem Berg lauerten. Ihr Chancen standen schlecht, sie waren nur noch drei. Zwei von ihnen sogar zur Zeit kampfunfähig und ihr Anführer kein besonders erfahrener Schwertkämpfer. Andere Befehlshaber hätten spätestens jetzt den Rückzug angeordnet, doch nicht Bel-tozil. Der ehrgeizige Elf wollte unter allem Umständen seine Expedition zum Erfolg bringen, doch im Moment wusste er nicht genau, wie. Also gab er seinem Bruder ein wenig Zeit zum Regenerieren. Den verletzten Seegardisten, der letzte ihrer kleinen Truppe, schickte er zu den Booten zurück. Er hoffte, dass er dort wenigstens schmerzstillende Mittel bekommen würde. Mehr war im Moment nicht zu tun, nur ein Heiler oder Magier konnte sich um seinen gebrochenen Arm kümmern. Und Dunon war dazu nicht in der Lage.
      Nach einer Weile stand der Sturmweber endlich auf und wankte auf die Höhlenwand zu, an der er den Fimir zerquetscht hatte. Verächtlich blickte er auf die schleimigen, zersplitterten Überreste der Kreatur herab und schien einen Moment nachzudenken.
      „Das war kein normaler. Das war ein Anführer.“ sprach er dann endlich aus, was Bel-tozil auch schon gedacht hatte. „Vielleicht war es ihr König oder dergleichen.“
      „Wenn dem so ist, könnte es die Brut sehr verärgern.“ meinte der Gelehrte und ging langsam auf seinen Bruder zu, um ihn zu stützen.
      „Vielleicht scheucht es sie auch zurück. Diese Kreaturen scheinen nicht besonders intelligent zu sein. Und wenn ihr Schlauster zerquetscht an der Wand klebt, kommen sie vielleicht zu dem Entschluss, besser zu verschwinden.“ mutmaßte der Magier und blickte endlich auf seinen Bruder.
      „Ist es all das wert ?“ fragte er unvermittelt und musterte ernst den Gelehrten. Bel-tozil zögerte keinen Augenblick mit seiner Antwort.
      „Es ist es wert. Wenn wir es in die Hände bekommen, können wir erreichen, was nicht einmal Aenarion gelungen ist.“ sprach der Seefahrer feierlich ehe er in Richtung des Ganges nickte, aus dem die Kreaturen gekommen waren.
      „Lass es uns beenden, Bruder. Lass uns tun, wovon unsere Vorfahren bereits träumten.“
      „So sei es.“ antwortete Dunon und stapfte zusammen mit seinem Bruder voran.
      Die Bösen tun, wovon die Guten nur träumen.

      „Was ist das Beste im Leben eines Mannes?“ – „Zu kämpfen mit dem Feind, ihn zu verfolgen und zu vernichten, und sich zu erfreuen am Geschrei der Weiber!“ - Conan
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      Nach etwa einer halben Stunde hatten sie endlich die Ende der Gänge erreicht und eine gewaltige Kaverne erreicht. Grüne und gelbe Sporen an den Wänden und Decken erhellten die Höhle und gaben den Blick frei auf einen gewaltigen steinernen Altar in der Mitte. Stalagtiten, ausgearbeitet wie Säulen, befanden sich an allen vier Ecken des Altars, der nur über eine große Treppe nach oben zu erreichen war. Überall in der Kaverne standen Feuerschalen, deren Feuer in den unterschiedlichen Farben brannten. Mal grün, mal blau, mal einfach blutrot. Sie waren am Ziel ihrer Reise angelangt.
      „Das ist es also.“ sprach Bel-tozil und nahm erneut den Folianten aus seiner Tasche. Gezielt schlug er die Seite auf, auf der er dieses Bauwerk schon einmal gesehen hatte. Es sah in der Tat genau so aus, wie in dem Buch.
      Dunon sammelte seine verbliebenen Kräfte, auch wenn es nicht mehr viele waren. Er musste auf alles vorbereitet sein. Doch noch war keine Gefahr zu erkennen. Weit und breit konnte man keine Fimir sehen. Zielstrebig gingen die beiden Elfen, so schnell es ihre Kräfte zuließen, auf die Treppe zu. Die Feuer flackerten nun deutlich schneller, als ob eine unbekannte Macht sie zu beeinflussen begann. Davon unbeeindruckt erklommen der Magier und der Seefahrer die ersten gemauerten Stufen, als unheilvolle Geräusche von überall her erklangen. Bel-tozil konnte nicht beschreiben welch Kakophonie er da vernahm. Dunon jedoch erkannte die magischen Muster in den unbeschreiblichen, schrillen Geräuschen und machte sich auf eine weitere magische Gefahr gefasst. Plötzlich schien es als, würde die Realität selbst zerreißen. Wie aus dem Nichts öffneten sich Risse in der Luft, seltsame Licht- und Zerrbilder erschienen und spuckten anschließend blauhäutige Kreaturen aus. Sie besaßen vogelähnliche Köpfe, gekrümmte Beine die in Hufen endeten. Bewaffnet waren sie mit geschwungenen Schwerter oder gewaltigen Streitkolben. Außerdem trugen sie schillernd blaue Schilde, die sich zwar spiegelten aber nie das selbe Bild zeigten und sich immer veränderten. Immer mehr und mehr dieser tierartigen Kreaturen auf zwei Beinen erfüllten die Höhle. Die beiden Elfen erkannten ihre deutliche Unterlegenheit und hetzten die Treppen hinauf. Sie mussten nun jeden noch so kleinen Vorteil nutzen, um zu überleben. Als sie kurz davor waren auf der obersten Plattform anzukommen, gab eine der Kreaturen mit einem Umhang und einer leuchtenden Klinge einen schrillen Schrei von sich. Auf diesen Befehl hin stürmten alle Tiermenschen auf die Treppe zu, bereit die Eindringlinge auszuweiden und mit ihren spitzen Schnäbeln zu verschlingen. Dunon stoppte abrupt und drehte sich der Masse der Angreifer entgegen.
      „Geh. Du weißt, was du tun musst. Ich halte sie auf, solange ich kann. Rette das Gefäß, rette die Welt !“ rief er und formte bereits mit seiner freien ein arkanes Geschoss, während er mit der anderen den Stab nach vorne reckte. Er war bereit mit all seiner verbliebenen Macht für Tod und Zerstörung unter den Kreaturen zu sorgen. Bel-tozil sah ihn erschüttert an, doch dann nickte er.
      „Wir sehen uns wieder im Licht, Bruder.“ brach er hervor und stürmte dann auf den Altar zu. Es war das erste Mal, dass er an seiner Mission zweifelte. Er hatte gedacht er wäre bereit gewesen alles zu opfern. Doch an dieses Opfer, seinen Bruder zu verlieren, hatte er nie gedacht. Dunon war der Ältere der Beiden, der Mächtigere. Er hatte nie daran gedacht, dass es einmal etwas geben würde, was ihm gefährlich werden könnte. Doch nun gab es kein zurück mehr. Er musste sie bekommen, er musste. Für seinen Bruder, für die Welt der Sterblichen !
      Auf der Plattform angekommen erblickte der Seefahrer eine steinere Truhe unmittelbar auf dem Altar. Das musste es sein, sein Ziel. Geschwind erklomm er den Steinaltar, auf dem getrocknetes Blut davon zeugte, dass das Gebilde nicht nur der Zierde wegen dort errichtet worden war. Im Hintergrund hörte Bel-tozil den Klang mehrerer Explosionen und das schrille Geschrei der Vogelwesen. Dunon setzte ihnen mächtig zu, das war gewiss. Doch die Kreaturen waren in der Überzahl und nach nur einem kurzen Blick nach hinten wusste der Kapitän, dass sie seinen Bruder erreicht hatten. Mit Mühe erwehrte er sich den ersten Angriffen der Kreaturen, doch lange würde er das nicht mehr durchhalten. Mit seinem Kurzschwert stocherte Bel-tozil an den Fugen der steinernen Truhe herum, bis er endlich den schweren Steindeckel ein wenig zur Seite schieben konnte. Augenblicklich verstummte jegliches Geräusch um ihn herum, als hätte etwas alle Geräusche der Höhle einfach eingesaugt. Dieser Moment währte allerdings nur kurz, denn anstatt der Stille schien der Gelehrte plötzlich das Chaos selbst zu vernehmen. Die Stimmen, die Schreie, die verdrehten Geräusche und die Missklänge der Unwirklichkeit trafen ihn wie einen Schlag auf den Schädel. Mit Mühe hielt er sich auf den Beinen, versuchte seinen Geist gegen den aufkeimenden Wahnsinn abzuschotten und dabei gleichzeitig den Steindeckel endgültig zu entfernen. Es gelang mit purer Willenskraft und das chaotische Lärmen verebbte. Er wurde ersetzt durch den Kampfeslärm hinter ihm. Ein weiteres Mal blickte er sich um, nur um zu sehen, wie eine geschwungene Klinge sich in die linke Schulter seines Bruders fetzte. Der Magie wankte, doch fiel er nicht. Er bereitete einen letzten Zauber vor, zu mehr war er wohl nicht mehr in Stande. Doch eine der Kreaturen reckte plötzlich ein Banner in der Höhe. Ein grausig verzerrtes Gesicht prangte an dessen Spitze, es schien zu leben und sich dabei stets zu verändern. Als der sterbende Zauberer seinen Zauber vollendete leuchtete das Banner, das arkane Geschoss blieb mitten in der Luft stehen und stürzte auf seinen Ursprung zurück. Dunon verging in Feuer und Licht. Fleisch und pure knisternde Energien verteilten sich über der ganzen Altarplattform. Ein halbes Dutzend Kreaturen wurde zu Asche oder verkohlten, verdrehten Leichen verbrannt. Bel-tozil selbst wurde hinter den Altar geschleudert. Sein Gesicht schmerzte höllisch, er spürte die Brandblasen. Dennoch richtete er sich mit letzter Kraft auf, klammerte sich an die Steintruhe und schob sich langsam über den Rand. Da war es endlich, das Objekt der Begierde. Der Grund warum er hier war und warum so viele Männer sterben mussten. Er griff danach, hob es vorsichtig aus der Kiste und sah sich an, was er in seinen blutenden Händen hielt. Eine Amphoren aus einem ihm völlig unbekannten Material. Die zwei Henkel an den Seiten wanden sich wie Tentakel, oder wie Schlangen. Bel-tozil wusste es nicht genau zu sagen. Die Formen änderten sich ständig. Fratzen und Kampfszenen längst vergangener Zeiten erschienen auf der Oberfläche der Amphore, sie wirkten lebendig und wandelte sich ständig zu anderen Gesichtern oder Szenen. Doch dafür hatte der Seefahrer keine Zeit mehr, er musste die Amphore öffnen. Die blauhäutigen Kreaturen sammelten sich bereits wieder und stürmten auf ihn zu. Er hatte keine Wahl mehr. Sein Schicksal hing vom Inhalt der Amphore ab.
      „Kreaturen des Wandlers, ihr seid verloren !“ rief Bel-tozil und lachte dabei halb irre. Er hatte sie, Er hatte die Amphore des Wandels. Langsam griff er nach dem Deckel, während einer der Kreaturen plötzlich über ihm erschien. Breitbeinig stand die Bestie mit erhobener Keule vor ihm und holte aus. Sie wollte ihn komplett zerschmettern, bevor er die Amphore öffnen konnte.
      „Zu spät.“ sagte der Elf plötzlich eiskalt mit einer völlig veränderten Stimme. Sämtlicher Lärm verebbte. Die Zeit selbst begann langsamer zu verrinnen, als der Gelehrte den Deckel anhob. Die Kreatur erstatte. Plötzlich wusste Bel-tozil, was da vor ihm stand. Plötzlich wusste er alles. Ein Tzaangor stand über ihm. Eine Kreatur des Wandlers, eine Kreatur von Tzeentch. Dem Chaosgott der Veränderung. Dann war es, als ob die Amphore die Realität selbst einsaugte. Nichts blieb zurück.
      Die Bösen tun, wovon die Guten nur träumen.

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      Kapitel 1 – Die Erkenntnis – Chaoswüste, 1200 Jahre später

      Blayzaulk ließ die Klinge niederfahren. Ein schmatzendes Geräusch kommentierte den Tod des Soldaten zu seinen Füßen. Das Blut des Opfers sickerte langsam aus seinem Körper auf den gefrorenen Boden. Es dampfte, so kalt war es an diesem Tag. Doch Blayzaulk machte die Kälte nichts mehr aus, sie machte ihm schon lange nichts mehr aus. Seit er zum Chaoslord aufgestiegen war, spürte er kaum noch irgend etwas. Die dunklen Götter hatten ihn reich beschenkt. Seine dämonische Chaosrüstung sog die Wärme der Umgebung quasi ein und gab sie an seinen vernarbten, mutierten Körper weiter. Außer an seinem Gesicht hatte er schon lange nichts mehr von seiner Haut gesehen. Die Rüstung war mit ihm verwachsen. Sie fügte ihm süße Schmerzen zu, sie versorgte ihn mit Wärme und sie schützte ihn vor nahezu allen Waffen. Sie ergänzte ihn perfekt.
      Langsam zog der Lord der dunklen Göttern sein Chaosschwert aus dem Körper des Toten. Sein Brustpanzer hatte den imperialen Soldaten nicht geschützt. Die Klinge des Chaoslords war durch ihn gegangen wie durch Pergament. Fast schon langweilte es Blayzaulk, dass der Soldat so schnell gestorben war. Ihm fehlte die Herausforderung. Normalerweise hackte er aufsessige Barbaren in Stücke, hin und wieder testete auch ein mal einer seiner Chaoskrieger seine Reaktiongsschnelligkeit. Es gab viele die ihn um seinen Posten und seine Gunst der dunklen Göttern beneideten. Aber noch hatte es keinen gegeben, der ihn hatte besiegen können. Auch die mutierten Bestien der Chaoswüste, die sich hin und wieder an ihn herangetraut hatten, waren keine große Herausforderung gewesen. Er wurde mit jedem Sieg stärker und jeder Sieg langweilte ihn mehr. Ausnahmsweise hatte mal ein besonders närrischer imperialer Hauptmann den Mut oder die Dummheit besessen, nach Norden zu ziehen um einen Chaoslord zu töten. Die verweichlichten Menschen des Imperiums waren besonders gierig wenn es darum ging, in besser bezahlte Positionen aufzusteigen. Blayzaulk hatte das nie verstanden. Was war schon Gold im Vergleich dazu, den dunklen Göttern dienlich zu sein und zu gefallen. Er war ein Günstling, er genoss das Töten und das Leiden seiner Opfer. Und dafür wurde er beschenkt.
      Erneut blickte er auf den unwürdigen Wurm zu seinen Füßen. Nichts weiter als einer Schabe. Dachte er sich. Er hätte sich gerne dem Hauptmann dieses Trupps selbst gestellt. Doch der Feigling hatte sich bei Zeiten zurückgezogen, als Blayzaulk's Chaoshunde die imperialen Armbrustschützen zerfetzt hatten. Der Chaoslord musste lächeln. Ja, das war in der Tat eine Augenweide gewesen und eine gelungene Ablenkung vom tristen Abschlachten von Abschaum. Wie diese Feiglinge von den Hunden in Stücke gerissen wurden, ihre Kehlen zerfetzt, die Gesichter halb zerfressen, das hatte Blayzaulk schon sehr gefallen. Und den dunklen Göttern auch. Denn sie schienen ihm eine neue Gelegenheit schenken zu wollen. Anders konnte er sich jedenfalls nicht erklären, warum es seine persönliche Leibwächterin Nakra wagte, so freudig erregt vor ihm aufzutauchen. Das Abschlachten dieser Weichlinge konnte sie schließlich nicht in solche Verzückung versetzt haben. Und wenn doch, sollte er darüber nachdenken sich ihrer zu entledigen. Er duldete nur Krieger, die Höherem entgegenstrebten. Anders als anderen Chaoslords war es ihm dabei allerdings egal, ob es sich bei seinen Kriegern dabei um Frauen oder Männer handelte. Waren sie gut darin zu töten, waren sie willkommen. Ansonsten dienten sie als Futter für seine Hunde. Oder Pferde.
      Nakra's blondes Haar war besudelt von Blut, ebenso ihr eigentlich ganz ansehnliches Gesicht. Nur ihre Axt hatte kaum Blut gesehen. Dafür hatte sie umso mehr an ihren Händen und ihren Stiefelspitzen. Blayzaulk erwiderte ihr Lächeln. Sie tötete gerne, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Das gefiel ihm. Und Khorne, dem Gott des Blutes und der Schädel sicher auch. Vielleicht beschenkte er sie eines Tages mit solch großen Hörnern auf dem Kopf wie den Chaoslord selbst. Damit ließ sich vortrefflich Menschen aufspießen.
      Die blonde Chaosbarbarin konnte es sichlich kaum erwarten zu sprechen und schließlich erbarmte sich der Lord der dunklen Götter endlich. Er erteilte ihr die Erlaubnis zu reden.
      „Mein Lord, Herr Furcht... es gibt Kunde die ich euch schnellstmöglich übermitteln wollte.“
      „Sprich es aus !“ forderte der Chaoslord. Er hatte keinen Gefallen an den ganzen blumigen Worten und seinen zahlreichen Anreden. Jedenfalls nicht im Moment.
      „Ein Schiff wurde westlich von hier gesehen, keine 40 Meilen. Es ist jedoch keines der anderen Stämme. Genau genommen ist es überhaupt kein Menschenschiff.“
      Die Neugierde des Chaoslords wurde geweckt. Das hörte sich nach einer Gelegenheit an, auch wenn er nicht gerade erfreut darüber war auf See zu kämpfen. Das versetzte ihn in Rage und er wollte nur noch dringlicher jemanden töten. Nakra schien seine Ungeduld zu bemerken und fuhr schnell fort mit ihren Neuigkeiten.
      „Die Schwarzpfote behauptet, es sei ein Schiff der Elfen.“
      „Welche Elfen ?“ knurrte der Chaoslord und zertrümmerte mit seinem gepanzerten Stiefel den Schädel des toten Soldaten zu seinen Füßen. Er wollte nicht länger warten.
      „Der hellen Elfen, die Hochelfen.“ fügte die Barbarin schnell hinzu und hoffte ihn mit dieser Nachricht zu besänftigen. Und tatsächlich schien diese Nachricht dem Lord sehr zu gefallen.
      „Das ist in der Tat eine Neuigkeit... Versammel die Männer und bring mir die verdammte Schwarzpfote. Er soll mir sagen, wie wir an die Spitzohren ran kommen oder ich drücke ihm die Augen in seine Höhlen.“
      „Mein Lord... was ist mit den Gefangenen ? Einige imperiale Soldaten haben sich ergeben und...“
      „Verfütter sie lebendig an die Hunde. Sollte der Hauptmann in unsere Hände gefallen sein, bringt ihn zu mir. Mit ihm habe ich etwas spezielles vor.“
      „Ja, mein Fürst !“ antwortete die Leibwächterin und machte sich unmittelbar danach auf zu den Kriegern Unterwegs ließ sie ihre Axt in einen verletzten Speerträger am Boden krachen und beendete somit dessen Leben.
      „Das wird doch noch ein guter Tag. Mehr Blut für Khorne, verzerrte Leichen für Tzeentch. Mehr Leid und Qual für Slaanesh und mehr faulige Kadaver für Nurgle !“


      Kapitel 2 – Die Flucht – Chaoswüste
      Die Hunde hatten sie nicht bemerkt. Schnell sandte der Hauptmann Herrmann Mangels ein Stoßgebet zum Dank an Sigmar, den ersten Imperator und Hauptgott des Imperiums. Er und einige wenige Überlebenden hatten sich in einer Grube versteckt. Der Geruch der Grube hatte sie vermutlich gerettet, auch wenn zwei der Soldaten zuvor nicht hineinsteigen wollten. Sie hatten es aber doch getan als sie gesehen hatten, wie einer ihrer Kammeraden nicht weit entfernt von drei Chaoshunden gleichzeitig zerrissen wurde. Sie hatten unverschämtes Glück nicht entdeckt worden zu sein, aber die Grube die gefüllt mit Mammutscheisse war, hatte ihren körpereigenen Geruch überdeckt. Obwohl die Hunde mittlerweile weg waren, blieben die Soldaten in der stinkenden Brühe sitzen, bis zum Hals sprichwörtlich in Exkrementen.
      „Das kann doch nicht ein Mammut allein alles geschissen haben !“ fluchte Gunthard, einer alter erfahrener Speerträger der schon viele Schlachten gesehen und von Anfang an gegen einen Marsch in die Chaoswüste gestimmt hatte. Aber was hatte er schon zu melden, wenn ein Hauptmann die Befehle gab ?!
      „Halt die Fresse Gunthard.“ grummelte ein anderer Soldat. Einige der Männer hatten gesehen, dass eine ganze Horde Mammuts am Vortag der Schlacht sich hier erleichtert hatten.
      „Sind halt reinliche Tiere. Scheissen nicht dorthin, wo sie fressen.“ mischte sich ein Dritter ein und bekam als Antwort einen Haufen Exkremente von Gunthard ins Gesicht geworfen.
      „Ich habe es von Anfang an gesagt, Hauptmann. Das ist 'ne scheiss Idee. Im wahrsten Sinne des Wortes. Niemand geht in die Chaoswürste. Es sei denn er heißt Karl-Franz, hat 'ne scheiss große Armee und 'nen dicken Hammer. Oder ist so verrückt wieder verrückte Volkmar der Verrückte ! Der wurde auch zerhackt, auch wenn er wieder auferstanden ist. War aber auch ne scheiss Idee in dieses beschissene Land zu kommen.“ fauchte der alte Speerträger und bekam nun seinerseits eine Ladung Dung auf den Kopf geworden. Der Hauptmann ignorierte seine Männer so gut es ging und hielt Ausschau nach weiteren Feinden. Bis auf einige Felsbrocken und Büsche war jedoch nichts in der Umgebung zu erspähen.
      „Wir sollten uns von hier verpissen, solange wir noch können.“ keifte Gunthard weiter und einige der Männer stimmten zu. Sie alle hatten das Grauen der Schlachten schon mehrmals erlebt, doch der Kampf heute war ein reines Abschlachten gewesen. Diese gepanzerten Chaoskrieger waren sehr schwer zu töten, die wilden Chaosbarbaren interessierten sich nicht für eigene Verwundungen und warfen sich wie die Verrückten auf den Feind. Und die schwere gepanzerte Reiterei der dunklen Krieger hatte zwei ganze Schwertkämpferregimenter niedergeritten. Sogar ihre Pferde hatten wie die Besessenen gekämpft und teilweise das Fleisch aus den Verwundeten gerissen. Dieser Ort war nicht für vernünftige, gottesfürchtige Bürger des Imperiums gemacht.
      „Wenigstens fressen ihre Hunde uns nicht, wenn sie so stinken.“ brummte Gunthard und erntete Beifall. Doch Hauptmann Herrmann Mangels hatte nun seinerseits die Schnauze voll. Erst die unrühmliche Niederlage, dann die feige Flucht und jetzt das Ausharren in einer Grube voller Scheisse. Seine Karriere ging steil den Berg hinunter und dieser alte Gunthard ging ihm gehörig afu die Nerven.
      „Halt endlich die Kauleiste, Gunthard !“ fauchte der Hauptmann und drehte sich nun erstmal zu den Soldaten um. „Es war ein schlechter Tag, das stimmt. Aber wir leben noch und können unseren Vorgesetzten wichtige Informationen über das Gelände, die feindlichen Truppen und ihre Taktiken geben.“
      „Taktikten ? Die haben sich auf uns gestürzt wie die Bekloppten. Das Gelände ist scheisse flach und die Truppen selbst... ja, die kennen mittlerweile ja alle im Imperium seit dem letzten Sturm des Chaos als dieser beschissene Archaon das halbe Reich abgefackelt hat.“ erwiderte Gunthard. „Man kann sich Scheisse auch echt schön reden, Hauptmann ! Wollen Sie uns das jetzt als Sieg verkaufen ?!?“
      „Es ist ein Sieg, dass wir leben. Die wollten uns alle. Haben sie aber nicht bekommen. Und alles was wir an Informationen mit nach Hause nehmen können, kann wichtig sein. Also ja, ich mache aus dieser Scheisse ein möglichst positives Ergebnis. Ach ja, und außerdem... selbst wenn du stinkst wie die Nachgebut eines Hundes, die dann von einer Katze gefressen und wieder ausgekotzt wurde... ein Chaostroll würde dich trotzdem fressen. Unddie haben Trolle !“ brummte der Hauptmann und schob sich langsam an den Rand der Grube. Er hatte genug von diesem Land und wollte so schnell wie möglich nach Süden. Weiter westlich gab es ein kleines Dorf an einem Fjord. Mit seinen übrigen Männern sollte es ein Leichtes sein, den Bewohnern ein, zwei Boote abzupressen. Und dann ging an der Küste entlang zurück nach Hause.
      „Auf Männer, verpissen wir uns endlich von hier.“
      Die Bösen tun, wovon die Guten nur träumen.

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      Kapitel 3 – Die Ankunft – Fjord

      Der Nebel waberte dick wie Kartoffelsuppe in Richtung der Küste. Schnell hatte er den felsigen Strand und die dahinter liegenden Hütten erreicht. Der ganze Fjord war binnen mehrere Herzschläge in einem dicken, weißen Nebel eingehüllt. Für Menschenaugen war die Sicht nahezu bei Null, doch die Elfen sahen selbst bei diesen widrigen Bedingungen besser und konnten sich auf das Kommende vorbereiten.
      „Sehr gut, meine Liebe.“ lobte Maenalrac und rückte das große zweihändige Schwert auf seinen Rücken zurecht. Es hatte sich leicht verschoben, als er über die Rehling des Adlerschiffes gespäht hatte um nach dem Nebel zu sehen. Eine junge Elfe in einem strahlend weißen Gewand stand neben ihm und konzentrierte sich darauf, den Nebel auszuweiten. Sie war eine Adeptin, er der Lehrmeister der ihr die Winde der Magie näher brachte. Ihre Patrouillenfahrt hatte sie nahe an die Fjorde der Chaoswüste gebracht und Maenalrac hatte die Idee, seine Schülerin direkt an dieser kleinen Menschensiedlung am Meer üben zu lassen. Das Beschwören von dichten Nebelwänden gelang ihr nun nahezu perfekt. Ein nützlicher Zauber um Feinde zu verwirren, eine Flucht zu ermöglichen oder Überraschungsangriff vorzubereiten. Zwar plante der Lehrmeister von Hoeth keinen Angriff auf diese Menschensiedlung, doch der harmlose Nebel würde ihnen auch nicht schaden. So lange diese kurzlebigen Menschen sie nicht sahen oder angriffen, würde er sie auch in Ruhe lassen. Er wusste zwar, dass diese Barbaren regelmäßig ihre Männer auf Raubzüge schickten um zu morden und plündern, doch es bestand keine Ehre und Herausforderung darin ein vermutlich halb leeres Dorf zu überfallen in dem sich nur Frauen, Kinder und Alte befanden. Hätte er ein Schiff der Barbaren erblickt, wäre er ganz anders an die Sache herangegangen. Er hätte die halbe Mannschaft des feindliches Schiff von selbigen mit seinen Speerschleudern schießen lassen, ehe seine erfahrenen Seegardisten den Rest im Nahkampf erledigt hätten. Dies war eine erprobte und effektive Bekämpfung dieser Halunken.
      Geschrei von der Küste ließen den Lehrmeister plötzlich aufhorchen. Hatten die Menschen sie bemerkt ? Nein, das war unmöglich. Der Nebel war zu dick. Vielleicht reagierten sie aber auch genau auf diesen mit ihrem Geschrei ? Es musste etwas anderes sein, es gab nämlich plötzlich auch Kampfeslärm. Das Klirren der Waffen war nun deutlich zu vernehmen, außerdem das Klackern schwerer Armbrüste. Was ging da vor sich ?
      Maenalrac's Schülerin verlor nun die Konzentration und unterbrach das Ausweiten des Zaubers. Ihre strahlend blauen Augen öffneten sich und ihre jugendliche Stimme fragte ihren Lehrmeister, was dort vor sich ginge.
      „Ich weiß es nicht Lemnika... ich weiß es nicht. Es scheint einen Kampf zu geben. Aber diese Barbaren verfügen normalerweise nicht über Armbrüste, es sei denn sie haben sie erbeutet. Es könnte ein Angriff eines rivalisierenden Stammes sein. Oder...“ weiter sprach Maenalrac nicht, denn langsam lichtete sich der Nebel wieder am Strand und Schemen in matt glänzenden Rüstungen waren zu erkennen.
      „Bei Hoeth... was ist das für ein Gestank ?!“ rief einer der Seegardisten einige Meter neben dem Lehrmeister. „Riecht nach totem Goblin.“ fügte er hinzu und hielt sich die Nase zu. In der Tat hatte auch Maenalrac diesen penetranten Geruch vernommen. Anscheinend hatten sie die angreifenden Krieger in irgend etwas Abscheulichem gewälzt um nicht die Hunde der Siedlung anschlagen zu lassen.
      „Wenn man sie nicht richtig sieht, riecht man sie.“ meinte Lemnika und versuchte sich auf die Schemen zu konzentrieren. „Menschen sind so primitiv.“
      „Da muss ich dir leider Recht geben, meine Schülerin. Aber nicht alle sind böse. Deswegen sollten wir uns das mal näher ansehen.“ entschied der Lehrmeister und wies seine Truppen an, ein Boot bereit zu machen. Er wollte an Land gehen und wenn nötig eingreifen. Eigentlich sollte ihn die Belange der Menschen nicht interessieren. Doch konnte er auch nicht zusehen wie Frauen und Kinder dahin geschlachtet wurden. Diese Barbaren waren schließlich zu allem fähig.
      „Ich begleite euch !“ rief die junge Adeptin und bekam sofort einen tadelnden Blick als Antwort.
      „Das ist nicht möglich, weil es schlicht zu gefährlich ist. Du bist noch nicht so weit in einen Kampf einzugreifen. Auch wenn es nur Menschen sind, ist es zu riskant. Dein Vater ist ein guter Freund des Turmes in Hoeth und was soll ich ihm sagen, wenn du von einem stinkenden Barbarenjungen hinterrücks erdolcht wirst ?“
      Lemnika schwieg. Sie wusste ihr Lehrmeister duldete keine Widerrede. Er war schon hunderte von Jahren alt und war damit weit erfahrenen als sie mit ihren jugendlichen 49 Jahren. Also blieb sie still und ruhig an der Rehling stehen und begnügte sich damit den Schemen beim Kampf zuzusehen.
      Es dauerte nur Augenblicke bis der Lehrmeister Maenalrac mitsamt einigen Schwertmeistern und Seegardisten an Land gegangen war. Er ließ die Gardisten das Boot sichern, während er mit seinen elitären Schwertmeistern vorsichtig ins Innere der kleinen Siedlung schlich. Jeder dieser meisterhaften Kämpfer war in der Lage es mit dutzenden Menschen gleichzeitig ohne Mühen aufzunehmen. Ihre Langschwerter, ihre perfekte Rüstung und ihr jahrhundertlanges Training hatte sie zu den besten Kriegern der Welt gemacht. Nichts vermochte ihrem Schwertwirbel standzuhalten. Maenalrac konnte sich blind auf seine absolut loyalen Krieger verlassen.
      Ein Geräusch ließ sie innehalten. Kampfeslärm in einer Hütte direkt neben ihn setzte ein, er dauerte jedoch nicht lange, denn ein stinkender Mann mit Brustpanzerung und bunter Hose stürzte durch die Strohwand des Hauses. In seiner Brust steckte eine grobe, schartige Machete. Er röchelte noch kurz, dann wurde er völlig still.
      „Was bei den... das ist ein imperialer Soldat ! Ein äußerst ungepflegter zwar, aber er ist einer. Was macht der hier so weit im Norden ?“ brachte Maenalrac hervor. Noch ehe einer seiner Schwertmeister irgendetwas erwidern konnte, kam ein bärtiger in Pelz gehüllter Mann aus der Öffnung gekrochen und sah verwundert auf die Elfen. Er wollte schon zu einem Schrei ansetzen, als einer der Schwertmeister neben dem Lehrmeister ihm mit einer flüssigen Bewegung den Kopf von den Schultern trennte. Blut schoss aus der glatt geschnittenen Wunde, ehe der Krieger zusammenbrach. Der Barbar würde keinen Warnlaut mehr von sich geben.
      „Gute Arbeit. Lasst uns herasusfinden, was hier von sich geht !“befahl der Lehrmeister und zog nun seinerseits sein Langschwert. Gleichzeitig griff er nach den Winden der Magie und bereitete sich auf einen Schutzzauber vor.

      Kapitel 4 – Zusammenprall – Fjord
      Die Schwarzpfote kicherte irre als sie durch das Vergrößerungsglas blickte. Kurz hatte der Rattenmensch angenommen, das Elfenschiff hätte sich im Schutz des Nebels zurückgezogen. Das hätte dem Chaoslord gar nicht gefallen und vermutlich hätte er den Skaven seinem Haustier zum Fraß vorgeworfen. Doch das Schicksal nahm manchmal seltsame Wendungen, denn glücklicherweise hatte der Rattenmensch die Elfen bald in dem Dorf erspäht. Ein kleiner Trupp der hochgewachsenen Krieger hatte sich mit einem Boot an das Ufer begeben und mittlerweile schlichen sie um die Hütten herum. Was genau sie in dem kleinen Fischerdorf suchten, wusste der Skaven nicht. Es war ihm auch relativ egal. Wichtig war für ihn nur, dass sie da waren und der Chaoslord bald hier eintreffen würde. Vielleicht würde sogar eine Belohnung für Zitch Schwarzpfote herausspringen. Der verbannte Warlock-Techniker hatte stets Bedarf an Sklaven, Ersatzteilen und vor allem Warpstein. Das giftig grünlich glühende Material war zwar in der Chaoswüste nicht so oft zu finden wie weiter im Süden, allerdings schätzte Blayzaulk die verrückten Apparaturen des Skaven und scheute keine Mühen an Warpstein zu gelangen, wenn er wieder einmal ein besonders tödliches Gerät des Rattenmechanikers benötigte. Dieses Zweckbündnis war für beide von Vorteil, auch wenn Zitch wusste, er musste sehr vorsichtig bei dem Chaoslord sein. Seine Launen waren wechselhaft, wie die Mutationen des großen Wandlers.
      Nun kam plötzlich Bewegung in das Geschehen. Die Elfen bewegten sich vorsichtig in östlicher Richtung in die Dorfmitte vor, während dort mehrere Imperiale mit der Dorfbevölkerung kämpften. Unter ihnen war ein Hauptmann, der sich mit einem einhändig geführten Hammer und einem großem Metallschild den Weg zum Häuptling des Dorfs frei hämmerte. Er wollte wohl schnellstmöglich den Barbarenanführer bezwingen um die Moral der Verteidiger zu brechen. Bei dem Anblick hüfte Zitch aufgeregt von einem Bein auf das Andere. Auch wenn er sich in sicherer Entfernung auf einer Klippe des Fjords befand und mit seinem Vergrößerungsglas alles beobachten konnte, fühlte er sich als wäre er mitten dabei. Wäre jetzt noch einer seiner Assistenten anwesend gewesen, hätte er mit diesem Wetten abgeschlossen wie der Kampf ausgehen würde. Doch im Moment waren seine Gefährten bei dem Tross des Chaoslords Blayzaulk und verstauten die mobile Werkstatt des Warlock-Technikers. Insgeheim konnte er es kaum erwarten wieder weiter an seinen Apparaturen zu tüfteln. Er hatte schon wieder ganz neue aberwitzige Ideen, die er ausprobieren wollte. Doch der Kampf weit unter ihm war auch eine spannende Abwechslung für den Rattenmenschen.
      Just in dem Moment, in dem die Elfen die letzte Häuserecke am Dorfmittelpunkt passierten, erreichte der menschliche Hauptmann seinen Barbarenkontrahenten. Der Häuptling stürzte sich wie ein Wahnsinniger auf den Hauptmann und ließ seine beiden Äxte auf ihn nieder krachen. Doch der imperiale Offizier hob seinen Schild und lenkte geschickt die Schläge zur Seite hin ab. Direkt danach ging der Hauptmann selber zum Angriff über. Der Kriegshammer schwang in einem großen Kreis dem Barbaren entgegen und prellte diesem eine der schartigen Äxte aus der Hand. Doch beinahe unbeirrt davon stieß sich der Häuptling nach vorne und prallte mit der Schulter gegen den Brustpanzer des Hauptmannes. Dieser strauchelte und verlor auf dem matschigen Dorfboden den Halt. Der Länge nach stürzte der Soldat in den Morast und sofort sprang der Barbar triumphierend auf seinen Panzer um ihm mit seiner verbliebenen Axt den Schädel zu spalten. Doch plötzlich traf ihn ein Pfeil mitten in die Brust. Langsam schwankte der Häuptling herunter von dem Hauptmann. Seine Axt entglitt ihm, doch er hielt sich noch auf den Beinen. Ein überraschender Speerstoß von der linken Seite stieß ihn dann allerdings in den Matsch. Ein weiterer Soldat war hinzugekommen und hatte seinen Hauptmann gerettet. Mit zwei weiteren Speerstößen in den Bauch beendete er das Leben des Häuptlings, ehe er seinem Hauptmann hoch auf die Füße half.
      „Interessant interessant...“ murmelte Zitch und rieb sich mit seiner linken Pfote über das spitze Rattenkinn. „Imperiale Menschen gewinnen gewinnen.“
      Nun griffen die Elfen plötzlich in das Geschehen ein. Die gepanzerten Schwertkämpfer metzelten sich mühelos durch die verbliebenen, demoralisierten Chaosbarbaren. Wer sich ergab, wurde jedoch verschont. Die übrigen imperialen Soldaten dagegen bildeten einen Linie um ihren Hauptmann. Keiner von ihnen erhob allerdings seine Waffe gegen die im Kampf weit überlegenen Elfen. Nach nur wenigen Augenblicken war das Scharmützel vorüber.
      Zitch Schwarzpfote blickte unvermittelt nach Nordosten. Ein Geräusch lenkte seine Aufmerksamkeit weg von dem Dorf auf einen Felsen in seiner Nähe. Nachdenklich musterte er den daneben liegenden Busch. Er bewegte sich plötzlich, schob sich gar ganz zu Seite. Ein pelziges Rattengesicht schob sich aus einer Öffnung unter dem Busch. Der Neuankömmling quiekte leise, ehe er sich ganz aus dem Tunnel schob. Es war einer der Assistenten der Schwarzpfote und er schien Neuigkeiten mit sich zu bringen.
      „Haben Menschenbarbarin informiert informiert.“ quiekte er mit einer hellen Stimme los und deutete hinter sich in Richtung Osten. „Herr der Furcht ist auf dem Weg Weg, wird bald da sein.“
      Zufrieden rieb sich der Warlock-Techniker die schwarzen Pfoten, die bei einem Unfall in seiner alten Werkstatt in Skavenblight vollständig verkohlt worden waren. Nur mit Hilfe eines Bekannten vom Züchterklan und einer Menge Warpstein hatte er seine Pfoten retten können. Sie blieben jedoch auf ewig völlig schwarz und knirschten unangenehm, wenn er sie bewegte.
      „Gut gut. Menschendinge haben gegen andere Menschendinge gewonnen gewonnen. Spitzohren haben mitgemordet gemordet.“ erklärte der Techniker und blickte wieder durch sein Vergrößerungsglas. Die gefangenen Barbaren des Dorfes waren mittlerweile in der Mitte zumsammengetrieben und gefesselt worden. Der Anführer der Elfen schien sich mit dem Hauptmann der Imperialen zu unterhalten, aber immer noch hielten sich seine Soldaten kampfbereit. Sie schienen den Spitzohren nicht sonderlich zu trauen, obwohl sie ihnen beim Sieg über die Chaosbarbaren geholfen hatten.
      Lautes Flügelschlagen ließ Zitch erneut aufhorchen. Seine feinen Ohren hörten ihn kommen, bevor er ihn zu sehen vermochte. Auch sein Assistent blickte nun ehrfürchtig in Richtung Himmel, bis die beiden Rattenmenschen ihn dann endlich erspähten. Blayzaulk, der Herr der Furcht, war mit seinem Manticor gekommen.


      Fortsetzung folgt !
      Die Bösen tun, wovon die Guten nur träumen.

      „Was ist das Beste im Leben eines Mannes?“ – „Zu kämpfen mit dem Feind, ihn zu verfolgen und zu vernichten, und sich zu erfreuen am Geschrei der Weiber!“ - Conan
    • So hier mein Türchen für den 11.12 Ich schaffe das sonst morgen nicht zu Posten. Also erstmal die Geschichte von Khar lesen und ab 00:00 Uhr dürft ihr bei mir rein gucken ;)

      11
      Ich habe leider keine Fotobox und auch kein guten Fotoapparat. Ich wollte euch trotzdem gerne mein derzeitiges Lieblingsmodell zeigen. Ich Spiele den Blutdämon zur Zeit einfach zu gerne :)
      Er hat schon so einige gegnerische Generäle, Magier und Armeestandartenträger im Namen des Blutgottes erschlagen :devil:



      Dämonen des Chaos 6000 Punkte
      Oger 6000 Punkte
      Dunkelelfen 6000 Punkte unbemalt
    • Ich hab es leider nicht mehr geschafft korrektur zu lesen, also möge man mir die Fehler nachsehen :whistling:

      Jetzt muss ich mir nur noch ein wenig gedulden, bis ich Ja Ba's Türchen öffnen darf.
      Die Bösen tun, wovon die Guten nur träumen.

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    • Puh! Was für ein Doppelpack!
      Der Blutdämon ist sehr schön. Ich mag es, dass die Flügel-Falten so organisch fleischig aussehen.

      @Khar
      Wollen wir eine *.pdf-Version der Geschichte auch anbieten (quasi: "Amphore des Wandels 2GO?")
      Werde mir die heute Abend mal reinziehen. Danke Dir. Sehr abwechselungsreich der Kalender bisher. Toll!
      "Es gibt nichts Gutes - außer: Man tut es!"

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von antraker ()

    • Snottie schrieb:

      Viel Spaß mit Nummer 12!
      Snottie, Du flashtst mich grad. Gerade wenn Du denkst: "Besser kann es nicht kommen!".
      Der ist so schön, dass ich zum ersten Mal versucht bin, mich für Tau zu interessieren. Diese Alterungsspuren auf dem Ceramit (oder was die Fischköppe sonst so benutzen) sind erstklassig. Sieht wirklich aus wie ein Veteran! Danke Dir!
      "Es gibt nichts Gutes - außer: Man tut es!"