»Hinterhalt auf Antarus IV - Die Saga von Björn Langbein« Teil I

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    • »Hinterhalt auf Antarus IV - Die Saga von Björn Langbein« Teil I

      Logan Grimnar stand in der großen Halle vor einem Wandteppich, der die Taten des Russ erzählte. Nachdenklich besah er sich die Details, während er zu dem Marine sprach, der im respektvollen Abstand hinter ihm stand.
      »Björn Langbein. Ein Blood Claw, der kurz davor war, in die Reihen der Grey Hunter aufgenommen zu werden. Ein Bruder, den ich wegen seiner taktischen Fähigkeiten sogar beinahe in die Reihen der Wolf Guard aufgenommen hätte.« Grimnar drehte sich leicht zur Seite, hob die linke Hand und sah auf Pergament, dass ihm von einem Diener vor diesem Treffen überreicht worden war. »Björn Langbein. Letzter Überlebender von Langbeins Rudel der Blutwölfe. Verletzt beim Kampf gegen die Tyraniden, Schüler von Bruder Hengis, dem Runenpriester.« Grimnar wandte sich vollends um und sah Björn in die Augen. »Du wolltest dich von deiner Schande reinwaschen, indem du ein Lone Wolf werden wolltest. Ein Einzelgänger, der den ehrenvollen Tod in der Schlacht sucht, um sein Versagen zu tilgen. Ich war zuerst dagegen, konnte aber verstehen, was dich dazu bewegte. Dann sprach Bruder Hengis zu mir und ich empfahl dich der Death Watch. Und das Leben von Björn Langbein würde nur eine einzelne Strophe in der großen Saga der Wölfe werden.«
      Logan ging langsam auf Björn zu, der regungslos wartete. Unvermittelt schlug ihm Logan ins Gesicht. Ein Hieb, der einen normalen Menschen von den Beinen gerissen hätte. Aber Björn nahm ihn wie ein Wolf und blieb stehen. Logen schlug ein weiteres Mal zu. Dann beugte er sich weit nach vorne, blickte starr in Björns Augen.
      »Ich empfahl dich der Death Watch«, wiederholte er. »Aber du gingst nicht einfach dorthin, nein, du legtest deinen Namen ab, alle deine Zeichen, die dich dem Orden der Wölfe zuordneten und wurdest ein Black Shield!« Logan spuckte auf den Boden zwischen ihren Füßen. »Niemand kehrt von der Death Watch zurück zu seinem Orden und erst Recht niemand, der als Black Shield diente! Jetzt sage mir, warum soll ich dir trauen? In deinen Augen sehe ich das kalte, berechnende Feuer eines wahren Kriegers. Aber bei Russ' Reißzähnen, wo ist das heiße Feuer in dir, dass den kalten Winden von Norne Fenris trotzt? Bist du noch ein Wolf?«
      »Ja, mein Lord. Ich bin im Herzen immer noch ein Wolf und werde es immer sein.«
      Logan heulte auf.
      »Du willst ein Wolf sein? Jemand der erst seine Brüder und seinen Orden verlässt? Seinen Namen und alle Abzeichen ablegt, um zur Death Watch zu gehen, nur um diese nach langen Jahren auch wieder zu verlassen?« Grimnar trat zwei Schritte zurück, besah sich Björn abschätzig von oben bis unten, bevor er fortfuhr. »Ist das noch der Björn Langbein, den ich einst kannte und respektierte? Dieser Unbekannte, der hier in der neuen Rüstung der Primaris vor mir steht, stolz die Farben und Abzeichen der Wölfe trägt, aber noch vor Monaten ein Black Shield war? Ich soll dir trauen?«
      »Mein Lord«, sagte Björn. »Ich bin zurückgekehrt, weil meine Brüder mich in dieser schweren Zeit brauchen.«
      »Russ!«, brüllte Logan Grimnar und es klang wie der wilde Ruf eines Eiswolfs auf der Jagd. »Ich sollte dir hier und jetzt deine Kehle zerfetzen, dein Blut auf dem heiligen Boden dieser Halle verteilen und dein Fleisch den Wölfen zum Fraß vorwerfen! Ich soll dir trauen? Einem Niemand, der bei jeder sich bietenden Gelegenheit seine Brüder im Stich lässt?« Grimnar ballte die Fäuste und hob sie drohend. »Du hast Glück, dass Bruder Hengis für dich bürgt und das Watchmaster Grendar dich gehen ließ!« Stampfend wandte er sich von Björn ab und ging wieder zu dem Wandteppich. Nachdenklich betrachtete er die Bilder von den großen Taten des Leman Russ. Schließlich sprach er, leise und ohne Björn eines weiteren Blickes zu würdigen.
      »Auf Antarus IV unterhalten wir einen kleinen Außenposten. Der Planet ist eine große Handelsstation und unsere Diener sorgen in regelmäßigen Abständen für Lieferungen zum Reißzahn. Vor einiger Zeit erreicht uns die Nachricht, dass ein Inquisitor Hartman dort auf der Suche nach einem Artefakt sei. Jetzt ist der Kontakt abgebrochen, die regelmäßigen Lieferungen bleiben aus.« Grimnar zögerte, atmete schwer, so als würden ihm die nächsten Worte schwerfallen. »Du hast Recht. In dieser schweren Zeit brauchen wir jeden Reißzahn und jede Klaue. Und der regelmäßige Strom an Nachschub von Gütern ist ebenso wichtig. Also werde ich eine kleine Truppe nach Antarus IV entsenden, um dort nach dem Rechten zu sehen. Ein Trupp Scouts, zwei Rudel Grey Hunter und fünf meiner Wolfsgardisten.« Logan drehte sich um und sah Björn ins Gesicht. Auf seinen Lippen lag ein wölfisches Lächeln, dass sein Augen nicht erreichte. »Du wirst zusammen mit Bruder Hengis die kleine Streitmacht anführen. Regelt die Dinge, die dort zu regeln sind. Findet das Artefakt, sofern es das überhaupt gibt, der Inquisitor ist zweitrangig. Kehre erfolgreich zurück, sorge dafür, dass die Lieferungen von Antarus IV wieder laufen und ich werde vielleicht anfangen dir zu trauen. Versagst du, solltest du besser dafür sorgen, dass dein Körper unter der Makropole den Recyclern überantwortet wird.«
      Ohne ein weitere Wort stürmte Logan aus der großen Halle und ließ Björn alleine zurück.
      »Ich werde nicht versagen«, murmelte Björn leise. Er hob den Blick und sah auf das Bild des Wandteppichs, wo Leman Russ alleine gegen eine Horde Xenos kämpfte. »Ich werde nie wieder versagen«


      ***
      Schon als das Schiff Wulfgar's Hauer in den Orbit um Antarus IV ging, war das ganze Ausmaß der Zerstörung zu erkennen. Die Gebäude des Raumhafens lagen in rauchenden Trümmern, auf deren Oberflächen die Pockennarben von Einschüssen schwerer und schwerster Waffen ihren bleibenden Eindruck hinterlassen hatten. Der Rest der Metropole, im Grunde nur ein einziger, großer Marktplatz, sah nicht besser aus. Nachdenklich rieb sich Björn das Kinn, als er die Bilder der Zerstörung auf dem Bildschirm betrachtete.
      »Was meinst du, Bruder Hengis. Ist dies das Werk eines uralten Artefakts?«
      Hengis trat neben Björn und schüttelte den Kopf. »Das da«, der Runenpriester deutete auf die Bilder vor ihnen. »Das ist das Werk einer bestimmten Art von Xenos. Siehst du hier und hier und dort die Einschüsse? Das Chaos ist zu wild und ungezügelt, für solch eine gezielte Zerstörung, die mit geringem Aufwand Gebäude in Teilen einstürzen lässt und gleichzeitig Wege und Kommunikation des Feindes abschneidet.«
      Björn sah vom Bildschirm auf und seinem Mentor ins Gesicht. »Du kommst also zum gleichen Schluss wie ich?«
      »Vermutlich.«
      Björn wandte sich wieder dem Bildschirm zu. Dann nickte er.
      »Aeldari.«
      »Nicht ihre dunklen Vettern?«
      »Nein. Dafür sehen wir zu wenige Leichen und zu viele Überlebende. Die Drukhari hätten jeden mitgenommen, der ihnen Spaß oder Arbeitskraft versprechen würde und jeden anderen getötet.«
      Hengis legte Björn eine Hand auf die Schulter. »Du hast deine Zeit bei der Death Watch gut genutzt, mein Junge.«
      Björn knurrte leise. »Ja. Aber als ich sah, was mit meinen Brüdern geschah und wie es um den Orden steht, bin ich zurückgekehrt. Und damit habe ich den Umnut Grimnars auf mich gezogen und habe dich ebenfalls mit dem Makel des Misstrauens befleckt.«
      »Logan wird sich wieder einkriegen.«
      »Aber was, bei Russ' Fangzähnen, hat Inquisitor Hartman dort gesucht? Was ist es, dass die Aeldari so nah am Reißzahn eine Welt überfallen lässt?«
      »Weißt du was?«, fragte Hengis zuversichtlich »Wir werden es bald erfahren.« Er winkte hinter Björns Rücken einem Diener. »Bereitet meine Rüstung vor und alarmiert die Rudel. Wir ziehen in den Kampf gegen die Aeldari!«


      ***
      Stunde um Stunde marschierten die Wölfe, immer tiefer hinab in die Vergangenheit. Hengis spürte mit seinen psionischen Sinnen ein leichtes Ziehen, welchem die Wolves wie einem Kompass folgten. An der Oberfläche hatten sie noch vereinzelte Überlebende gesehen. Eine Mischung aus Verzweiflung und leerer Hoffnung in den Augen, als sie die Space Wolves erblickten. Doch Björn hatte ihnen gegenüber sein Herz verschlossen. Er hatte weder Zeit noch Ressourcen, um sich um Zivilisten zu kümmern. Und wer konnte es schon wissen, vielleicht wurde gerade jetzt und hier ein neuer Anwärter für die Adeptus Astartes geboren und auf die Härten des Überlebenskampfes vorbereitet? Viel schlimmer traf ihn, dass sie bisher keine Spur der kleinen Abteilung ihrer Brüder und deren Diener gefunden hatten, die auf diesem Handelsplaneten ihren Dienst versahen. Björn hätte gerne zuerst nach ihnen gesucht, aber Hengis hatte ihn überzeugt, dass die Suche nach dem vermeintlichen Artefakt Priorität hätte.
      Je tiefer sie in das Herz der Metropole eindrangen, je stärker das psionische Ziehen in Henigs' Sinnen wurde, um so weniger Leben war um sie herum. Wie so viele Metropolen war auch diese immer wieder auf den Knochen ihrer Vorfahren gewachsen und je tiefer die Space Wolves Ebene um Ebene vordrangen, um so älter wurden die Schriften, die sie an vereinzelten Ruinen und Wänden noch sahen. Licht gab es ausreichend. Ein altes, aber immer noch intaktes System vom Repulsorlichtern schwebte auf jeder Ebene. Ein Zeichen dafür, dass jemand sogar in diesen alten Ebenen ein großes Interesse an guter Sicht hatte.
      Plötzlich drang eine leise Stimme aus Björn's Kopfhörer. »Arnulf hier«, sagte der Rudelführer der Scouts. »Ich glaube, wir haben das Artefakt gefunden!«
      »Wo?«, fragte Björn.
      »Etwa zwei Kilometer vor euch. Die Straße, auf der ihr seid wird zu einem kleinen Marktplatz.«
      Björn sah Hengis fragend an, der den Funkspruch mit angehört hatte. Hengis Blick verschleierte sich kurz, als er auf seine psionischen Sinne lauschte. Dann nickte er und Björn gab seine Befehle an die Streitmacht.


      Vor der kleinen Streitmacht der Wölfe breitete sich ein unterirdischer Marktplatz aus längst vergangener Zeit aus. In der Mitte befand sich ein großes Fundament, unter dem Hengis die Quelle des psionischen Signals vermutete. Die Scouts hatten sich an der linken Flanke hinter den Resten einer alten Rohrleitung verschanzt. Sie konnten im Liegen unter dem Rohr hindurch schießen.


      Björn befahl die Wolf Guards an seine linke Seite, Leif's Eisenschädel rückten vor und Hengis blieb rechts hinter ihnen.



      Arlf's Reißzähne stürmten auf der rechten Flanke vor.



      Die Scouts warnten Björn vor einem eingegrabenen Eldar-Geschütz auf der linken Flanke.



      Mittig stürmen bereits etliche Gardisten gefolgt von einem Farseer vor.



      Auf der rechten Flanke bereiteten sich weitere Eldar auf den Kampf vor. Das psionische Signal verstummte abrupt.

      »Bei Russ' Fangzähnen!«, knurrte Hengis wütend. »Eine Falle!«



      Die Wölfe stürmten vor, während die Scouts in Deckung blieben



      Der Läufer der Eldar musste einigen Schaden einstecken, es war aber nicht genug, um ihn zur Strecke zu bringen.



      Dann stürmten die Eldar vor und ihre verfluchten Hexereien wüteten unter Leif's Eisenschädeln!



      Auch Arlf's Reißzähne mussten ihren Tribut lassen. Aber die Wut der Wölfe war ungebrochen.



      Bolter sangen ihr Lied vom Tod des Xenos, die Wölfe heulten Kriegslieder und im Zentrum der Schlacht fielen die Gardisten, als hätte sie der eisige Wind von Fenris hinweg geweht.

      Wer noch stand, wurde unter einem Wald aus Klauen, Fangzähnen und Blut in Stücke gerissen



      Auch auf der rechten Flanke spürten die Eldar die heiße Wut der Wölfe. Einer der ihren fiel im Feuer der Bolter und Wellen heißen Plasmas, ein weiterer wurde unter dem Gesang der Kettenschwerter schwer verwundet.



      Björn und seine Mannen stürmten auf die große Gedenkplatte im Boden, doch der verfluchte Psi-Magier der Eldar entzog sich ihnen. Auch auf der rechten Flanke lösten sich die Xenos aus dem Nahkampf, während ihr Läufer und ein Boneseer (?) Björn und seine Wölfe von hinten angreifen wollten.



      Und wieder konnte der Farseer zuschlagen und drei Wölfe gingen unter der Wucht des Psi-Schlags zu Boden!



      Doch damit nicht genug, er schaffte es auch noch mit seiner Hexerei die Reflexe der Wolf Guard zu beeinträchtigen.



      Dadurch konnte das Geschütz der Eldar mitten unter die Brüder feuern und einen hohen Blutzoll fordern!



      Auch auf der rechten Flanke gelang es den Eldar Arnulf und seine Wölfe schwer zu treffen.



      Doch die Wölfe gaben sich nicht geschlagen. Björn, Henigs und der letzte der Guard wandten sich dem Gegner in ihrem Rücken zu, Arnulf befahl sein Rudel in Reihe.



      Hengis gelang es den Bonesinger der Eldar mit seine Psi-Kräften zu töten.



      Dann stürmten alle Wölfe in den Nahkampf. Der letzte Wolf Guard wurde im Abwehrfeuer des Eldar-Läufers getroffen.



      Und auch Hengis fiel schwer verwundet zu Boden! ( 7 Wunden) Aber Björn schlug auf den Riesen der Eldar ein und verbiss sich im Nahkampf.


      Und wieder zogen sich die Eldar zurück.



      Der Farseer konnte diesmal Björn zuerst mit einem Schmetterschlag verletzen, und anschließend auch noch seine Reflexe verlangsamen!



      Auch auf der rechten Flanke mussten Verluste hingenommen werden.



      Und dann fiel Björn schwer verwundet zu Boden! ( 11 Wunden)



      Der Farsser der Eldar öffnete mit seinen Psionischen Kräften die Bodenplatte und entriss das Artefakt seinem uralten Gefängnis. Direkt danach verschwanden die Eldar.



      »Die letzten Wölfe - Die Saga von Björn Langbein« Teil II




      Stimmen.


      Stimmen in der Dunkelheit.


      »Da vorne!«


      »Bei Russ! Er atmet noch!«


      »Hebt ihn hoch und bringt ihn in Sicherheit.«


      Die dunkle Welt schwankte.


      Rauschen.


      Kälte.


      War er zu Hause auf Fenris?
      Er wurde herabgelassen. Wieder eine Stimme im finsteren Nichts.


      »Gebt ihm Zeit. Versorgt die Wunden. Wenn er wieder zu Sinnen kommt, will ich ihn sprechen.«


      Zeit wurde zu Wind, Wind wurde zu Zeit.
      Das Bewusstsein klärte sich langsam.


      »Er erwacht.«


      »Gut.«
      Schritte in der Dunkelheit, die näher kamen.


      »Mein Lord?«


      Er öffnete die Augen und blinzelte gegen das grelle Licht über ihm. Ein Grey Hunter, dem Aussehen nach, beugte sich über ihn. »Mein Lord, ich bin Wulfgar Hammerfaust. Ich führe die letzten Wölfe auf Antarus IV an.«
      Das Bewusstsein fixierte sich und der Körper antwortete.
      »Ich bin Björn Lanbein.«

      Warhammer 40K Armeen:
      3000 Space Marine
      2500 Craftwold