Auf verlorenem Posten [WFB 5. Edition] - Ein bretonischer Hofstaat auf dem Weg zum letzten Gefecht

  • Ja, es ruht. Ich dachte, ich finde Gleichgesinnte und wir spornen uns gegenseitig an. Im Kollektiv ist Motivation und vor allem Disziplin für mich einfacher.
    Vielleicht starte ich die Aktion aber noch einmal; zum Beispiel zum Jahresbeginn 2019. Wenn ich das durchhalten würde, wäre die erste Kiste nach einem Jahr um 52 bemalte Ritter reicher. (Träum...)

    Vielleicht kann ich Dich ja schon vorher dazu inspirieren wieder etwas für Deine Ritter zu tun? :)


    Wenigstens erstmal einen?


    Ich leg' einfach mal vor und lasse den verschollenen Herrn meines Hofstaates zurückkehren, um nach dem Rechten zu sehen.




    Bisher hat sich auch schon was getan. Der Rote Antoine hat nämlich ganz schön Probleme in den Sattel zu finden...

    Beine zurechtbiegen war leider nicht drin, da das Metall ziemlich massiv ist und ich mit roher Gewalt wohl am Ende nur ein Desaster fabrizieren würde. :pfeil:


    Also hab ich kurzerhand Greenstuff zur Hand genommen und ihm einen erhöhten Sattel spendiert. Das sieht ganz annehmbar aus, denk ich. Außerdem sitzt er so hoffentlich auch sicherer im Sattel als ohne.

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  • Gaston schnaufte als er - seiner kleinen Spähergruppe voran - den steinigen Hang empor stieg. Wattierte Jacke und Kettenhemd waren keine gute Wahl, wenn man wie hier in den Bergen umherkraxelte. Nun wünschte er sich, er wäre geistesgegenwärtiger gewesen und hätte sich seines Rüstzeuges entledigt, bevor sie aufgebrochen waren. Nachdem die Belagerer sich in gebührendem Abstand vor den Mauern der Stadt eingegraben hatten und die Waffen schwiegen, war es ihm und seiner Gruppe aus Knappen zugefallen nach dem Rechten zu schauen, etwaige Verstärkungen zu erspähen oder verdeckte Bewegungen in Erfahrung zu bringen. Dies entsprach auch dem Auftrag mit dem ihr Herr, der Marquis de Lusignac, sie ursprünglich betraut hatte, als er sie vor einigen Wochen hierher entsandt hatte. Dass sie außerdem in einer ausgewachsenen Belagerung - Seite an Seite mit den Männern des vermissten Vicomtes - gegen höllische Zwergenmaschinen und eine ganze Batterie von Kanonen kämpfen würden, hätten sie sich zu jener Zeit noch nicht träumen lassen, ganz zu schweigen davon lebend aus solch einer Begegnung hervorzugehen. Ein kurzer Schauer von Schuldgefühlen überkam Gaston bei dem Gedanken an die Männer, welche bei den Kämpfen unter seinem Befehl umgekommen waren. Noch immer fragte er sich, ob er sie alle hätte vor ihrem Schicksal bewahren können, wenn er rechtzeitig den Befehl zur Räumung der Mauerzinnen gegeben hätte, bevor diese schließlich unter dem stetigen Feuer der Großkanonen nachgegeben hatten und in sich zusammengestürzt waren.

    Der Rest seiner Gruppe und er selbst hatten auch nach diesem traumatischen Zwischenfall noch immer weiter gekämpft und die Bresche gegen die heranstürmenden Gegner verteidigt, bis sie ins Innere der Leibeigenenquartiere befohlen wurden, um den Kampf dort fortzusetzen. Aber jede noch so heldenhafte Tat konnte sein Verantwortungsgefühl nicht zum schweigen bringen. Schwer durchatmend wischte er sich den Schweiß von der Stirn, wandte sich nach seinen Männern um und zählte sie einen nach dem anderen durch, als wären sie seine geliebten Kinder und er selbst ihre Mutter Gans.


    Gerade waren sie hinter einem hüfthohen Geröllwall in Deckung gegangen, da meldete einer seiner Männer verdächtige Geräusche, von rechts den Hang hinaufkommend. Angespannt spitzten sie alle die Ohren und Gaston nahm sogar den Helm ab, um besser hören zu können.


    Da war es, Getrappel. Die metallbeschlagenen Hufe des Tieres gaben die wohlbekannten Klick- und Kratzgeräusche von sich, während sie über das Geröll glitten und man sie auf dem sich nach oben schlängelnden Bergpfad näher kommen hören konnte. Es klang wie ein einzelnes Tier, dachte sich Gaston. Vielleicht ein Späher? Dafür klangen die Tritte beinahe schon zu schwer. Ein einzelner Ritter des Feindes vielleicht? Unwahrscheinlich, wenn sich nicht der Rest seiner Mitstreiter die Haxen im tückischen Terrain der Berge gebrochen haben mochte und er dennoch allein gekommen war. Vielleicht mochte es aber auch ein Verbündeter sein? Gaston warf seinen Männern einen ernsten Blick zu und die Knappen machten augenblicklich ihre Bögen bereit. Wenn es ein schwer gepanzerter Feind sein sollte, würden sie seine Rüstung vielleicht nicht durchdringen können, aber ein stürzendes Pferd wäre hier oben wohl nicht weniger gefährlich als ein Pfeil in Brust oder Kehle.


    Voller Spannung harrten die Männer und schärften die Blicke in Richtung des schmalen Weges, als plötzlich im Grau und Grau der Steine Bewegung auszumachen war.



    [Fortsetzung folgt...]

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  • Erst war ein strahlendes Gelb auszumachen, dann Rot, Weiß, der Glanz von poliertem Stahl und zum Schluss ein Schwarz, so düster wie die tiefste Nacht. Gastons Augen weiteten sich in Unglauben, als er innerhalb dieses komplexen Kompositionsspiels die Farben des verschollenen Vicomtes erkannte, dessen Hofstaat sie zu Hilfe geeilt waren.


    "Le rouge...", ging es ihm über die Lippen und drei seiner Männer blickten ihn fragend an, bevor ihre Augen sich wieder dem nahenden Reiter zuwandten. Sogleich befahl Gaston ihnen die Waffen zu senken. Dann richtete er sich zu voller Größe auf und winkte dem Ritter vom Steinwall her zu. Nach einigen Sätzen der Erklärung legte sich die anfängliche Spannung auf beiden Seiten und es stand schließlich fest, der lang vermisste Vicomte war wieder in die Heimat zurückgekehrt. Keine Minute zu früh.



    Antoine "le rouge" Rochefort - Vicomte de Sanglac




    Einige Erklärungen zu Antoines Heraldik und deren Entstehung findet ihr bei Interesse hier, in der Bildunterschrift innerhalb der Galerie.

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