[WFB 5. Edition] Schlachtberichte aus der Alten Welt

  • [Imperium & Zwerge vs. Skaven & Tiermenschen - (4x) 1,000 Punkte - Warhammer Fantasy 5. Edition mit Hausregeln]


    - 2426 I.K. -



    Bei der Plünderung eines abgelegenen Gehöfts, muss eine kleine Überfallgruppe - bestehend aus Skaven und Tiermenschen - feststellen, dass eine Abordnung der noch im Aufbau befindlichen Ingenieurs-Gilde von Nuln gerade Tests in der Umgebung abhält. Auf dem Prüfstand befindet sich gerade eine neue Art Kanone, welche mithilfe der Zwerge entworfen und umgesetzt wurde.


    Während Ungors über die Behausungen und Ställe herfallen, sehen sich die Skaven einer Artillerie-Abteilung und den Begleitern der Zwergischen Ingenieure gegenüber. Darunter befinden sich die weltberühmten "Hammerwerfer von Karak Norn" und je eine Abteilung Cosplay-verrückter zwergischer Klankrieger sowie Armbrustschützen.


    Im Gehöft empfängt man die überraschenden Besucher.


    Der neunläufige Prototyp läuft warm und die Gors setzen sich in Bewegung, um das Spektakel "hautnah" mitzuerleben. (Eine - wie sich herausstellen soll - mäßig gute Idee, da der Großteil der anderen Gors in jenem Moment lieber rangeln will und sich deshalb leider nicht dem "Spaß" anschließen kann.)


    Die Ungors schließen sich dem freundlichen Rattenoger Roger an, um bei der Feldarbeit zu helfen.


    Den "Hammerwerfern" wird heimgeleuchtet. (Ein erhellender Moment.) Unterdessen studieren die Assassinen in Ausbildung (unten links) die zwergische Ingenieurskunst. Die Elfen- Zwergen-Klankrieger kommen dazu, um ihre Kostüme vorzuzeigen. (Die Gossenläufer fühlen sich ein wenig schäbig.)


    Der Gyrokopter Pilot (oben links) zündet sich seine Zigarre an, während er noch darüber grübelt, wem er denn am Besten eine Bombe auf den Kopf werfen soll. (Eine - wie sich später herausstellen soll - ebenfalls folgenschwere Entscheidung.)


    Der Neunläufer legt an und lässt's knattern.


    Wenn ein Warlock den Genuss von Warpsteinhappen nicht gewohnt ist, kann es ganz gut sein, dass er schnell mal zur "Wildsau" wird, um sich schlägt wie nichts Gutes, unzählige befreundete und verfeindete Leben auslöscht und eine dicht umkämpfte Flanke plötzlich so (leer) aussieht. Die Jezzails hatten, von ihrer erhöhten Position aus, die beste Sicht auf diese Wendung der Schlacht. ("Skaviger" hätte es kaum laufen können!)


    Auf der anderen Seite des Feldes hatte währenddessen der Heldenhammer zugeschlagen und die Gors zur Flucht gezwungen. Da Gors - im Beisein ihres Häuptlings - nicht flüchten, endete die Sache in einem Gemetzel und die Imperiale Hellebardier-Kompanie machte sie alle nieder. (Nicht ohne selbst Verluste einzustecken.) Im Gegenzug hatte der Rest der Gors doch endlich das Rangeln aufgegeben. Die Bombe des Gyrokopterpiloten zündete (noch im Cockpit) und es gab ein bombastisches Feuerwerk, welchem zwei der Gors deutlich zu nah beiwohnten! Kurz darauf beschlossen die verbleibenden Gors, den zwergischen Armbrustschützen zu stecken, was sie von ihren Cosplay-Kostümen halten. (Die Sache ging nicht gut für die Elfen Zwerge aus.) Der Streitwagen mähte die Besatzung der komplett verstopften Salvenkanone nieder und machte sich bereit die Rache der Hellebardenträger über sich ergehen zu lassen. (... dazu sollte es aber nicht mehr kommen.)

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  • Gerade als die "Hammerwerfer von Karak Norn" die geleistete Feldarbeit der Ungors und des Rattenogers begutachten wollten, ging die Sonne unter und alle sagten sich lieb Gut' Nacht, bevor sie nach Hause zurückkehrten.



    @Masterpainter Vielen herzlichen Dank für den gastlichen Empfang, das wunderprächtige Spiel und den durchweg schönen Abend! :)

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  • Interessante Base welche der ROger besitzt...

    Ist die reguläre 40er Base. Da steht nur sein Kindermädchen Bändiger dran, deshalb sieht es so außerirdisch aus.


    Was genau hat der Warlock da angestellt nur weil er den Happen nit vertragen hat?

    Wenn er sich am Warpstein verschluckt, wird er augenblicklich zu einer Chaosbrut, die alles angreift was sie berührt, dann macht sie (noch mitten in der Magiephase) eine Zufallsbewegung und wütet weiter. Richtig übel!


    Daraufhin ist die gesamte rechte Flanke auseinandergebrochen.

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  • Nein ich habe zu danken dafür das du den weg auf dich genommen hast mich hier im Hinterland zu besuchen. Es hat wahnsinnig Spaß gemacht und es freut mich dich mal persönlich getroffen und
    Kennengelernt zu haben. Bei Interesse wird das gerne wiederholt. Die Kinder des Chaos sind sehr willkommen.

    alea iacta est

  • Wahnsinn! Die 5. war super! Die Gossenläufer waren damals echte Bestien, genau wie die Sturmratten, die sogar S4 hatten.

    Die Gossenläufer haben ihren Job sehr gut erledigt und der gesamten Armee ein Donnerwetter erspart. Danach sind sie so geschickt um die Gegner herumgehuscht, dass sie nicht einmal angegriffen werden konnten. Und zwischendurch haben sie immer schön mit den Wurfsternen um sich geworfen. (Am Ende der Schlacht waren sie immer noch auf dem Feld.)


    Ihr müsst das wiederholen!

    Wir haben's vor, ja. :D


    Kann man eigentlich den Trefferwurf von NK-Attacken soweit modifizieren dass man schlechter als 6+ treffen kann, ähnlich wie bei Beschuss?



    Das Mal des Nurgle in Verbindung mit der Rune der wahren Bestie könnte eine ganz gute Kombination gegen die ganzen Monsterhorden der Echsenmenschen darstellen...

    7./8. Edition? Nee, da geht es, im Nahkampf, nicht weiter nach unten als 6. (Allgemein gilt da ja: 1 = immer Misserfolg; 6 = immer Erfolg)


    In der 5. Edition ist das nicht ganz so. Treffen ist immer irgendwie möglich, Verwunden aber nicht (unbedingt). (Sobald der Widerstand mehr als 2 höher ist, als die Stärke, kann man nicht mehr verwunden. z.B.: S4 kann W7 und höher nicht verwunden.)

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  • @Calgar Ich hoffe wir sehen uns demnächst wieder auf dem Schlachtfeld!? :)


    Im Nachgang nochmal meinen Glückwunsch zu den erfolgreichen Geschütz-Tests! (Siehe Bericht oben.)
    Die werten Herren Ingenieure können sicher eine neue, bessere Höllenfeuersalvenkannone bauen... :D


    Bist Du wieder mit am Start? Wenn ja, mit welcher Armee?

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  • Moje,


    das sollte sich bestimmt einrichten lassen.
    Allerdings möchte ich im Winter keine großen Strecken mehr zurücklegen, womit wir uns dann eher im Frühjahr wieder boxen werden.
    Es sei denn Du möchtest mal vorbeikommen und mit mir zusammen Dantes Imperium verkloppen. ^^
    Den Bericht hatte ich neulich schon gelesen. Ich stalke dieses Forum ja schon eine geraume Weile.


    An Armeen kann ich bisher nur (in mehr oder weniger spielbaren Größen) Imperium, Oger und Chaoskrieger anbieten.

  • [Irgendwo in einer bretonischen Provinz, in den grauen Bergen, nahe der Grafschaften des Imperiums...]


    Conan – genannt "Der Wilde", altgedienter Held des Imperiums und vertrauter Waffenmeister seines Herrn Grafen - hatte von seinem Spion Gangolf glaubwürdige Nachricht erhalten, dass der verfluchte Hexenmeister Heinrich Kemmler sich in einer unweit gelegenen Burg in einer bretonischen Grafschaft aufhalten solle. Schnell hatte er seinen Herrn davon überzeugt, dass sie handeln müssten, um diesen Teufel vom Angesicht der Erde zu tilgen. Einen alten Waffen-Eid einfordernd, wand sich der Graf an den Zwergen Thain Durin Graumähne und so ließen beide Parteien umgehend mobilmachen. Gemeinsam würden sie auf der Stelle dem verhassten Erzfeind die Stirn zu bieten. Mit einer ganzen Batterie schwerer Geschütze, begleitet von Infanterie und einem Pulk wildentschlossener Flagellanten, machten sie sich auf den Weg über die Berge, hin zu jener Burg, in welcher der Nekromant sich versteckt hielt.





    Auf Seite der Bretonen stellte sich die Sache, wie so oft, gänzlich anders dar. In Anbetracht der Tatsache, dass ihr Burgherr Antoine schon seit geraumer Zeit verschollen war und ein beträchtliches Machtvakuum hinterlassen hatte, befanden sich die Bewohner der Feste in einer äußert schwierigen Lage. Die Knechte waren verstritten und hatten sich in unterschiedliche Lager aufgeteilt. Die Einen, zu ihrem aller Wahrscheinlichkeit am Königshof in Ungnade gefallenen Herrn stehend, fanden sich in Opposition zu jenen, welche davon überzeugt waren, dass der König alsbald das Lehen an einen neuen Ritter vergeben würde, welchem sie in vorauseilendem Gehorsam die Treue schenken wollten. Dann waren da noch die Furchtsamen, welche sich ausschließlich hinter den König stellen wollten und deshalb fortan seine Farben trugen. Als wären diese Zwistigkeiten nicht genug, fuhren die verfluchten Nachbarn aus dem Imperium nun mit einer Invasionsstreitmacht auf, um sich ihre Ländereien anzueignen. Selbst die Zwerge schienen vor einer solch ehrlosen Tat nicht zurückzuschrecken und standen mit ihnen Seite an Seite.


    Louis und Guy - die Anführer unter den Knechten - befahlen umgehend zu den Waffen, um sich dem Aufmarsch des Feindes entgegenzustellen. Es galt die Heimat zu verteidigen, ebenso wie das Leben von Antoine's Frau - der Burgdame Lucia - sowie das ihrer eigenen Familien und Freunde.



    Schließlich wurde auf Seiten der Angreifer die schweren Ungetüme von Geschützen in Stellung gebracht. Ihre Zahl war erschreckend, ebenso wie die Größe des gegnerischen Heeres. Guy musste erkennen, dass sie vor den Mauern weder auf Ruhm noch auf ihr Überleben hoffen durften. Ein Blick seiner Burgdame genügte und sein Entschluss stand fest. Er gab den Befehl und die Männer begannen sich in das Innere der Feste zurückzuziehen. Louis warf ihm daraufhin einen abfälligen Blick zu. Eine solche Entscheidung passte nur zu gut zu einem Verräter, der nicht wusste auf wessen Seite er besser stehen sollte.


    Aber das Getöse welches der Wind von Seiten der Invasoren herübertrug, riss ihn aus diesen Gedanken und dann entschloss auch er sich zur Vernunft. Sie mussten ausharren bis der Feind zu ihnen käme. Dann würde die Stunde schlagen, in welcher sie ihre Heimat verteidigen würden. Im Moment müssten sie auf jeden Fall aus der Schusslinie dieser monströsen Geschütze. Es wäre an der Zeit zur Herrin des Sees zu beten. Schon bald würde der Anfang vom Ende eingeläutet werden.



    [Fortsetzung folgt...]

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  • [Irgendwo in einer bretonischen Provinz, in den grauen Bergen, nahe der Grafschaften des Imperiums...]



    [Fortsetzung folgt...]

    ich hasse diese Art des Spannungsaufbaus. Halt dich ran, wir wollen wissen wie es weitergeht.
    Aber sehr schön geschrieben und tolle Bilder. Sah sicher toll auf der Platte aus :)

  • [3,000 Punkte Imperium & Zwerge vs. 1,500 Punkte Bretonen - 5. Edition mit Hausregeln - Belagerung]




    Die Ebene vor der Festung lag in trügerischer Stille. Lediglich ein seltsames Flattern - das klang wie die Flügel eines Lindwurms, welche in viel zu schneller Abfolge auf und ab schlugen - war in der Ferne zu vernehmen. Die Bogenschützen gingen auf den Mauern und Türmen in Stellung. Sie kannten die Reichweite ihrer Waffen von den Zinnen aus ganz genau und mussten erkennen, dass der Feind sich in weiser Distanz - gerade außerhalb ihres Einflusses - postiert hatte. So warteten sie geduldig darauf, dass die Infanterie zu ihnen käme und der Befehl zum Schießen gegeben würde.


    Unten, am Burgtor, begannen sich gerade die Landsknechte ins Innere der Feste zu drängen, als ihnen Gangolf der Gewitzte - welcher sich in den letzten Tagen eher den Titel des Dorfirren zu Eigen gemacht hatte - wirr stammelnd entgegenkam. Ohne die voll gerüsteten Männer auch nur eines Blickes zu würdigen, drängte er sich an den rot- und gelb-schwarzen Schilden vorbei. Guy runzelte die Stirn und dachte nur bei sich, dass dies ganz zu dem seltsamen Gebaren passte, die der Alte auch gestern und heute Morgen schon an den Tag gelegt hatte. Er sah ihm nach, wie er aufs offene Feld rannte. Was Gangolf dabei brüllte, konnte Guy nicht mehr verstehen, zu groß war der Lärm des Tumultes, welcher sich mittlerweile um ihn herum am Toreingang gebildet hatte. Alle drangen nun zügig hinein, in den Schutz der alten Mauern. Die schweren Eichentüren unter dem Runden Torbogen waren kurz davor sich gänzlich zu schließen, da huschte eine weitere Gestalt hindurch ins Freie. Es war ein leicht gebückt laufender ältlicher Mann, in einem zerlumpten langen Mantel. Guy kannte ihn nicht und tat ihn als einen Bettler ab, welcher wohl genau wie Gangolf die Nerven verloren haben musste. Dann klappte das Tor mit einem lauten Rumpeln zu und sofort brachten einige der Knechte den schweren Querbalken an, um den Eingang zu verriegeln.



    Auf der anderen Seite des Feldes setzten sich schließlich die imperialen Truppen - allen voran die Flagellanten - in Bewegung. Die Zwerge folgten ihnen, ein wenig langsamer, auf dem Fuß. Über das Trappeln der unzähligen Füße war ein Ruf zu vernehmen und dann brach die Hölle los. Kanonen und Mörser feuerten aus allen Rohren. Pulverwolken begannen unmittelbar die Ebene vor der Festung in einen grauen Schleier zu hüllen und dann schlugen die Geschosse an den Mauern und Türmen ein. Steinsplitter flogen kreuz und quer durch die Gegend, Schrapnelle zerfetzten einige der unglücklichen Bogenschützen, als eine der Mörserladungen exakt auf ihrem Wachturm einschlug. Die Überlebenden fanden sich von den Beinen gefegt wieder, Blut lief ihnen aus den Ohren und sie nahmen allen Mut zusammen, um ihren Posten trotz des Grauens um sie herum nicht zu verlassen. Als sie ihre Orientierung gänzlich wiedererlangt hatten, überprüften sie ihre Waffen und Pfeilvorräte, nahmen sich von den Toten was sie brauchten und peilten erneut die nunmehr vernebelte Stellung ihrer Feinde an.



    Geschockt von dieser höllischen Kanonade, kam der eben noch auf die imperialen Truppen zu rennende Gangolf zu einem prompten Halt und stolperte schließlich sogar einige Schritte zurück. Als er sich umsah, erblickte er ihn, den Grund für sein anfängliches Grauen: Es war der vermaledeite Hexenmeister, vor dem er alle zu warnen versucht hatte! Keiner hatte ihm zuhören wollen. Sie waren viel zu viel mit sich und ihren Problemen beschäftigt und noch bevor er sich Gehör verschaffen konnte, hatte Kemmler sich an seine Fersen geheftet. Mit weit aufgerissenen Augen starrte er ihn nun einen Augenblick lang an. Der verfluchte Nekromant hielt, unbeeindruckt vom Feuer der Kanonen, festen Schrittes auf ihn zu. Gangolf versuchte wieder die Gewalt über seinen Körper zu erlangen und als seine Beine ihm endlich gehorchen wollten, machte er auf der Stelle kehrt. Er konnte sein Heil nur in den Stellungen der Imperialen finden. Doch da war es bereits zu spät. Sein Verfolger hatte ihn mit gnadenloser Geschwindigkeit eingeholt und Gangolf spürte, wie ihm ein lähmender Schmerz durch Rücken und Glieder strömte. Dann wurde ihm schwarz vor Augen.



    Mit einem diabolischen Lachen löste der Hexenmeister sich in einen grau-schwarzen Nebel auf, nachdem er den unglücklichen Gangolf in eine abscheuliche Chaosbrut verwandelt hatte. Dieses Spektakel blieb vom imperialen Kommandostand aus fast gänzlich unbemerkt, da man von dort aus kaum durch den schießpulverschwangeren Nebel spähen konnte. Lediglich das Splittern von Stein am bretonischen Mauerwerk verriet den Schützen im Moment noch, dass sie gut gezielt hatten. Aber auch die Zwerge ließen sich nicht lumpen und es sollte sich auszahlen, dass sie mit Geduld und Konzentration Maß nahmen, bevor sie die Lunte ansteckten. Es bedurfte nur eines einzigen gut platzierten Schusses aus der kleinen, bulligen Kanone und das hölzerne Tor explodierte in tausende kleiner Splitter. Die dahinter befindlichen Landsknechte unter Guys Befehl wurden allesamt von den Beinen gefegt und nur ihre Rüstungen und Schilde bewahrten sie vor Schlimmerem, angesichts der umherfliegenden Einzelteile. Hätten die Zwerge nur ein wenig tiefer gezielt, wären die Bretonen nicht so glimpflich davongekommen.


    In den Ohren der Landsknechte pfiff es wie verrückt und Guy hatte seine liebe Mühe sie wieder auf ihre Beine und in Formation zu kommandieren. Schließlich schlossen sie aber wieder die Ränge und rückten eng zusammen, angesichts des gähnenden Loches, wo eben noch ihr Burgtor gewesen war.



    Ein weiteres Mal sollte den Zwergen ein solches Kunststück nicht gelingen, zumindest nicht sofort. Dafür sorgte ausgerechnet Bretonisches Landbier, welches zur Feier des eben erzielten Treffers gereicht wurde und beim überschwänglichen Anstoßen die eben angebrachte Lunte der Kanone direkt wieder unbrauchbar machte. Beschäftigt mit Trinken und Zündschnurersetzen, brauchten die Zwerge etwas Zeit um wieder einsatzfähig zu werden.


    Ein Bote berichtete Conan indessen vom Erfolg der zwergischen Kanonenbesatzung und sogleich trieb er die eigenen Kanoniere dazu an gefälligst mehr als nur ihr Bestes zu geben. Erneut nahmen sie die Mauersektion nahe dem Ostturm unter Feuer, auf welcher Gaston mit einer Gruppe von neun Knappen in Stellung gegangen war. Den ersten Treffer steckte das Gemäuer noch ohne Probleme weg, aber je öfter die Imperialen feuerten, desto stärker erschütterten die Geschosse den mächtigen Wall. Schließlich zitterte der Boden unter den Füßen der Knappen und Steinsplitter flogen überall umher, als eine der Kanonenkugeln einen massiven Teil der Zinnen wegriss. Gaston hatte zwei seiner Männer verloren und musste seine Situation gründlich überdenken. Hier oben hatten sie nun keine Deckung mehr und im Nebel des Feldes unter ihnen konnte er bereits größere Gruppen von Kriegern herannahen sehen. Kurzentschlossen gab er den Befehl diesen Teil der Mauer zu verlassen und im Hof in Stellung zu beziehen. Keine Sekunde zu spät, da hinter ihnen bereits die nächsten Geschosse einschlugen und weiter Teile des Wehrganges komplett vernichteten. In Ehrfurcht schaute der Gruppenführer der Knappen nach oben, auf das bebende Gemäuer.


    Am Westturm erging es den Bogenschützen indessen nicht viel besser. Alles hatte damit begonnen, dass sie das eigenartige Geräusch der schnellen Flügelschläge - welches sie bereits vor Beginn des Gefechtes in der Ferne vernehmen konnten - wieder über das Donnern der Geschütze hinweg ausmachten. Es war nun nähergekommen und wirbelte den Nebel auf, welcher vom Boden her aufstieg. Sprachlos schauten die Bretonen drein, als schließlich eine Art grüner Flugmaschine mit hoher Geschwindigkeit aus der grauen Dunstwand vor ihnen herausbrach und genau auf sie zu hielt. Noch bevor sie die Sehnen ihrer Bögen spannen konnten, schoss heißer Dampf aus dem Gefährt auf sie nieder und acht glücklose Bretonen gingen unter erbärmlichen Schmerzensschreien zu Boden. Auf dem nächstgelegenen Turm hatte man gesehen was geschehen war und augenblicklich legten die Bogenschützen auf die teuflische Gerätschaft an. Beinahe alle der Pfeile prallten nutzlos von der metallenen Hülle des Fliegers ab und nur einer trag den zwergischen Piloten. Leider schlug die Pfeilspitze direkt in dessen Kopf ein und richtete somit keinen nennenswerten Schaden an. Die Bretonen begannen hastige Stoßgebete an die Herrin des Sees zu richten, als sie mit ansehen mussten wie der Bolide nun auch auf sie zu hielt.


    Am Torhaus brach ebenfalls erneut die Hölle los, als die von Kemmler entfesselte Chaosbrut sich dazu entschied den Weg direkt zurück in die Burg zu nehmen. Guy brüllte seinen Landsknechten wilde Befehle entgegen und so hatte kaum einer von ihnen Zeit zu realisieren wie angsteinflößend diese Bestie doch war, welche da auf sie zuhielt. Alle rückten enger zusammen und bereiteten sich auf den Aufprall vor. Gleich darauf brach die Brut durch das was vom Tor noch übriggeblieben war und hieb auf die Männer ein. Guy warf sich der Ausgeburt der Hölle entgegen und parierte ihre Attacken, dann schlug er zurück und versetzte ihr einen tiefen Stich in die Brust. Unter Heulen krümmte sie sich und schlug wild mit den missgebildeten Armen.


    Auf Seiten der Zwerge hatte man dieses Schauspiel mit großem Interesse verfolgt und ihr Befehlshaber gab nun schließlich das Kommando erneut ins Torhaus zu feuern. Augenblicke später verließ ein weiteres tödliches Geschoss die gedrungene Zwergen-Kanone, um ihr Ziel inmitten des Toreinganges zu finden. Die dort ringenden Landknechte wurden mit Blut, Gewebefetzen, Schleim und Knochen übersät, als die Chaosbrut vor ihnen von der Kanonenkugel regelrecht zerrissen wurde. Auf beiden Seiten des Schlachtfeldes gab es Jubel, bevor sich die Landsknechte eines Besseren besannen und lieber aus der Schusslinie manövrierten.


    Gaston hielt seinen Helm fest, als schließlich eines der tödlichen imperialen Geschosse neben ihm eine Bresche in die Mauer schlug.



    Conan nickte seinen Schützen wortlos zu, um sie weiter feuern zu lassen und schon gingen sie wieder ans Werk. Während die Bretonen von allen Teilen der Mauern und Türme die herannahenden Truppen konstant unter Beschuss hielten, gab es nichts was die Zwergen-Flugmaschine davon abhalten konnte die nächsten sieben Bogenschützen mit heißem Dampf zu verbrühen. Unter Schreien der Qual wanden sie sich auf dem nassen Gestein der Turmspitze, welche kein Entkommen zuließ. Weiter östlich brach die Mauer vor Gaston nun gänzlich ein. Die in Erwartung herannahender Feinde hinzugeeilten Landsknechte wurden ebenso Opfer des Steinhagels wie Gastons Männer. Je sechs von ihnen wurden auf der Stelle erschlagen oder so schwer verletzt, dass sie niemandem mehr eine Hilfe waren. Der Rest hievte sich wieder auf die Beine und Gaston brüllte seinen Widerstand gegenüber den verfluchten imperialen Geschützen heraus, bevor auf dem Turm neben ihm eine erneute Mörserladung niederging. Körperteile flogen in hohem Bogen herab. Die Ohren der Näherstenden waren so taub von den Einschlägen, dass keiner die Schreie der Sterbenden vernehmen konnte.



    Am Westturm entbrannte ein verzweifelter Kampf ums Überleben, als die letzten verbliebenen Bogenschützen von überall her Pfeile auf den Zwergen Gyrokopter niederregnen ließen. Die Maschine schien unverwundbar und abermals prallten alle Geschosse von der Metallhülle ab, ohne irgendeinen Schaden anzurichten. Gerade als die Schützen alle Hoffnung fahren lassen und fliehen wollten, war es der letzte verbliebene Bogner des Westturmes, dessen Pfeil sein Ziel finden sollte. Mit einem Gebet an die Herrin des Sees auf den Lippen ließ er die Sehne los und das Projektil bohrte sich tief in die Schulter des Piloten. Unter Schmerzen verzerrte dieser sein Gesicht und lehnte sich nach links. Dabei verriss er den Steuerknüppel und der Gyrokopter ging wie ein Komet zu Boden. Er schlug unmittelbar vor einem Regiment zwergischer Armbrustschützen ein, welche sich unter einem Hagel von Pfeilen zum Tor vorgekämpft hatten. Die Flugmaschine explodierte in einem imposanten Feuerball und ließ die Anwesenden für einen Moment erstaunen und erstarren, bevor sie sich wieder dem Kampf um das eigene Überleben widmeten.



    Hinter dem Torhaus ordnete Guy an, dass sich die Männer verteilen sollten, um hindurchströmenden Angreifern in die Flanken fallen zu können. Hier würden sie stehen und kämpfen, bis zum bitteren Ende. Gerade als er das dachte, war auf einmal ein diabolisches Lachen im Wind zu vernehmen und Lady Lucias Pferd begann zwei Schritte zurück zu tun, einen Anflug von Panik in den Augen. Verwundert sah Guy hinauf zu seiner Herrin und erschrak, als er ihren leeren Blick aus rabenschwarz glänzenden Augen sah. Lucia hob die Arme und augenblicklich lösten sie und ihr Reittier sich in teerfarbenen Rauch auf. Guy schrie auf und seine Männer blickten sich suchend um.


    Wieder ertönte das infernalische Lachen im Wind und die starken Böen trugen viele der Pulvernebelschwaden auf dem Feld vor der Burg davon. Auf den Zinnen über dem Torhaus hatten die dort verbliebenen Bogenschützen nun Sicht auf die imperiale Artillerie-Stellung, welche einen Moment lang zu feuern aufgehört hatte. Anstelle von Mündungsfeuer sahen die Bretonen dort nun eine unnatürliche schwarze Rauchwolke - gleich jener, welche Lady Lucia verschluckt hatte. Die Besatzungsmitglieder der Kanonen gerieten in Aufruhr, als mit einem riesen Satz Max - das Pferd von Lady Lucia, leicht zu erkennen an seinem strahlend roten Samt-Überwurf - auf sie zusprang. Auf seinem Rücken trug er seine Herrin, welche eine Klinge schwang, deren Licht weithin zu sehen war. Sofort teilten die Bogenschützen den Männern unten am Tor mit, was sie eben erblickt hatten und Guy konnte kaum glauben was er da hören musste. Hin- und hergerissen zwischen seiner Pflicht, hier mit den Männern zu kämpfen, und dem Verlangen seiner Herrin zu Hilfe zu eilen, rang er mit sich selbst. Dann lief er schnurstracks die Treppen zu den Zinnen hinauf, um selbst zu sehen was in der Ferne vor sich ging.



    Conan „Der Wilde“ glaubte, dass eines der umstehenden Pulverfässer explodiert sei, als sich die riesige schwarze Wolke schlagartig neben ihm ausbreitete. Erst als ein mächtiges Schlachtross mitsamt atemberaubend schöner Reiterin daraus hervorbrach wurde ihm klar, dass er es hier mit einer Art Magie zu tun haben musste. Er wich den Hufen des schweren Reittieres aus und hob seine Streitaxt zum Schlag. Auch dem Schwertstreich der holden Dame wich er aus und konnte sich dabei ein Grinsen nicht verkneifen. Dann schwang er sein langstieliges Beil und schlug der Reiterin mit der flachen Seite des Axt-Blattes in ihre ungedeckte Flanke. Die schwarzhaarige Schönheit stöhnte unter Schmerzen auf, während sie nach Luft rang. Conan hatte nicht vor sie zu töten. Zum einen widerstrebte es ihm solch eine Schönheit in blutige Klumpen zu verwandeln und zum anderen hatte er noch keine Beweise dafür, dass sie tatsächlich mit dem Hexenmeister im Bunde war, wegen dem sie hierhergekommen waren. Er entschloss sich also sie lediglich unschädlich zu machen und nach der Schlacht zu vernehmen.


    Max, das treue Reittier, verteidigte seine Herrin eisern und trat wie wild nach Conan aus, der sich behände nach links und rechts bewegte. Lady Lucia hatte ihren Atem wiedergefunden und ebenso ihr Bewusstsein. Sie hatte keine Ahnung was sie hier draußen, hinter feindlichen Linien, tat. Gerade eben noch hatte sie sich hinter sicheren Steinmauern befunden, umringt von Landsknechten, welche geschworen hatten sie mit ihrem Leben zu verteidigen und nun stand sie hier allein einem barbarisch anmutenden Hünen gegenüber, welcher eine zweiblättrige Streitaxt schwang und sie dabei höhnisch angrinste. Beflügelt vom stechenden Schmerz in ihrer Seite stach sie mit der Klinge ihres Schwertes zu und schnitt dem langhaarigen Rüpel dabei in die Schulter.


    Conan biss die Zähne zusammen, als ihm der kalte Stahl ins Fleisch biss. Die Axt fühlte sich plötzlich verteufelt schwer an und sein Arm machte nicht den Anschein als wolle er ihm bei einem erneuten Schwingen der Waffe behilflich sein. Instinktiv tat er das Naheliegende und führte den langen Stiel seines Beils zum Stoß gegen die wehrhafte Bretonin. Die Attacke kam schnell und kraftvoll. Lucia hatte keine Chance so hoch zu Pferde auszuweichen oder zu parieren. Der hölzerne Schaft traf sie an der Stirn und ihr fiel die goldene Krone aus dem rabenschwarzen Haar. Sie wurde augenblicklich ohnmächtig und sackte im Sattel zusammen. Um ein Haar wäre sie zu Boden gefallen, aber instinktiv drehte ihr Pferd sich in die Richtung ihres Schwerpunktes und stob davon, noch bevor Conan ihnen nachsetzen konnte. Er fluchte still und verbiss sich den Schmerz, welcher in seiner blutenden Schulter pochte, während er dem davongaloppierenden Reittier hinterhersah.



    Auf der Mauer war vielen der Verteidiger nicht entgangen was ihrer Herrin soeben zugestoßen war. Furcht ergriff die Männer. Aber ihre Anführer brüllten ihnen wieder Disziplin ein und so hielten sie fast ausnahmslos die Stellung, während das Geschützgewitter erneut über sie hereinbrach.


    Guy schwankte zwischen Hoffnung und Sorge, als er das prachtvolle Ross mitsamt seiner ohnmächtigen Herrin davonreiten sah. Sein Herz fühlte sich an, als habe ein Eisenhandschuh es in seinem unbarmherzigen Griff. Sofort hastete er die Treppen zum Burghof wieder hinunter und befahl einem Teil seiner Getreuen ihm zum verborgenen Seiteneingang in der Burgmauer nach draußen zu folgen. Sie würden sofort losziehen, um Lady Lucia in Sicherheit zu bringen.


    Louis sah seinem Rivalen mit einem missmutigen Blick nach, wurde aber von den Schreien der herannahenden Zwerge und Flagellanten aus seinen Gedanken gerissen, als diese durch den steinernen Rundbogen des Tores lauter und lauter erschollen. Dann befahl er seinen Gelb-Schwarzen sich bereit zu machen und die Männer senkten die Speere, bereit zum letzten Gefecht.

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  • Heute schaffe ich den nicht mehr, aber der Link ist abgespeichert!
    So etwas lasse ich mir doch nicht entgehen! :D:thumbsup:

  • Donnerwetter, was für ein genialer Fotoroman :thumbsup:
    Vielen lieben Dankl für deine Mühen, @Merrhok! Das hat richtig Spaß gemacht <3

  • Danke an Euch alle für die zahlreichen und lieben Kommentare sowie die "grünen Bonbons"!


    :sdanke:


    Und ganz besonderen Dank auch nochmal an den Gastgeber, @Masterpainter! Es war ein wunderschöner Samstag, im Hobbyhimmel. :hihi: Natürlich danke ich auch Christian, für den neuen Seiteneingang in der Burg und die vielen Einweihungsgäste, die er vorbei geschickt hat! :whistling::D


    P.S.: Ghorhok war echt sauer, dass ich ihn nicht aufs Feld gelassen habe! Aber endlich mit den Bretonen zu spielen, war mir schon lange ein Anliegen. Das Szenario hat auch wie die Faust auf's Auge gepasst, finde ich. (Ich hoffe das habt ihr ähnlich empfunden!)

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