So hier ist die erste Story! Möchte Meinungen darüber hören, muß sie aber in zwei Teile splitten:
„Glaubst du, dass er tot ist?“ fragte Rainer als er auf den regungslosen Körper schaute. „Red keinen Blödsinn, so´n Schlag auffem Kopf hat noch keinem geschadet …“ antworte Willem etwas unsicher. „Der sieht gar nicht so gefährlich aus wie alle erzählen, was sollen wir jetzt eigentlich mit ihm machen?“ Rainer setzte sich auf den Stuhl in dem kleinen Raum, der als Gefängnis dienen sollte. „Soweit ich weiß sollen wir nur dafür sorgen, dass er die nächsten drei Tage nicht Herrn Von Reichsdorf nachstellen kann, aber mehr hat mir Kurt nicht erzählt!“ erwiderte Willem schulterzuckend, während er den Bewusstlosen auf das Strohlager zog. In diesem Moment betrat eine weitere Person den Raum und blickte mit leichtem Entsetzen auf die Szenerie. „Habe ich euch Idioten nicht gesagt, dass ihr diesen Priester fesseln sollt!“ fauchte der Neuankömmling Rainer und Willem an. „Ja schon, aber er ist doch bewusstlos, Kurt, und glaubst du wirklich, dass er so gefährlich ist, wie uns gesagt wurde, er ist schließlich nur ein Priester. Ich denke…“, setze Rainer gerade an, wurde aber sofort von Kurt unterbrochen. „Ich kann mich nicht erinnern dich fürs Denken zu bezahlen, oder? Ich bezahle euch dafür, dass ihr das tut, was ich euch sage, also fesselt ihn und kommt dann zu mir, ich will euch die anderen vorstellen!“ „Welche anderen??“ wollte Willem verblüfft wissen. „Das werdet ihr gleich sehen und jetzt los!“ Kurt, ein großer stämmiger Mann mittleren Alters, verließ den Raum und sogleich begann Rainer damit die Hände des Priesters auf dessen Rücken zu fesseln. „Ich würde gerne wissen, was das für andere Typen sein sollen? Bis jetzt haben wir jeden Auftrag auch ohne Hilfe erledigt...“, grummelte Willem missmutig. „Außerdem habe ich keine Lust meinen Anteil mit irgendwelchen Dahergelaufenen zu teilen“, stammelte Rainer mehr zu sich gewandt als zu Willem. Als ihre Arbeit getan war betrachteten sie diesen Gottesmann, von dem es viele Geschichten gab, die aber eher nach Märchen klangen, denn wie sollte ein so kleiner Kerl einen ganzen Chaoskult alleine ausheben können. Er war schließlich gerade Mal 1,70 groß, hatte kurze schwarze Haare und zwei Narben, eine an der Stirn und die andere unterm rechten Auge, im Gesicht. Und stämmig war er bei weitem nicht im vergleich zu Rainer, der als Schläger galt mit seinen stolzen 1.90m und seinem 100kg Kampfgewicht. Willem hingegen war eher das Wiesel der Gruppe; war 1,69m groß und nur 55 kg schwer, also alles in allem eher zerbrechlich. Aber was ihm an Kraft fehlte, das gleichte er mit Intelligenz und einem übernatürlichen Willen zum Überleben aus, was auch allgemein hin als feige bezeichnet wird. Rainer hingegen war teilweise zu doof um sich um sein eigenes Wohl sorgen zu machen. Alles was für ihn zählte war, dass der Preis stimmte. Doch Kurt hingegen vereinte beide Typen in sich und ergänzte das Ganze durch eine Prise Rücksichtslosigkeit und Loyalität seinem Auftraggeber gegenüber. In der Unterwelt Nulns hatte er einen Ruf weg, der nicht zu unterschätzen war und der ihm das eine oder andere Mal schon das Leben gerettet hatte.
So ließen sie schließlich den Schlafenden in seiner Zelle zurück, schlossen die Tür hinter sich und begaben sich in den Aufenthaltssraum. Das Versteck befand sich unter einer Schenke, die das letzte Mal vor vier Jahren von den Behörden besucht worden war, was eindeutig an den Leuten lag, die hier zum Saufen herkamen. Daher waren der Keller und die angrenzenden Räume perfekt als Versteck geeignet. Als Rainer und Willem in den Raum kamen sahen sie neben Kurt vier weitere Gestalten, die mit Kettenhemden ausgerüstet und mit Handwaffen bewaffnet waren. Kurt wandte sich zu seinen Jungs und klärte sie auf „ diese Leute hier sollen mit darauf achten, dass unser Gast in seiner Zelle für die nächsten drei Tage verweilt!“ „Glaubst du nicht, dass wir das auch alleine könnten“, entgegnete Willem etwas sauer. „Du weißt ganz genau wie ich es hasse mich zu wiederholen!! Von Reichsdorf will, dass dieser Obediah Cain von ihm und seinen Plänen ferngehalten wird und ist bereit eine immense Summe dafür zu zahlen. Er hat mir 500 Goldkronen(GK) im Voraus gegeben und uns erwarten weitere 1000 GK. Und er wies mich mehrere Male darauf hin, dass dieser Priester sehr gefährlich ist, auch wenn es nicht danach aussieht. Und da ich den Herrn nicht enttäuschen will, habe ich zusätzliches Personal angeheuert, dass sich mit 100GK pro Kopf zufrieden gibt, was bedeutet, dass genug für uns bleibt!“ gab Kurt von sich mit einer Stimme, die keine Widerrede duldete.
„Wenn das so ist, dann ist doch alles in Butter“, Rainer wurde wieder von der Gier zum Gold erfasst, was eigentlich eher zwergentypisch ist.
„Ich werde mich erstmal auf den Weg machen und mich um andere Geschäfte kümmern, ihr beide bleibt hier und passt zusammen mit den anderen auf unseren Besucher auf“, waren Kurts letzten Worte als er die Treppe hinausstiegt und seine Leute zurückließ.
„Wie heißt ihr Freunde?“ wollte Willem wissen bekam aber nur eine knappe Antwort „Uns interessiert nicht wie ihr heißt; uns interessiert nur, dass die ganze Sache hier gut über die Bühne läuft und daher braucht ihr auch nicht wissen wir wie heißen, verstanden??“
„War ja nur ne Frage“ Willem schien etwas geknickt wegen dieser Antwort zu sein, doch ließ sich weiter nichts anmerken und legte sich erstmal aufs Strohlager, während die Vier sich am Tisch niederließen und anfingen Karten zu spielen. Rainer hingegen setzte sich auf einen Stuhl und überlegte was er alle mit 100 GK oder mehr anfangen könnte.
Als er seine Augen öffnete, war seine Umgebung ziemlich dunkel. Was war geschehen?? Er konnte sich noch daran erinnern vom Tempel nach Hause gegangen zu sein und dann spürte er auf einmal einen Schlag auf den Hinterkopf! Was hatte das alles zu bedeuten? Relativ hilflos stellte Obediah fest, das seine Hände auf seinen Rücken gefesselt waren.
Als erstes mußte er herausfinden wer ihn entführt hatte.
„Hey, ich habe durst!!“ schrie er. Doch es gab keine Antwort. Er schrie ein weiteres Mal und wenig später öffnete sich die Tür und das Licht tat seinen Augen weh. Einer der angeheuerten Söldner stellte ihm einen Krug mit Wasser neben das Strohlager. „Und wie soll ich daraus trinken du Witzbold? Mit gefesselten Händen ist schlecht Wasser trinken!!“ stellte Obediah sarkastisch fest. „Das ist dein Problem und jetzt halt deine Schnauze!“ kam als Antwort zurück. So wurde er wieder alleine gelassen mit seinem Krug Wasser, der eigentlich wenig von Nutzen war. So legte er sich zurück aufs Lager und versuchte das Ganze in einen Kontext zu bringen.
„Der müsste doch irgendwann auch mal Hunger bekommen?? Und Kurt hat gesagt, dass er noch von Nutzen ist für Von Reichsdorf!“ wandte sich Willem an Rainer während er sich vom Strohlager erhob. „Dann bring ihm doch was und nerv mich nicht und pass auf, dass er dich nicht bekehrt!“ antwortete Rainer mit einen leichten Grinsen. Willem begab sich zum Essensvorrat und suchte einige kleine Dinge aus und machte sich auf den Weg zu Obediah. „Warte, wir kommen mit“, kam es vom Tisch herüber und zwei der vier standen auf um Willem zu begleiten. „Das kann ich auch alleine!“ ärgerte sich Willem über diese, in seinen Augen, Unverfrorenheit. „Und wie soll er mit gefesselten Händen essen, du Schwachkopf? Es ist besser wenn zwei mit aufpassen, wenn er wirklich so gefährlich sein sollte wie alle sagen!“
„Na gut, dann kommt!“ gab Willem nach.
Obediah hörte eine Konversation und dann einige Schritte und schließlich öffnete sich seine Tür. „Wir haben dir etwas zu essen gebracht und werden dir dafür die Hände losmachen, damit du was essen kannst und komm auf keine dummen Gedanken“, drohte Willem.
„Verrat mir mal was ich gegen euch unternehmen sollte??“ fragte Obediah mit gespielter Ängstlichkeit.
Die Fesseln wurden gelöst und hungrig machte er sich über sein Essen her. Es war nicht besonders gut, aber es reichte aus um seinen Appetit zu besänftigen. Während des Essens musterte er seine Bewacher. Der Wortführer schien der Anführer zu sein und die beiden anderen sahen nicht so aus, wie derjenige, der ihm vorhin das Wasser gebracht hatte. Das bedeutete, dass er es mit mindestens vier Leuten zu tun hat.
„Was dauert da so lange“, kam eine Stimme aus einem andern Raum. Sie klang nicht wie die Stimme, die ihm das Wasser gebracht hatte. Das erhöhte die Anzahl seiner Entführer auf fünf.
„Kann ich noch etwas Wasser haben, ich bin ja fast dehydriert!!“
„Du bist was?? Ach egal… Rainer bring mal etwas Wasser!“ rief Willem in den anderen Raum hinein und kurz später kam ein Riese durch die Tür mit einem Krug Wasser inner Hand.
„Danke!“ erleichtert nahm Obediah den Krug entgegen und trank das recht kühle Wasser. „Also sechs!!“ dachte er insgeheim.
Nachdem er zu ende gespeist hatte, wurden ihm seine Fesseln wieder angelegt und seine Bewacher verließen den Raum.
Er legte sich auf sein Lager nieder und ein Lächeln wäre auf seinem Gesicht zu sehen gewesen, wenn es nicht stockeduster in seiner Zelle gewesen wäre und er gab sich seinen Gedanken hin.
Es verging ein Tag, in dem nicht viel geschehen war. Der Gefangene war ruhig und die Angelegenheit schien ein ruhiger Job zu werden mit einer guten Bezahlung. Kurt war kurz da gewesen um die Lage zu checken und verließ darauf zufrieden den Unterschlupf, um zu Von Reichsdorf zu gehen. Weswegen erzählte er aber nicht, nur, dass er in zwei Tagen wiederkommen würde um Obediah abzuholen. Obediah lauschte die meiste Zeit, um mehr über seine „Freunde“ zu erfahren und hörte von seinem Schicksal.
Jetzt machte das ganze auch einen Sinn. Es wurde Zeit zu handeln und seinen Entführer die gerechte Strafe zu überbringen. Also ging alles um Von Reichsdorf. Obediah hatte ihn schon länger im Auge aber niemand schenkte ihm wirklich glauben, dass etwas nicht mit diesem Von Reichsdorf stimmte. Doch das würde sich ändern. Der Zorn Sigmars würde jenen widerfahren, die sich ihm in den Weg stellen werden. Er sah sich in seiner Notunterkunft um und kurze zeit später wusste er was zu tun war. Er zerbrach seinen Krug und begann mit einer der Scherben seine Fesseln durchzuschneiden. Durch den Eifer der Vergeltung für seine Lage beflügelt ging das Lösen seiner Fesseln erschreckend schnell.
„Ey ich habe Durst!!“ schrie er. Kurze Zeit später wurde die Tür geöffnet und einer der Vier stand in der Tür. „Soll ich dir das Wasser gleich ins Maul schütten oder wie wollen wir das machen?“ fragte der Bewacher etwas herausfordernd. „Ja das wäre nicht schlecht!“ bekam er vom Geistlichen als Antwort und beugte sich sogleich zu Obediah hinunter. Was dann geschah war anscheinend etwas zu schnell für das Opfer.
Als der Krug beinahe die Lippen erreicht hatte, schnellten die Hände des Priesters nach vorne und griffen den Krug, der auch sofort ins Gesicht des Söldners geschlagen wurde. Von der Wucht des Schlages und dem Überraschungsmoment überrumpelt fiel er zu Boden und ein Schrei kam über seine Lippen. Das war auch das letzte was über seine Lippen kam, mal abgesehen vom Blut was bald darauf aus seinem Mund quoll. Denn Obediah hatte das in der Scheide sitzende Schwert blitzschnell an sich genommen und kurz darauf sauste es auf den Brustkorb seines Gegners nieder. Es durchschlug das Kettenhemd und ein Knirschen von Knochen war zu vernehmen, die durch den Schwertstoß gebrochen wurden. Das Brechen der Knochen war das letzte was die arme Seele zu hören bekam. Als der Ruf seines Kumpanen in den Raum hallte, was denn da los sein, war er bereits tot und Obediah hatte auch den Dolch an sich genommen der im Gürtel des Toten steckte.
Als der Schrein vernommen wurde, sprangen sofort zwei der Söldner auf und eilten zu ihrem Ex-Kameraden. Sie eilten den kleinen Gang hinunter, der die Zelle mit dem Aufenthaltsraum verband. Doch ihre Rettungsaktion, wenn es überhaupt eine werden sollte, wendete sich eher zum Gegenteil und kam ziemlich schnell zu stoppen.