Beiträge von Protheus

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    Klar, aber darum hat man ja das Hobby. Ein Eskapismus in eine Zeit von Helden und Schlachten um dem Gefühl für etwas nahe zu kommen, dass man in einer heutigen sehr technisierten Zeit nicht hat und sozial nicht erwünscht ist. Ích wage die Behauptung, dass den meisten hier die Trennung zwischen Fiktion und Realität klar ist- hoffe ich zumindest.

    Da hast du nun wieder recht.

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    Ein weiteres Problem: Über den Alltag der Völker ist ja kaum was bekannt. Ich meine... Was tuen Hochelfen wenn sie nicht in der Schlacht sind?

    Das ist nur teilweise richtig. Bsp. Bretonen. Hier ist das "alltägliche" Leben eines Ritters recht detaillreich beschrieben und kann keineswegs vom bretonischen Fluff getrennt werden, sondern ist sogar essentieller Bestandteil und wesentliches Abgrenzungsmerkmal zum menschlichen Imperium. Minnesang, Gelage, Turniere und Spiele, der ritterliche Ehrenkodex, die Ständegesellschaft, der Kult um die Herrin vom See, die Riten, die Traditionen. Der Hintergrund ist bei vielen Völkern vorhanden und ich finde nicht, dass er zwangsläufig eine untergeordnete Rolle einnimmt, mal abgesehen von solchen Völkern wie dem Chaos.

    Wie man es also dreht und wendet, es ist schwierig auf einen grünen Zweig zu kommen, da diese Frage zu viele Faktoren unbenannt lässt, ist eine angemessene Beantwortung schlicht nicht möglich ist und unsere Argumente, wie begründet sie auch sein mögen, erreichen schließlich immer einen toten Punkt, an dem es halt doch wieder auf die Meinung (Definition) ankommt.

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    Du verknüpfst den Begriff Metal immer mit Kriegsszenarien

    Nein. Da hast du mich falsch verstanden. Meine Meinung ist, dass Metal (i.S.v. Trash -, Power - oder sonstigen schrillen Metalformen) zwar zu Kriegsszenen passt, weil sie dynamisch sind (kraftvoll, laut, zerstörerisch, eben nicht idyllisch), aber nicht die eigentliche Mentalität der Völker erfasst. Denn was hat bitteschön Metal (im oben genannten Sinne) konkret mit Zwergen zu tun, oder den Hochelfen? Assoziierst du mit z.B.: Blind Guarden bretonische Ritter an der Festtafel, Waldelfen wie sie um ihre ewige Eiche tanzen, oder Skinkpriester bei einem Opferritus? Auch Vikingmetal passt da doch nur mit Biegen und Brechen, da es eben auf - wie Satinav es nannte - "handwerklicher Ebene", nicht in die Atmosphäre einer tief in den Berg gegrabenen Felsenstadt passt, eben weil es antiidyllisch ist, Fantasy aber genau mit diesem Idyll, der verzerrten Abbildung einer romantischen Natürlichkeit arbeitet.

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    Metal also nur auf die "Kriegsmachinerie" zu beziehen finde ich etwas übertrieben


    Wenn du dir die Debatte zwischen mir und Satinav ansiehst, kannst du beobachten, dass ich meinen Standpunkt präzisiert habe. Nicht das allesumgreifende Genre Metal per se, aber eine bestimmte Art des Metal würde ich, wie oben beschrieben, als Allegorie, vor allem auf Kampf beziehen.

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    kommt so rüber als wäre deine einzige Absicht damit dieses Thema in Frage zu stellen


    Das war zwar nicht meine Absicht, aber es läuft zwangsläufig darauf hinaus. Es ist schade, dass eine Debatte wie zwischen mir und Satinav in diesem Forum eine relative Seltenheit ist, eben weil derart viele "unterdefinierte" (ich weiß das ist ein Scheißbegriff) Themen gepostet werden, bei denen eigentlich jeder alles zum Besten geben kann und viele nur Einzeiler schreiben. Das ist nett, aber eher sinnlos, wenn ich das mal so sagen darf. Man legt keine Meinungen dar sondern postet Kurzstatements. Besonders eklatant ist es oft in Galerien, dem Storyboard, oder anderen "Wertungsthreads". Ein Kommentar á la "Cool", "will mehr" alternativ auch "mehr will :] ", oder "geile Mini" ist noch nicht mal eine Meinung, sondern sinnlose Wortfetzen. WARUM? Wer eine Meinung hat, der muss doch auch wissen warum er sie hat und dann soll er sie gefälligst auch posten!

    Im Endeffekt kann man dieses Thema auf die schlichte Frage dekonstruieren: Was ist eure Lieblingsmusik (beim Warhammer zocken)? Kurz die Suchfunktion angewandt und schon habe ich 4 Threads mit sehr ähnlicher Thematik. ;) Besser wäre da, wenn man die Frage beispielsweise an ein Volk gebunden hätte, oder an ein bestimmtes Themenfeld. :P

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    Ich glaube der Knackpunkt liegt momentan daran, dass Protheus Metal auf der Handwerklichen Ebene betrachtet (...) und andere sie auf der Metaebene betrachten

    Richtig, da stimme ich mit dir überein, aber Selbiges hatte ich ja auch schon gesagt, dass ich eben finde, dass eine Zuordnung nicht nach Geschmack erfolgen kann, sondern nach der Machart (du nennst es Handwerk) oder historischen Parallelen zur Fantasywelt - die man, zugegeben aber immer erst konstruieren muss.

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    Sowohl Enya, als auch der HDR-Soundtrack sind sehr technisiert, das gesamte New-Age-Genre lebt von einer technischen Übersteuerung und Effekten

    Mein Argument ist aber, dass sie einen anderen Effekt erzielen wollen. Sie wollen eine relativ romantisierte Illusion von Natürlichkeit erzeugen, ein kitschiges Abbild einer Pseudorealität und wirken hier ähnlich wie z.B. der Minnesang, das Epos, die Legende. Auch diese Kunstformen haben den Anspruch eine Wahrheit darszutellen. Offensichtlich tun sie es nicht, aber dieser Anspruch "Natur" zu projizieren, unterscheidet sie wesentlich von Rock/Metal (zumindest im klassischen Sinne), denn hier wird das Mittel (die Technik) zum Selbstzweck. Hier wird nicht Idylle (ich finde den Begriff recht passend) erzeugt, wie in jeder Fantasywelt (auch der musikalischen - Enya), sondern Idylle zerbrochen durch die Inszenierung des Mechanischen. Ich will es jedoch mit dieser kurzen Erläuterung gut sein lassen, denn wir nähern uns einem Problem:
    Definition!
    Nämlich: Was ist Metal und was versteht wer darunter? Und schon sind wir bei einer Problematik, bei der dir die Logik ein Schnippchen schlägt, weil Abgrenzung nie logisch sein kann, sondern immer den Abbruch des infiniten Regresses bedingt, um sich nicht in ewiger Argumentation zu verwirren.

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    Wenn ich das so lese, ist nicht bös gemeint, korrigier mich wenn ich falsch liege, aber kann es sein, dass deine [Protheus] Kenntnis von Metal nicht das gesamte Spektrum des Genres umfasst

    Ja, da hast du sicher recht. Es ist schon ein wenig her, dass ich Metal gehört habe und da habe ich auch nur an der Oberfläche des Genres gekratzt. (Metallica, Chevelle, System of a Down, Edguy, ...)

    Was mir gerade noch aufgefallen ist. Vielleicht gibt es noch ein Problem, das beachtet werden muss. Hört man nämlich "Metal" in seiner trashigen Inkarnation zu wilden Kampfszenen á la Assasins Creed, Sigmarpriester vs. Blutdämon - gut dann mag man eventuell auch diese Musik angemessen finden, ABER!!! wer mal bei der Bundeswehr war weiß: Das ist nicht Krieg! Der Alltag als Soldat besteht fast gänzlich aus marschieren, Stellung bauen, Essen, schlafen, Karten spielen ... und selbst wenn es mal zum Kampf kommen sollte wäre der nie auch nur annähernd so episch wie uns unser Hobby glauben machen will. Aber vielleicht bin ich da auch nur schon verdammt desillusioniert.

    Schade, dass sich bisher niemand zu Wort gemeldet hat. Gerade bei einer Überarbeitung wäre interessant gewesen, welche Fassung ihr für die bessere haltet. Was ihr auszusetzen habt (Ich weiß, dass Fehler drin sind, hab im Nachhinein nämlich noch welche gefunden :P nur kann man hier ja leider nicht editieren), gerade auch auf die Form bezogen.

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    Kein Mensch hat behauptet, dass nur Metal zu Warhammer passt.

    Das wiederum hab ich nicht behauptet. Ganz im Gegenteil sagte ich, dass ich finde, dass Metal mit Fantasyvölkern schlecht assoziiert werden kann (also gar nicht zu Fantasy passt), weil die Musik eben zu hektisch für die langsame Fantasywelt ist, überdies zu schrill, maschinell erzeugt und maschinell verstärkt. Das sind alles Metaphern, die in WHFantasy nicht vorhanden sind. Und bitte kommt mir jetzt niemand mit - aber es gibt doch Maschinen in Fantasy - an. Ich meine es ist doch offensichtlich, dass zwischen einer Flugmaschine von Da Vinci (um ein Beispiel für Konstrukteurskunst zu nennen) und einem Eurofighter eine ziemlich große Differenz besteht, denn es gibt einen wesentlichen Unterschied ... STROM!!!!!!

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    Da aber die meisten Leute hier diese Musikrichtung hören ist es ja wohl kaum verwunderlich, dass viele Völker von den meisten damit assoziiert werden.

    Und genau diese Analogie, d.h. dass man von persönlichem Geschmack auf das schließt, was zu einem Volk passt, entbehrt jeglicher Logik. Jeder soll doch hören dürfen, was er will, aber deswegen passt das doch noch lange nicht zu einem Sachverhalt. Wenn du Metal magst, kannst du das doch nicht auf dein gesamtes Umfeld, deinen Horizont ummünzen. Zu Fußball? Passt Metal. Zu Eishockey? Passt Metal. Zu Frauen? Passt Metal. Zum Papst? Passt Metal ... Ich denke du siehst auf was ich raus will. Ich habe rational argumentiert, wieso Metal eben nicht zu Fantasy passt (man kann dagegen vll. auch rationale Argumente finden, aber die erschließen sich mir nicht so deutlich), dass man aber trotzdem Metal hören kann wenn man WH zockt, klar, warum denn nicht!

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    Was passende Musik wie z.B. zum Imp. betrifft, habe ich weiter vorne in diesem Thread schon Marschmusik gepostet, die sogar grob in die richtige Zeit geht.

    Sorry, hab nicht alle Posts gelesen und hätte auch nicht damit gerechnet, dass jemand Marschmusik nennt. ;)

    Hab zwar jetzt kein konkretes Beispiel, aber ich finde dein Musikgeschmack geht doch in eine ganz vernünftige Richtung. Gerade R'n'B und Soul passen doch - zumindest allegorisch gesehen - bestens zur Seele des Waldes und deren Hüter. Viel besser als irgendwelche kruden Metalbands zu ungefähr jedem Warhammervolk. Viele missinterpretieren diesen Thread ein wenig. Nicht was ihr persönlich gerne hört, wenn ihr Warhammer zockt, sondern was zu diesem eurem Volk passt, musikalisch gesehen, ist doch das Thema, nicht?
    Wie jetzt also Metal (als Musik und nicht als Text) zu Zwergen oder dem Chaos passen soll??? Das passt vll. zum Dampfpanzer, 40K Panzerdivisionen. Historisches Beispiel wäre in diesem Rahmen US Soldaten, die im Rahmen der Eroberung Bagdads Rammstein gehört haben. Die Musik verkörpert Kraft, Agilität und wichtig! die TötungsMASCHINERIE!!!

    Marsch statt Metal ist also die Devise, wenn man bsp. imperiale Staatstruppen charakterisieren will oder Imperial Guard, vor allem mit Spielmannszügen. Bei Zwerge ... ka, vielleicht irgendwas mit Alphörnern? Scherz beiseite. Man sollte sich überlegen, was trifft den Kern der Mentalität meiner Armee. Imperiale Armee, z.B.: Viel Infanterie zusammengefasst in großen Blöcken, menschlich, militärische Disziplinstrukturen. Also Marschmusik.
    Athel Loren: Verträumte Wanderer, bei denen die Seele des Waldes und der Natur eine übergeordnete Rolle spielen, also Soul.

    Wenn jeder einfach schreibt was er gerne hat, dann sollte der Thread besser heißen: Was hört ihr gerne, wenn ihr durch die Reihen eurer Feinde moscht.
    So viel dazu ...

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    Achso, Entschuldigung, meine Aussage war keinesfalls nationalsozialistisch gemeint

    Das wollte ich dir auch nicht unterstellen, es war nur eben unglücklich ausgedrückt.

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    Kann es sein, dass die Germanen und die skandinavischen Völker jener Zeit nicht einen gemeinsamen Volksstamm entstammen?

    Meines Wissens ist dem so, da man ja die gleichen Sprachwurzeln (das Indogermanische) hat, allerdings spricht man eben erst von den gegen das römische Imperium kämpfenden und sich formenden Volksstämmen von Germanen.

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    Ich glaube allerdings nicht, dass Zwerge ihren Ursprung in der skandinavischen Kultur haben, man kann ihn eher in der irischen Kultur aus dem frühen Mittelalter finden( Thaine, Großkönige etc. ).


    "Zwerge leben in den Gebirgen der Alten Welt. Ihre Inspiration liegt vor allem in den Sagen und Mythen der nordeuropäischen Völker. Außerdem werden viele Klischees der modernen Fantasyliteratur [Tolkien, Anm. Protheus] bedient." - Wikipedia: Warhammer Fantasy, Zwerge
    "Tolkien griff bei der Gestaltung seiner Zwerge viel mehr als bei Elben auf bestehende Mythen und Stereotypen zurück. So war die Idee, dass sie Bergleute und handwerklich geschickt seien und auch die Idee, dass sie von Gold und Edelsteinen sehr fasziniert sind, auch in anderen und älteren literarischen Zusammenhängen zu finden. Zahlreiche von Tolkiens Zwergennamen stammen wie auch der Name „Gandalf“ aus der altnordischen Tradition, genauer aus dem Dvergatal, der Zwergenzählung in der Völuspá, einem Teil der Älteren Edda." - Wikipedia: Figuren in Tolkiens Welt, Zwerge
    "Als Zwerge werden mythologische, zumeist unterirdisch lebende Wesen bezeichnet. (...) Sie gelten als schlau und zauberkundig, bisweilen listig, geizig und werden vor allem in späterer Zeit oft als kleinwüchsig beschrieben. Ihren Ursprung haben sie in der nordischen Mythologie. Erwähnt werden sie vor allem in den beiden Texten, die unter dem Begriff Edda bekannt sind, sowie in einigen ebenfalls altnordischen Isländersagas. Zwerge spielen auch in überlieferten Märchen und Volksmythologien des ausgehenden Mittelalters sowie in den Novellen und Belletristiken der deutschen Romantik" - Wikipedia: Zwerg (Mythologie)
    "Als Edda werden zwei verschiedene auf Altisländisch verfasste literarische Werke bezeichnet. Beide Eddas wurden im 13. Jahrhundert im christianisierten Island verfasst (...) Ursprünglich kam dieser Name nur einem Werk, namens Snorra-Edda, des Snorri Sturluson (†1241) zu, das dieser um 1220 für den norwegischen König Hákon Hákonarson und den Jarl Skúli verfasste. Es ist ein Lehrbuch für Skalden (die altnordische Bezeichnung für „Dichter“) und gliedert sich in drei Teile, deren beiden erste die mythologischen und sagenmäßigen stofflichen Grundlagen der Skaldendichtung unter Benutzung alter mythologischer Lieder und Heldenlieder in Prosa nacherzählen (...) Die Lieder-Edda ist eine Sammlung von Dichtungen unbekannter Autoren. Stofflich werden mythische Motive, so genannter „Götterlieder“ aus der Nordischen Mythologie behandelt, und die so genannten „Heldenlieder“. In den Heldenliedern werden Stoffe aus der Germanischen Heldensage, respektive der Heldendichtung wiedergegeben. Die Spanne reicht von handelnden, dem historischen Kontext enthobenen, Personal aus der Völkerwanderungszeit, dem sogenannten Heldenalter behandelt, bis zu nordischen Bearbeitungen der Nibelungensage." - Wikipedia: Edda

    So, das war die kleine Geschichtsstunde mit mir. Beim nächsten mal einfach Prof. Dr. Wikipedia fragen, der hilft bei solchen Fragen (meist) zuverlässig aus. Beachte: Nicht in der Schule für Fach- oder Hausarbeiten verwenden, es sei denn, der Wikiartikel ist mit wirklich stichhaltigen Sekundärquellen belegt, verfügt über einen gewissen Umfang etc. Aber auch dann sind die gennanten Sekundärquellen vorzuziehen. :P

    @ Druchii-Dawi: Ich glaube er meint einfach, dass die Zwerge mit Germanen nichts zu tun haben. Die eigentlichen Germanen entstanden erst zur Römerzeit in Mittel - und Südeuropa. Zwerge stammen hingegen aus der skandinavischen, also nordischen Mythologie und sind zeitlich noch vor Christi Geburt zu verorten. Man mengt diese zwei Unterschiedlichen historischen Hintergründe vielleicht gerne zusammen, da in der Edda sowohl Götter - (nordische Mythologie) als auch Heldenlieder (germanische Mythologie) verarbeitet werden. Strenggenommen haben Zwerge also nichts mit dem eigentlichen Germanentum zu tun, sondern höchstens mit dem Urindogermanisch, der - wenn man so will - europäischen Ursprache (deshalb manchmal auch indoeuropäisch).

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    Vielleicht Amon Amarth und Zwerge, sind beide so germansich....

    Ich muss allerdings auch sagen, dass man deine Aussage falsch verstehen kann, was dann ziemlich befremdend wirkt. Der Kult um das Germanische ist in Deutschland einfach recht negativ besetzt. Deshalb beim nächsten mal vll. einen längeren Comment schreiben, um Missverständnissen vorzubeugen! ;)

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    Jetzt weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll. :mauer: lächerliche Aussage! Sorry, aber ist so...

    Den Kommentar fand ich allerdings auch unangemessen. Wenn du dich schon über jemanden auslassen musst, dann sag wenigstens wieso du die Aussage so lächerlich findest.

    p.s.: Ich finde übrigens nicht, dass die Band zu Zwergen passt? Schon mal nen Zwerg mit ner verdammten EGitarre gesehen? :P

    Haha, ok ich hab verstanden :tongue: Aber jetzt gibts erst einmal eine Überarbeitung des 2. Kapitels. Könnte euch vielleicht auch gefallen. Ist auf jeden Fall tiefer in den bretonischen Fluff eingearbeitet als das ursprüngliche Kapitel. Die ungewöhnliche Form habe ich absichtlich gewählt, um die Starrheit des bretonischen Zeremoniells auch auf Textebene umzusetzen. Aber ich will nicht zu viel verraten. Lest selbst und kommentiert mit spitzer Zunge! :P Viel Lesevergnügen!

    Kapitel 2

    Mächtige Mauern, steinern im mannigfach flackernden Kerzenschein. Spitzbogenfenster, himmelragend zwischen filigranen Säulen. Hochaltar, zu Füßen kniende Jünglinge in Kutten, Häupter gesenkt. Hallende Schritte des Primarchen wandelnd in der Brüder Mitte, strebend zum Heiligtum. Opulenz. Hellhauchende Nacht lässt die stahlentblößten Leiber frösteln, Gänsehaut, Haare zu Berge. Gehilfen schwenken durchbrochene, verzierte Silberkugeln, ihnen entschwindet der Duft göttlichen Räucherwerks, balsamisch würzige Nasenkost, glimmendes Harz. Schwerer Dunst legt sich zwischen Gaumen und Zunge, schmeckt süßlich, nach Zitrone, schmilzt wie heißer Honig. Graue Tonsur, ragend aus reichem Festgewand. Strengen Gesichts tritt der junge Lektor vor die geheiligte Versammlung, anstimmend den Gesang.


    Lektor: Gedenkt in Ewigkeit o Brüder der Herrin, der Lichtbringerin, der weisheitsvollen Wächterin über Recht und Ordnung.
    Chor: Wir gedenken in Ewigkeit.
    Lektor: Gedenkt den Söhnen und Töchtern der Herrin. Den auf Erden wandelnden und jenen, welche bereits das Antlitz der Herrin schauen in Ewigkeit.
    Chor: Wir gedenken in Ewigkeit.
    Lektor: Gedenkt eurer Pflichten, gedenkt eurem Schwur zu Tugendhaftigkeit, Treue, Standhaftigkeit und Güte.
    Chor: Wir gedenken in Ewigkeit.
    Lektor: So lasst uns nun diese freudige Zeremonie vollenden, in Ewigkeit …
    Chor: Amen

    Ein zweiter Lektor tritt ans Pult und schlägt ein in rotes Leder gebundenes Buch auf.

    Lektor:

    Da wandte sich der heilige Filibert wider ihre unseligen Fratzen und sprach voll inbrünstigen Hasses:
    Weichen müsst ihr, denn es ist nicht recht, dass ihr auf Erden wandelt.
    Weichen müsst ihr, denn es ist nicht recht, dass ihr den Ackerboden besudelt.
    Weichen müsst ihr, denn es ist nicht recht, was eure Klauen schaffen.


    Brennen müsst ihr, denn es ist recht so.
    Pfählen muss man euch, denn es ist recht so.
    Mit heiligem Wasser muss man euch ätzen, denn es ist recht so.
    Bei Bewusstsein muss man euch die Zähne brechen, denn es ist recht so.


    Sterben müsst ihr, wenn ihr auch nicht lebt, denn das ist heiliges Gesetz.
    Schande über jeden der euch nicht inbrünstig hasst,
    denn wer euch nicht hasst, dem lastet euer Joch schon auf den Schultern.


    Hinterlist ist eure Tugend, Tücke gereicht euch zum Ruhm.
    Eure Macht ruht auf Kadavern, die Kraft sucht ihr im Blut.


    Wahrlich, wahrlich ich sage euch.
    Tod erntet wer Tod sät. Zum Sähmann kommt der Henker in Bälde.
    Fürchtet die Klinge der heiligen Herrin vom See, denn aus ihr sprießt das Leben das sie hingibt in Fülle.


    Lektor: Prophezeiung des heiligen Filibert de Lambroche, Buch der Weisheit.
    Chor: Ruhm sei ihm in Ewigkeit.

    Der Lektor küsst das Buch. Lektor ab. Primarch tritt vor die knienden Jünglinge.

    Primarch: Ritter Bretonias, hört meine Worte. Heute ist ein Tag der Freude, denn diese jungen Männer werden in den Stand eines ehrenwerten Ritters erhoben. Doch manche Pflicht bürdet ihre neue Stellung ihnen auf. Ehre, Tugend, Sitte, darum wollen wir sie prüfen, ob sie den Erfordernissen ihres neuen Lebens in angemessener Weise begegnen. Jüglinge, die ihr vor dem Antlitz der Herrin erschienen seid, um ihre Gnade und ihre Huld zu erflehen, sagt mir dies, wisst ihr den ritterlichen Codex inwendiglich?
    Jünglinge: Wir leben ihn.
    Primarch: So sprecht gemeinsam die sieben Gebote.
    Jünglinge: Diene der Herrin des Sees in Ewigkeit. Verteidige die dir anvertrauten Ländereien. Schütze alle Schwachen und kämpfe für die Gerechtigkeit. Vernichte die Feinde der Tugend und der Ordnung. Gib niemals einen Kampf auf, solange der Feind nicht bis auf den Letzten, und sei es der Geringste, geschlagen ist. Niemals breche das Vertrauen eines Freundes oder Verbündeten. Stets lege Höflichkeit und Achtung für deinesgleichen an den Tag.
    Primarch: Wahr habt ihr gesprochen und edlen Mutes. Schwört nun bei eurer Klinge, diese Gebote zu befolgen und niemals auch nur einen Jota von ihnen abzurücken. Denn schartig wird des Ritters Klinge und verweigert ihm den Dienst, bricht er mit den Geboten der Herrin, dem heiligen Codex oder tritt er auch sonst irgend fehl.
    Jünglinge: Wir schwören es.
    Primarch: Edel habt ihr gehandelt und weise. Doch mehr noch ist des Ritters Pflicht. Nun alsi sagt mir, kennt ihr die Vorschriften der Ehre?
    Jünglinge: Ein Ritter stellt sich seinen Feinden im Kampf Mann gegen Mann, die Schusswaffe gebraucht er niemals. Ein Ritter lehnt niemals eine Herausforderung des Feindes ab. Niemals zieht ein Ritter sein Schwert wider einen Bruder noch eine Schwester, es sei denn im Zweikampf oder Turnier und niemals zieht sich ein Ritter vor seinen Feinden zurück.
    Primarch: Wahr habt ihr gesprochen und edlen Mutes. Nun empfangt in aller Ehre den Ritterschlag und fühlt euch aufgenommen in die Reihen der Herrin von jetzt an und in Ewigkeit.
    Chor: Amen.

    Der Primarch schlägt den Jünglingen mit der flachen Klinge auf Haupt und Schultern. Ein Lektor erscheint am Pult und schlägt ein mit grünem Leder eingebundenes Buch auf.

    Lektor:

    Karg und öde flieht das Land und seit Menschengedenken hüllen Nebel die Täler.
    Wie Sandbänke erhebt sich Hügel um Hügel aus dem wogenden Schwadenmeer. Zarte grüne Rücken
    buckeln empor. Über steilen Klippen thront der Mensch, die Naturgewalt ehern im Griff. Das Lied
    des Windes stets im Ohr, hält er seine Wacht unter den Schwingen der Raben, den krähenden Boten des Todes.
    Es ist die Faust des glühenden Zorns, die Klinge der Gerechtigkeit,
    das scharfe Auge des Heils, der Schoß der Tugend, ein Hort wider Unzucht und Laster.
    Es ist Bergerac, der Herrin Haupt, der Dom auf dem Fels und seine tapfern Ritter.
    Psalm VIX, Vers 13-22, Buch der Lieder


    Chor: Für Lob und Ehre streiten wir in Ewigkeit, für die Herrin, Amen.

    Der Lektor küsst das Buch. Die Zeremonie fährt fort. Kelche werden reihum gereicht. Gesänge angestimmt. Heiliges Brot gebrochen und als die ersten Strahlen des neuen Tages die Scheiben durchdringen ist das Ritual vollbracht.

    Kann mich GSE nur anschließen. Am Anfang ist es gut erst einmal ein paar 1000 Punkte Spiele zu machen. Erstens gehen die schneller, man schafft also mehr hintereinander und zweitens ist es übersichtlicher. Man hat weniger Helden mit weniger magischen Gegenständen, weniger verschiedene Einheiten, etc. Jeder fängt mal klein an und das hat auch seinen Sinn ;) Vielleicht kannst du auch die ersten Spiele mal mit einem Freund und dann z.B. ohne Magie spielen, um dich erst einmal auf die anderen Phasen zu konzentrieren, aber das ist nur ein Vorschlag meinerseits.
    Probier das aus, was dir Spaß macht!

    Zur Armeeliste: Im Grunde hat da jeder seine eigene Philosophie was er cool findet. Persönlich stehe ich voll auf Ritterheere und verachte den bäurischen Pöbel (harharhar ... :] ), wie es einem wahren Ritter von Bretonia geziemt, aber es gibt natürlich auch diese Ritterkodexverachtenden Jammerlappen, die dem Pöbel eine zentrale Rolle in ihren Armeen zuweisen. Bei den Helden setze ich persönlich auf das Schlachtross, weil ich den einzelnen Pegasus für zu anfällig halte und meines Wissens, aber ich lasse mich da auch gern verbessern, darf der nicht fliegenden Regimentern angeschlossen werden. Wenn du eine Maid mitnimmst würde ich sie seit der neuen Edition eigentlich auch immer auf Stufe 2 aufwerten. Bei den Rittern finde ich kommt es etwas auf den Gegner drauf an. Fahrende Ritter finde ich taugen fast immer. Questritter entfalten ihre wahre Stärke gegen Gegner, die schwach oder nach ihnen zuschlagen, ich nehm sie trotzdem fast immer mit. Gralsritter sind klasse, aber einfach auch sau teuer und stecken keinen Deut mehr ein, als jeder andere Ritter auch. Wie so vieles im Leben ist auch die Armeeliste Geschmackssache. Probier einfach ein bischen aus und spiel das, was dir Spaß macht.

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    Ich finde auch das Zwerge zu den taktischeren Völkern gehören

    Naja, das finde ich jetzt mal überhaupt nicht. Gerade bei Zwergen kommt es doch sehr auf die Armeeliste an und weniger auf die Spielweise, schon allein deswegen, weil sie weniger agieren, als vielmehr reagieren. Oft habe ich gegen sehr defensive Zwerge gespielt, dann ging es nur darum mit meinen Bretonen ihren "wunden Punkt" zu treffen, danach war es reines Glück. Bin ich schnell durchgebrochen, hatte der Zwerg verloren, war er standhaft, wars bei mir oft schon vorbei. Meistens recht eintönige Spiele, wenn nicht gerade jemand den Amboss eingepackt hat. Aber taktisch fand ich Zwerge nie.

    Ein Problem an Warhammer ist sicher auch, dass es nicht taktisch sein kann, da Taktik in der Realität oft von sehr vielen verschiedenen Einflüssen bestimmt wurde, die in einem Tabletop schwierig - und wenn dann nur durch Würfeln, also Glück - umsetzbar sind. Zu nennen wären u.a.: Witterung, Aufklärung, Moral, aber auch die Konstitution der Armee, soll heißen, kämpft eine Armee nachdem sie einen Gewaltmarsch hingelegt hat, oder in ausgeruhtem Zustand. Auch kann man in Warhammer keine Nachschublinien abschneiden, motivierende Reden des Generals haben meist nur geringen Einfluss auf die Würfelgötter, etc. Nein, in meinen Augen macht in Warhammer Taktik, wenn man mal von der Armeelistenerstellung absieht, einen sehr geringen Anteil am Sieg aus.

    Also, nachdem meine erste Antwort auf deine überarbeitete Fassung verschütt gegangen ist, folgt jetzt mein zweiter Anlauf ;)

    Schon dein einleitender Satz erzeugt zu wenig Atmosphäre. "Die Nacht war kalt, die sonst flirrend heiße Luft in der Wüste Khemris war abgekühlt ..." Kalt, abgekühlt, das ist nicht plastisch. Schreib lieber sowas wie: Als die Sonne abends schwand, kühlte die sonst flirrend heiße Luft der Wüste Khemris ab, dass man durch die dünnen Kleider zu frösteln begann.

    Hier noch so ein kleiner Atmokiller: "Führer die die Reisenden sicher oder auch nicht, je nachdem wie loyal der Führer war, durch die Wüste brachten." Fantasygeschichten leben stark von Atmosphäre und richtiger Wortwahl. Hier verwendest du Umgangssprache z.B.: "sicher oder auch nicht". Sowas mag nicht allen Lesern auffallen, aber einem geschulten Leser springt sowas sofort ins Auge. Besser wäre hier etwa:
    Er betrachtete die sonnengegerbten Gesichter der Führer. Niemand vermochte ihre starren Züge zu lesen. Versteinerte Masken hinter denen sich viel List und Tücke verbergen konnte. Würden sie einen sicher zum Ziel führen? Oft war das nicht der Fall, doch wenn man es erst einmal herausgefunden hatte, dann war es bereits zu spät.

    Was ich anhand des Beispiels aufzeigen will, ist, dass du versuchen solltest, das möglichst treffenste Wort oder eine möglichst treffende Kombination zu verwenden, um den gewünschten Effekt deiner Geschichte tatsächlich zu erzielen. Klingt sehr theoretisch, ist es auch, hat aber durchaus praktische Folgen. Je plastischer du etwa eine Geschichte schreibst, also beispielsweise mit vielen Metaphern, Alliterationen, Vergleichen, Personifikationen, etc. umso eindrücklicher wirkt sie auf den Leser, umso besser kann er sich in die Situation einfühlen und er wird "gefesselt" sein.

    Ich finde immer noch, dass das Ritual des Vermummten zu theatralisch ist. Niemand würde, kämpfte er gerade, das Schwert in den Boden rammen, um sein Sprüchlein aufzusagen. Lass ihn lieber während des Kampfes seine Formeln sprechen. Das ist einfach passender.

    Das Ende finde ich hast du jetzt deutlich besser umgesetzt. Vor allem, da du eine eigene Version gewählt hast und nicht einfach meine blind übernommen - finde ich gut.

    Zuletzt noch will ich auf ein paar Worthäufungen hinweisen, die du vielleicht an manchen Stellen durch andere Begriffe ersetzen kannst:
    Fremder, Feuer, Schwert, Angreifer

    Ach ja und das Zunicken am Schluss finde ich immer noch unpassend. Wenn er den Protagonisten schon nicht kurz und klein haut, dann lass ihn einfach so gehn, ohne ihn den Protagonisten zunicken zu lassen. Denk dran, Tote haben keine Gefühle, der Lebende ist ihm bestenfalls egal.

    Sterbende stinken sogar verdammt schnell, weil die Muskeln erschlaffen und der Darminhalt hervorquillt. Zwar ist das nicht immer der Fall, aber bei bestimmter Lage des Beckens (wie ich mich gerade informiert habe) und immer mit Bezug darauf, wie leer oder dementsprechend voll der Darm ist, ist eine Darmentleerung nach dem Tod eher die Regel als die Ausnahme - zumindest bei plötzlich eintretendem Tod, wenn der Körper im vorangegangenen Zeitraum regelmäßig Nahrung aufgenommen hat. Tote stinken also sofort und zwar nach Blut und Scheiße. Leider habe ich in diesem Zusamenhang auf die Schnelle keine hundertprozentig seriöse Quelle recherchieren können, aber es entspricht dem was ich selbst glaubte zu wissen und dem, was in den einschlägigen "Wie ist das gleich noch mal ..." Foren so gequatscht wurde. :P

    Mir ist gerade übrigens noch aufgefallen, dass du einen Fehler in der Überschrift hast, sowas sollte natürlich auf alle Fälle vermieden werden.

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    So das ist meiner erste Geschichte dieser Art, also seid bitte gnädig


    Wie immer halt ... harharhar :P

    Eins gleich mal vorweg. In Sachen Rechtschreibung kannst du den ein oder anderen Fehler noch rauskorrigieren. Auch ist da der ein oder andere Fall dabei, den eine Rechtschreibprüfung bei Word oder OpenOffice mit Sicherheit aufspürt. Das sind Nachlässigkeiten, die den Lesefluss stören!
    Jetzt mal zum Inhalt. Deine Geschichte ist thematisch eine klasse Erfrischung, mal ein etwas anderes Szenario. Aber der Überfall kam mir dann doch etwas zu überraschend und geräuschlos. Was meine ich damit?

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    In diesem Moment stürmten mehrere schwarz gekleidete Gestallten zum Feuer und begannen ohne Warnung auf die Reisenden einzuschlagen. Nur ein paar wenige Söldner die wenig wein getrunken hatten, sprangen auf und sofort begann ein brutaler Kampf um Leben und Tod.

    So eine Szene muss man einfach besser ausarbeiten. Beschreib die Eindrücke deines Protagonisten, nutze alle seine ihm zur Verfügung stehenden Sinne. Schreib von Waffengeklirr, Brüllen, Schatten, Gestank der Sterbenden, etc. Da muss Atmosphäre erzeugt werden.

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    kam leben in den Fremden (...) Jetzt kam Leben in die Angreifer (...) Plötzlich flammten seltsame Schriftzeichen auf dem Schwert auf. Durch das
    plötzliche aufflammen des Schwertes (...) Das und das auftauchen des Riesenskorpions war dann doch zu
    viel für die Angreifer und sie ergriffen die Flucht. Kaum waren die Angreifer

    Wiederholung.

    Das Verhalten des Khemri Magiers finde ich auch etwas übertrieben. Dass er die Klinge auf den Boden stellt, um sein Gesinge zu intonieren - ne, das ist mir doch ein wenig zu kitschig. Auch dass er am Schluss einfach so geht und Akay zurücklässt, naja, ich bezweifle, dass ein Untoter sowas machen würde, ums mal vorischtig auszudrücken.


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    Akay sah sich um, er war nun allein in einer Oase voller Toter, also beschloss auch er zu gehen und bald waren auch die Leichen allein…

    Eigentlich ein genialer Schluss, aber zu holzbeinig formuliert. Wie wäre es denn mit:
    Akay sah sich um. Einsam saß er, nur von Leichen umgeben. Ihre munteren Seelen hatten diesen Ort verlassen. Der Fremde hatte diesen Ort verlassen. Da beschloss auch er diesen Ort zu verlassen und bald schon waren ihre verrottenden Leiber allein zurückgeblieben. Krähenschmaus im Wüstensand.
    Ja ich weiß. Wiederholung. In diesem Fall ist die Wiederholung aber bewusst eingesetzt, um die Parallelität der Tat - des Verlassens - zu veranschaulichen. Abschließend kann ich nur auf meine Signatur verweisen. Da findest du den ein oder anderen Tipp, wie du deine Geschichten noch wirksamer gestalten kannst.

    Freu mich auf mehr,
    Gruß

    Naja, also die Trailer sind ja schon ganz nett, aber halt auch nicht mehr als nett. Ich hatte den Eindruck, dass der Film zwar schön atmosphärisch sein wird, mit bester Spacemarine - kills - all - Romantik, aber eben mit einer wirklich nicht gerade packenden graphischen Aufmachung. Die Qualität entspricht in etwa der eines Trailers oder einer Zwischensequenz bei einem PC - Spiel. Dass sich GW nur einen Low - Budget - Film leisten kann, ich weiß nicht, mag sein, vielleicht haben sie da auch einfach zu wenig Interesse zu große Summen aufs Spiel zu setzten. Bei PC Spielen haben sie diesen Schritt allerdings auch gewagt, also wer weiß, vielleicht kommt in naher Zukunft auch in dieser Richtung noch etwas mehr.
    Dass WH nicht massenpublikumtauglich ist glaube ich nicht. Gerade SciFi Filme kann man auch anschauen und Spaß dran haben, ohne tief im WH 40K Fluff zu stecken. Space Marine gut - Chaos böse, das bekommt dann auch der hin, der sich nicht mit WH beschäftigt hat und den Rest macht das Blei.

    Grundsätzlich gefallen mir deine Modelle recht gut. Sie sind weitgehend sauber bemalt und auch das Farbschema finde ich passend gewählt. Kritikpunkt ist allerdings der geringe Kontrast bei deinen Modellen, speziell bei hellen Farbtönen, wie bei Haut, Horn, etc. Da solltest du vielleicht Schatten und mehr Highlights setzen. Vor allem die zwei helmlosen Köpfe wirken zu unplastisch. Auch die - wie ich es auf dem Bild warnehme - völlig unakzentuierten schwarzen Stiefel und Handschuhe gefallen mit nicht so gut. Das kann man auch relativ einfach mit ein paar Graukleksern nachbessern. Bei der Standarte könntest du versuchen, dein Freehandpainting noch ein wenig nachzubessern, sprich: die krummen Linien ein wenig weniger krumm machen :P
    Beim Metall hättest du auch ein wenig akzentuieren dürfen, das wirkt etwas matt.
    Beste Grüße

    lordkhorne: liegt ja nicht an dir. Es ist klar, dass man bei einer etwa wöchentlich erscheinenden Geschichte nach 12 Kapiteln schon mal den Faden verlieren kann. Desswegen würde ich ja gern so einen kleinen Übersichtspost am Anfang machen. Aber ist halt doof, dass ich nicht selber reineditieren kann. Dieses Kapitel ist vorerst leider das letzte vollendete, es kann also sein, dass es in Zukunft nicht mehr ganz so fix weitergeht. Trotzdem versuche ich zu einem Ende zu kommen und euch gebührend zu unterhalten ;)

    Kapitel 13

    Einsam liegt im Granit die Feste der Nacht.
    Ghulverseuchter Horst des Schattenmeisters,
    des kaltblütigen, ehedem menschlichen, nicht und nie wieder lebendigen
    und doch nicht toten.

    Die Baronesse D'Igny war eine knochige, magere, fast ausgezehrt wirkende Frau. Ihre adeligen, scharf geschnittenen Züge trugen, ganz im Gegensatz zu denen ihres Sohnes, eine nie weichende Strenge. Ihre mandelförmigen Augen ließ sie nicht von einem Weichen, befand man sich in der unangenehmen Lage, ein Zwiegespräch mit ihr führen zu müssen und man hatte das Gefühl, als bekäme die eigene Iris eine Gänsehaut bei der undurchdringbaren Kälte ihres bohrenden Blickes. Mathilde fürchtete sich sehr vor ihrer neuen Schwiegermutter. Auch Bertrec hatte sich verändert. Zwar verhielt er sich ausgesprochen höflich ihr gegenüber, las ihre wünsche von den schmalen Lippen, ehe sie sie noch in den Wind hauchen konnte. Nur vermisste sie seine Herzlichkeit, die neckischen Liebkosungen, mit denen er sie so oft zu erheitern gewusst hatte. Alles war kälter geworden und Mathilde spürte wie die Einsamkeit ihre Wurzeln in ihre Brust grub, das Fleisch durchwühlte, sich festbiss. Nur mit ihrer Kammerzofe, einem eingeschüchterten jungen Ding wurde sie zuweilen intim, dann klagten sie sich gegenseitig ihr Leid, fielen sich um den Hals und kauerten sich aneinander.
    Schloss Mont Igny lag nur wenige Dutzend Meilen von ihrem Heimatdorf und doch so unerreichbar weit weg, versteckt in einem schwer zugänglichen Tal in den bleichen Schwestern. Nie kam ein fremder je in diese Gegend. Wer sollte den zugewucherten Pfad zur Schlucht auch je finden, der Straße ins Dornengestrüpp folgen?

    Eines Tages, es war schon spät in der Nacht, wurde Mathilde zur Baronesse gerufen. Ein buckliger Diener im abgewetzten Frack geleitete sie mit einer stark rauchenden Fackel durch die engen, immerfeuchten Steinkorridore. Nur in den Wohnräumen hatte man gelegentlich Wandteppiche angebracht. Deshalb war es auch überall im Schloss kalt, nass und der Wind pfiff durch die schadhaften Fenster. Doch der Diener führte sie nicht in das Schlafgemach der Herrin, sondern brachte Mathilde zu ihrem Erstaunen in einen entlegenen Winkel des Schlosses. In ihrem seidenen Schlafrock, nur einen Seidenschal um die Schultern, fröstelte sie sehr. Schließlich erreichten sie eine Wendeltreppe und aus der Tiefe wallte ihnen ein Schwall faulig süßer Luft entgegen. Fast hätte Mathilde sich übergeben, doch dann fand sie es verlockend. Es war die überreife Süße von Fallobst, das zuckrig matschige Stadium der Vorverwesung und das wiederum erinnerte sie an ihre Kindheit, den elterlichen Obstgarten, das Summen der Hummeln, die Beine bepackt mit Pollen. Vor einer faserigen, spitzbogigen Holztür blieb der Diener stehen und nickte zum Zeichen, dass sie eintreten solle mit dem Kopf zur Tür. Vorsichtig drückte sie gegen den schweren Eisenbeschlag und knarrend wand sich der Bolzen im Schanier.
    Ihren staunenden Augen offenbarte sich ein Lichterspiel, ein Schattenspiel. Ein breiter, sehr langer Raum, dessen Ende sie nur erahnen konnte und aus dessen schwarzen Höhen seidenweiße Tücher bis an den Boden reichten, hinter welchen an den Wänden sechsarmige Leuchter flackerten. Über die Steinquader waren rotbrokatene Teppiche gelegt über welche gleichermaßen Licht und Schatten huschten. Auch war es warm. Feuer knisterte am ihr gegenüberliegenden Ende der Halle in eisernen Bottichen, beleuchtete schwach eine dunkle schemenhafte Masse in ihre Mitte, um welche sie konzentrisch angeordnet waren. Während sie näher kam, sog sie ununterbrochen die faulige Süße in ihre Lungen, die sie vorwärts trieb. In der Luft lag ein asthmatisches Keuchen. Mathilde stellten sich die Haare zu Berge. Langsam erkannte sie eine Pyramide in der Mitte des Feuerkreises. Doch sie schien nicht starr, vielmehr in dauerhafter Bewegung. Als sie bis auf zehn Meter herangekommen war erstarrte sie vor Schreck. Was sich ihr offenbarte war ein Schauspiel wie Sterbliche es nur hoffen können nie zu Gesicht zu bekommen. Schimmelnde, verweste Körper, durch die sich munter die Maden fraßen drängten sich übereinander, schlugen sich nicht aus innerem Antrieb, sondern einfach aus hirntoter Blödheit gegenseitig die runzligen Finger ins Fleisch, bissen sich, gurgelten, wankten vorwärts, taumelten zurück. Strähnig fiel den Mütterchen das Haar vom löchrigen Kopf, den Alten hatten graue Stoppeln das modrige Fleisch durchbrochen. Wie Fühler stießen sie immer weiter vor, tastend, zitternd.

    „Ruhig meine Lieben, Mama will euch mit jemanden bekannt machen.“ Im selben Moment wichen ihre Leiber wie von den Fäden emsiger Puppenspieler hin und her geworfen, zur Seite, gaben den Blick frei auf die Baronesse d'Igny, wie sie die steinernen Stufen einer Art Thronsockel herabschritt. Sie geiferten nach ihr, doch wagte es offenbar keines dieser Monster ihr in irgendeiner Weise zu nahe zu kommen und so kam die Baronesse mit ihrem Hofstaat, ihrem fauligen Fliegengeschmeiß, das sie wie ein Schwarm umgab, näher. Sie trug eine blutrote Hörnerhaube, darunter ihre schwarzen Locken prachtvoll hervorquollen, sich um ihre nackten, weißen Schultern schmiegten. In der linken hielt sie einen Stab von der Form einer Schlange, ihre zierlichen weißen Füßchen steckten in hohen Sandaletten, deren Riemen sich bis über das Knie wanden. Ihre Handgelenke waren von bronzenen Spangen umschlossen, auf denen gezackte Runen blitzten. Mathilde starrte mit weit aufgerissenen Augen auf den entblößten Körper der Baronesse. Sie war umwerfend schön. Ihre Beine waren lang und schlank, die Hüfte geschwungen, ihre Taille schmal, die Haut über ihrem blassen Fleisch weiß wie Schnee und straff. Mathilde tat einen Schritt vorwärts, streckte die Hand aus und vorsichtig befühlte sie die feinen Rippenbögen der Baronesse, ihre wohlgeformte Brust, das leicht hervorspringende Schlüsselbein, den schlanken Hals, die vollen Lippen, das schmale Gesicht, die zart hervorgehobenen Wangenknochen. Mathilde war voll Versuchung ihre heißen Lippen auf den eisigen Schmollmund der Baronesse zu drücken, als der Stab plötzlich von Leben erfüllt über die weiße Schulter kroch. Mathilde zuckte zurück, als sich ihr die Schlange zischend um den Leib zu wickeln begann. Da verzerrte ein gieriges Grinsen die edlen Züge der Baronesse und sie zischte:
    „Komm zu mir Tochter.“ Sie lachte und ihre spitzen Eckzähne blitzten selbst im matten Schummerlicht. Sie riss mit unerwarteter Schnelligkeit Mathilde die Kleider vom Leib, umfing sie mit ihrem kalten Körper, sog den Duft des Lebens in sich ein. Dann wand sich die Schlange um ihre beiden Rümpfe, presste sie aneinander und Mathilde spürte, während klamme Finger ihren pochenden Körper betastend an ihrer Jugend sich labten, wie langsam, doch bestimmt, sich etwas in ihren Hals bohrte. Sie sah nur rubinrot, die Hörnerhaube, hörte das Glucksen und Schmatzen. Dann ließ die Baronesse von ihr ab, nur ihre kalten Finger nestelten ununterbrochen an Mathilde herum, während sie sprach:
    „Willkommen Schwester der Nacht. Lange habe ich deiner entbehrt, schlug mir die Zeit mit meinen Knechten um die Ohren, harrte deiner Ankunft. Du bist genau so, wie du einst gewesen, als man dich mir entrissen. Doch sie werden büßen diese elenden Warmblüter. Schrecken werden wir verbreiten unter ihnen und Angst. Sei mein, Wiedergekehrte.“ Und mit diesen Worten zwang sie Mathilde die Stufen hinan in ihr ewiges Bett. Dann schloss die Baronesse den Deckel und um Mathilde wurde es schwarz.

    Zitat

    Bloss eins was passiert denn jetzt mit dem aus dem ersten Teil der Geschichte, mir fällt grad der Name net ein


    Wenn du Renard meinst, den der anfangs das Kind gewesen war, der ist doch jetzt Hugo le Petit, weil er aus den Reihen der bretonischen Armee mit Schimpf und Schande entlassen wurde. Hugo ist ein Schmähname, vielmehr das Petit ist eine Verballhornung seiner mächtig großen Erscheinung. Gleich für das nächste Kapitel (am Wochenende dann erscheinend) er hatte auch eine Schwester, die mit dem Sohn der frostigen Baronesse D'Igny gezogen ist.

    Zitat

    Du schreibst so wunderbar, verwendest Worte und Adjektive, die man in nicht jeder oder kaum einer Geschichte findet und dann kam jene Textstelle:
    .... Ihre aufgedunsenen Lippen brabbelten spirituellen NONSENSE, ....

    Erstmal vielen Dank für das schöne Lob, ich bin überzeugt das nächste Kapitel wird deinen Geschmack ganz gut treffen ;) Ich geb dir recht, Nonsense ist hier in diesem Fall nicht besonders einfallsreich. Leider kann man hier im Forum nicht mehr bearbeiten, aber im Originaltext habe ich es jetzt durch WIRRSINN ersetzt. Hä? Wirrsinn? gibts das? Ehrlich gesagt, ich bin mir nicht sicher, aber das ist mir auch egal, weil es so treffend das ausdrückt, was ich sagen will. Sie beten ja eigentlich nicht sinnlos, nur eben wirres Zeug, flehen, etc. Ich hoffe ich bin deinen Ansprüchen damit gerecht geworden, die du Gott sei Dank schon an meine Kreativität stellst :D

    Zitat

    Will noch mehr lesen


    Ja auch das wird wieder bald so sein. Am Wochenende wird der nächste Teil gepostet. Bei weiteren Teilen will ich mal die Hand für mich noch nicht ins Feuer legen, weil sie noch nicht geschrieben sind und ich gerade viel um die Ohren hab.

    Vielleicht frag ich mal einen Mod, ob er in meinen ersten Thread ein - "Was bisher geschah ..." einzufügen, dann ist die Handlung auch wieder klarer.

    Danke für euer Interesse an meiner Geschichte, dürft ruhig öfter mal Kritik posten. Auch und gerade so Kleinigkeiten, wenn ich sie übersehn hab.

    Kapitel 12

    Als die Speicher um Aix – en – foret bis zum Brechen gefüllt, der Handel mit den umliegenden Städten zu aller Zufriedenheit gelangt, kurz gesagt; der Reichtum mit Pauken und Trompeten Einzug gehalten in die idyllischen Senken zwischen kieferngekrönten Hügeln, trug sich eben jene Sache zu, die später als der Vorfall von Chateau Mal in die bretonischen Chroniken einging.
    Einige Bauern, die es trotz der allgemein erfreulichen Lage nicht vermocht hatten Vermögen anzuhäufen, taten sich eines Tages zusammen, um in den Wäldern um Chateau Mal, die, entgegen den Dorfforsten keinen eingentlichen Besitzer ihr Eigen nennen konnten, Holz zu schlagen, welches sie hofften auf dem örtlichen Markt gegen ordentliches Bares eintauschen zu können. Es ist diesen niederen Wesen in keinster Weise ein Vorwurf zu machen. Wie leicht verfällt man doch dem Leichtsinn, sieht man die güldene Zukunft sprießen, nur der eigene winzige Acker liegt brach. Und ebenso verhielt es sich bei diesen Ärmsten aller Armen. Sie hatten oft nur kleine Katen, löchrig dass der Wind hindurchbrauste Winter wie Sommer, dazu kaum Land für das Vieh, kaum Holz, um in den kalten Tagen derer das Jahr genügend mit sich bringt nicht frieren zu müssen. Wahrlich, es waren keine sonnigen Tage, kein ewiger Lenz, der sich da ihr Leben schimpfte. Es war vielmehr das Brüllen des Herbstes, das Joch des Winters, das sie zeitlebens unterwarf. Diese Leute nun, es mögen eine Hand voll gewesen sein, jedoch nicht mehr als zwei Dutzend. Diese Bauern heckten nun also den Plan aus, gemeinsam in den dunklen Wäldern um das alte Herrenhaus ihr Auskommen zu suchen. Wer lebt denn dort? Fragten sie – niemand. Wem gehört das dort? Fragten sie – niemandem. Wer straft uns dann? Und abermals lautete ihre Antwort – niemand. Gut, sagten sie da zu sich, dann kann es nicht schaden unserer Armut ein Rippchen zu brechen.
    Also zogen sie los mit ihren wenigen Gäulen und Ochsen, schlugen den ganzen Tag auf totes Holz, verkauften die Meterware auf dem Markt, dann teilten sie den Gewinn. Zuerst waren sie zufrieden mit dem Erlös, erstanden Werkzeug, Baustoffe, leisteten sich neue Gewänder, kauften Vieh und Wägen, doch ging das Geld bald zur Neige und da sie sich an die neuen Annehmlichkeiten des Lebens einmal gewohnt hatten, wollten sie sie nicht mehr missen müssen. Nun fingen sie also erneut an zu klagen, weinten vor einander, fluchten auf ihre bittere Armut und wieder sagten sie sich: Was macht es schon, wenn man ein paar Bäume fällt? Wer lebt denn dort? Niemand. Wem gehört das Land dort? Niemandem. Wer straft uns dann? Und ihre Antwort war abermals niemand.
    Doch ohne es zu merken, war es nicht mehr die Armut welche auf dem Kutschbock ihren Hinter wetzte. Nein, anstatt ihrer hatte die Gier nun die Zügel fest im Griff. Sie peitschte die Bauern vor sich her, spie laut Schamlosigkeiten auf sie hernieder. Doch wenn sie zu grübeln begannen, sie also drohten ihrem aufbrüllenden Gewissen nachzugeben, dann wandelte sich das Antlitz der Gier. Sie schmiegte sich an sie, kauerte an ihren hageren Schultern, strich ihnen sanft durchs Haar, schmeichelte ihnen gebärdenreich. Gerieten die Bauern dennoch nicht ins Wanken, dann streckte sie ihre süße Zunge tief in ihr Ohr bis hinab ins Herz, auf dass ihre Kammern von finsteren Schatten überzogen schwiegen und sie nimmermehr mucksten. Die Scheuklappen der Bauern, welche sie sich selbst aufgezwungen, bestimmten nun die Richtung ihres elenden Trotts.
    Wieder zogen sie also aus, doch maßlos war ihr Sinnen. Mit neuem Werkzeug, Äxten, Beilen, erworbenen und gemieteten Wagen samt Gespann wüteten sie tagelang im Unterholz. Dies konnte nicht unbemerkt bleiben. Zuerst vernahmen sie das Murren ihrer wohlhabenden Brüder. Diese neideten ihnen den plötzlichen Erfolg. Dann hörten sie die Mahnungen der Alten. Diese fürchteten das schlafende Übel, dem der Legende nach das Herrenhaus anheim gefallen war. Zuletzt hätten sie die Zeichen deuten sollen, wie sie sich vor ihren Nasen zutrugen und sie hätten sich ungeschoren mit ihrer Habe gerettet. Doch wer einmal den Pfad der Niederen betreten hat, der lässt schwerlich von ihm ab. Wer den Vorteil einer Sache über dem Gaumen zerfließen spürt, der pflegt resistent zu werden gegen eine jegliche bittere Note im Abgang. Der Sache, besonders ihrer Wirkung, entrinnt man nun nicht mehr, denn man hat sie mit Haut und Haar hinabgewürgt und ebenso hat sie, die Sache, einen verschlungen.
    Als die Bauern also auch am dritten Tage in den Wald fuhren, ohne vor dem strengen Geruch wie er nun in der Luft lag zurückzuschrecken, da bemerkten sie um die Mittagsstunde einen einzelnen Wolf. Sie schrien, schwangen die Beile, doch der Wolf regte sich nicht. Da wurden sie stutzig. Hat man denn schon einen solchen Wolf gesehen? Fragten sie sich. Weil ihnen das Tier so sonderbar vorkam, es ihnen außerdem Angst einflößte, schickten sie einen besonders mutigen Burschen vor und gekonnt hackte er das Vieh in Stücke. Das Beil spaltete den Kopf des Wolfes, drang tief ein, dann riss er es heraus. Der Schrecken war groß, als man die sich windenden Maden am Axtblatt gewahrte. Der Wolf war offensichtlich tot. Kaum war er zu Boden gesunken, als sich Getier auf seinem filzigen Fell zu tummeln begann. Käfer, Würmer, Fliegen. Alle bohrten sie ihre Rüssel in das faulige Fleisch, summten, brummten – der Gestank war bestialisch. Abergläubisch wie sie waren, hielten die Bauern den letzten aller Tage für gekommen. Sie holten geschnitzte Lilien und heilige Bildchen hervor, riefen zur Herrin. Ihre aufgedunsenen Lippen brabbelten spirituellen Nonsense, welcher die löchrigen Zähne umspülte. Alles gurgelten sie hervor, mochte die Herrin nur zur Räson gebracht werden. Mitten in ihrem Sermon rauschte es im Gebüsch und von allen Seiten fielen sie bis auf das Bein entleibte Tote an. Diese starrten aus schwarzen Augen direkt ins Mark und zwischen ihnen fletschten grimmige Köter ihre modrigen Lefzen. Als die Bauern ihrer aussichtslosen Lage gewahr wurden, stürmten sie auf kürzestem Wege in Richtung ihrer Hütten davon, doch auch da hatte sich der Feind aufgestellt, also schwangen sie ihre Äxte und hieben nach dem Abnormen. Skelett um Skelett fiel ihrer verzweifelten Wut zum Opfer, doch lichteten sich ihre Reihen im Nu. Nur zwei schlitzohrige Burschen hechteten ins Unterholz und kletterten auf einen Baum. Dort brachten sie drei Nächte und drei Tage zu, ehe sie sich herabwagten. Die andern aber, sie lagen alle erschlagen und über ihnen dröhnte das Hohngelächter, als die Gier auf ihrem Bock sich langsam entfernte. Ausgemergelt krochen die zwei Burschen bis nach Aix – en – foret. Für dieses mal hatte ihre Bauernschläue ihnen das Leben gerettet. Als sie nun des Nachts an die Pforte klopften, nahm man sie auf und schickte noch zur gleichen Stunde drei Kundschafter aus, Chateau Mal auf den Verdacht naturwidriger Umtriebe hin zu erforschen. Doch tief in ihrem Innersten waren sich Bertrand und Hugo bewusst, dass dies die erste ihrer Prüfungen, die erste Sprosse auf der Leiter der Sühne war.

    Bertrand le Brigant für alle dies interessiert oder es nicht wissen ;)

    Kapitel 11

    „Ich grüße dich, Verworfener. Endlich hast du den Ort deiner Bestimmung erreicht. Auch hat ein zweiter Sünder sich zu dir gesellt, das ist gut, denn auch ihn habe ich gesandt. Ich sehe, dass die ersten Schritte unternommen wurden, weitere harren euer in Bälde. Wappnet euch mit Tugend, Vertrauen und Barmherzigkeit, dann werdet ihr die Süße meiner Vergebung schmecken. Doch wagt nicht zu zaudern oder ich werde euch am nächstbesten Stein zerschmettern wie man junge Katzen zu erschlagen pflegt. Nun tut Gutes und mehrt euch.“ Ein jäher Schmerz durchzuckte Hugo. Wild um sich schlagend riss er die Augen auf. Er lag neben seinem Bett und rieb sich den Kopf, welchen er sich bei dem Sturz angestoßen zu haben schien. Aus dem Schankraum drang schallendes Gelächter.
    „Ihr seid mir ja ein Spitzbube. Vor Mittag bringt man euch nicht aus dem Bett.“
    Ohne Bertrand zu antworten schlich Hugo hinaus zum Brunnen und wusch sich das Gesicht. Das kühle Nass perlte in seinen buschigen Vollbart, lief ihm über Brust und Nacken. „Nun, was gedenkt ihr heute in Angriff zu nehmen?“
    Hugo erschrak. Er hatte niemanden kommen hören. Als er den Kopf wandte erblickte er abermals Bertrand in grau-grünem Rock. „Was meint ihr?“
    „Ihr wisst es genau. Nicht zum Vergnügen bin ich hier. Sie, die Herrin hat mich geschickt. Wir sind eine Schicksalsgemeinschaft mein Bester. Scheitert einer, werden wir beide stürzen.“
    „Ich weiß, sie hat zu mir gesprochen.“
    Bertrand legte die Stirn in Falten: „Deshalb also der unruhige Schlaf. Ihr habt viel vor euch hin gemurmelt. Unverständliches Zeug, doch ihr wart nicht zu wecken. Da ließen wir euch euren Schlaf.“
    „Was denkt ihr sollten wir tun?“
    „Die Gegend ansehen. Dörfer, Hügel, Wälder, die Straße. Es ist wichtig die Gegend kennen zu lernen. Dann die Menschen.“
    „Gut.“
    „Wir sollten Verstecke errichten, Vorräte lagern, Nahrung, Holz. Wir brauchen Handwerker, vor allem Bogner, Schmiede, Landarbeiter. Ihr seht, es gibt manches zu tun.“
    Hugo nickte abwesend, dann meinte er: „Aix – en – foret“
    „Bitte?“ „Wir nennen es Aix – en – foret.“
    Da lachte Bertrand und gemeinsam machten sie sich fertig aufzubrechen, um die Gegend in Augenschein zu nehmen. Wie sie herausfanden lagen um Aix – en – foret mehrere Bauerndörfer in geringer Entfernung. Malise, Vallepin, Lourdes, Longrés und Caprulle. Allesamt hatten sie nur wenig Ackerflächen, dafür große Familien mit vielen Söhnen und Töchtern. Es gab kaum Krankheiten, die Bauern wirkten zwar etwas Mager, doch munter und kräftig. Hugo und Bertrand wurden freundlich empfangen, wohin sie auch kamen, denn die Herrin hatte durch den Seher zu den Bauern gesprochen und so schlossen sich ihnen in jedem Dorf junge Männer an, um in ihren Dienst zu treten. Auch befand sich in nicht all zu großer Entfernung ein altes Herrenhaus. Die Bauern nannten es mit furchtsam zitternder Stimme Chateau de Mal.
    In einer nahen Stadt gelang es zwei Bognergesellen anzuheuern, dazu einen Schmied, einen landwirtschaftlichen Beamten, der zusammen mit einem Geistlichen, welcher sich auf die Getreidezüchtung bestens Verstand, die Bodenerträge steigern sollte. Dazu Steinmetzen, Zimmerer und Schreiner, Boten, Händler. Alle ließen sie sich nieder, bauten Häuser aus Stein, sorgten für den Ausbau von Straßen, die Erweiterung des Ackerlands.
    Neben Aix – en – foret hatte man noch zwei weitere Stützpunkte angelegt. Es waren Türme südlich und westlich der Dörfer, umgeben mit steinernen Mauern, mit Unterkünften, Lagern und Wirtschaftsgebäuden. Bertrand bildete die Bauern zu Bogenschützen aus. Er lehrte sie auch das Schleichen, Ausspähen, Schlösser knacken, Fährtenlesen sowie den Kampf mit Dolch und Schwert. Mit seiner kräftigen Gestalt konnte Hugo natürlich kaum mit Bogen und Dolch umgehen. Diese filigranen Waffen zerbrachen ihm entweder in regelmäßigen Abständen in den Händen oder sie sahen schlicht aus, als hielte er einen ehernen Zahnstocher in der geballten Faust. Man konnte also nicht umhin, seiner hünenhaften Gestalt Rechnung zu tragen. Filibert der Bogner überreichte ihm eines Tages zwei Waffen, welche er auf einem Handkarren hinter sich hergezogen hatte. Das eine war ein etwa zwei Meter langer Stab gefertigt aus schwarzem Ahornholz so dick wie die Waden eines Mannes, dessen Enden mit kurzen stählernen Klingen besetzt waren. Das andere war ein etwa zwei Meter hoher Langbogen, welcher Pfeile verschoss, wie sie zuweilen bei Speerschleudern gebräuchlich sind. Nach etwa drei Jahren hatte man also eine schlagkräftige Armee ausgehoben, die den Schutz der Dörfer, die Bewachung der Straße und überhaupt die Aufrechterhaltung des Friedens in der Umgebung mit einer Leichtigkeit versah, die nur auf ihre harte Ausbildung durch Bertrand zurückzuführen war.
    Wäre man auch Tage durch die Wälder Aix – en – forets gezogen, nie hätte man eine Menschenseele zu Gesicht bekommen und doch wäre unvorsichtigen Schritten allezeit ein wachsames Auge gefolgt. So zogen noch einige beschauliche Jahre ins Land und Aix – en – foret war vielen in Bretonia der Inbegriff des glücklichen Wohlstands.