Kurzgeschichtenwettbewerb 2018 I: Beiträge, Bewertungen und Siegerehrung

  • Vielen Dank an alle Autoren! Tja da sieht man mal was so ein, zwei Korrekturlesegänge ausmachen können. 2016 hatte ich es mit einer zweimal korrigierten Geschichte noch auf den zweiten Platz geschafft -


    (Worauf ich immernoch immens stolz bin ^^ , was jedoch auch eher der damals guten Grundidee zu verdanken ist und weniger meinen Schreibkünsten. Leider sind mir seitdem im Warhammeruniversum nicht mehr all zu viele außergewöhnliche Ideen gekommen. Liegt wohl daran, dass ich eher in Golarion der Welt des PnP Spieles Pathfinder zuhause bin... [Eigenlob-Ende])


    und dieses Mal konnte ich mich nicht zu einem Korrekturlesegang überwinden und habe die dafür mehr als verdiente Kritik geerntet. Aber wichtig dabei: Mir machen auch Wertungen unter 5 Punkte nichts aus. Harsche Kritik kann ich gut ab.


    Wie dem auch sei, es ist Zeit auf die Kritik einzugehen:


    "Glück im Unglück"
    5 - Die Geschichte ist eigentlich ganz pfiffig und es kommt stellenweise Atmosphäre und Spannung auf, die aber leider unter vielen Rechtschreib- und Grammatikfehlern und insbesondere durch teils schwer verständliche Sätze stark zu leiden haben...Das Ende fühlt sich für mich nicht rund an und ich kann nur schwer bis gar nicht erkennen, wie der Titel zustande kommt, weshalb ich leider nicht viele Punkte vergeben mag!

    Jaja ein Korrekturlesegang wäre mehr als nötig gewesen. Der Titel entstand ebenfalls eher nebenb ei, da ich im Titelvergeben echt nicht gut bin...


    Titel der Geschichte: "Glück im Unglück"
    Punkte: 6
    Kurze Begründung: Die Geschichte bietet mit einem klassischen Thema eine gute Grundproblematik, und auch die Geschichte des Soldaten und wie sehr er an der Münze hängt, wird sehr deutlich. Besonders hat mir die Korruption des Lichtordens als Thematik gefallen, auch wenn sie bloßes Beiwerk war und keine besonders große Rolle gespielt hat. (Eine Geschichte im Sinne das große Lichtheit und großes Streben nach dem Guten oft auch große Schatten wirft und den Schatten erst ermöglicht als Kurzgeschichte wäre übrigens eine Idee die ich gerne lesen würde nur so als Wink an den Autoren und andere Schreiber fürs nächste Mal ^^ ) Leider muss ich mich meinen Rednern doch in manchen Punkten anschließen einige Fehler in der Logik und in der Grammatik machten die Geschichte nicht immer einfach verständlich. Ein Zweitkorrektor würde, so mein Tipp, da gewiss eine Hilfe sein.

    Sehr freundliche Worte, vielen Dank dafür! Die Idee mit dem Korrumpierten Lichtorden kam mir tatsächlich etwas plump vor, und bevor mir die Idee kam, dass man ja als Zauber getarnte Gebete an Tzneetch in die Bibliothek einschleusen könnte ist mir auch lange kein Vernünftiger Weg eingefallen wie die Korruption praktisch stattfinden könnte, daher war das leider nur kurz angerissen.


    Das kann ich so nur unterschreiben!





    Inhaltlich fand ich die Idee der Geschichte sehr cool. Gerade der Anfang hat meiner Meinung nach sehr stark angefangen. Wie der Protagonist durch das Viertel streift, fahrig und aufgebracht, das konnte ich mir wirklich gut vorstellen. Das Ende hingegen war mit etwas zu rasant und unausgereift. Das er zum Schwert greift ist für mich total plausibel, auch wenn eine innere Zerrissenheit (kann ich das tun? Wird es mich das Leben kosten?) stärker thematisiert werden könnte. Die flammende Explosion war mir dann doch etwas zu schnell und radikal. (Als letztgültiges Ende sicher nicht die schlechteste Wahl, doch hätte vorher noch eine Auseinandersetzung von Jäger und Magier, oder anderen Antagonisten stattfinden können. (Das erste Mittel muss ja nicht gleich das radikalste sein ;) )


    Leider hat mich die teils fehlerhafte Groß- und Kleinschreibung gestört. Auch die Interpunktion war hier und da nicht richtig und kann für Irritationen sorgen. Da kann am besten einfach nochmal drüber gelesen werden. Das waren an sich keine massiven Fehler, aber grammatikalisch grobe Schnitzer, die man vermeiden könnte. Alles in allem hat mich die Geschichte aber sehr erfreut. (Vor allem durch die Szene am Anfang und die Wegstrecke zum "notorischen Leichenfledderer" (den ich auch gerne in einer größeren Rolle lesen würde ;) ) )


    6 Punkte

    Es freut mich sehr, dass viele der kleinen Elemente meiner Geschichte einen so bleibenden Eindruck hinterlassen konnten. (Der korrumpierte Lichtorden bei Pholas, und die Leichenfledderer bei dir) vielleicht nehme ich mir das als Inspiration für den nächsten Wettbewerb!


    1. Glück im Unglück.
    Gute Geschichte die stark beginnt aber leider zur Mitte hin heftig abfällt und dadurch verflacht. Die Passage mit dem Verkleiden hätte ich zum Beispiel Null gebraucht und hätte man meiner Meinung nach in ein bis zwei Sätzen abhacken können. Ansonsten gute wenn auch etwas klassische Idee. (hier wurde aufgrund der Rechtschreibung 1 Punkte abgezogen)
    Punkte 6

    Lustigerweise habe ich die Verkleidungszene, kurz vor dem Schreiben des "Finales" nochmal stark verlängert, da ich dachte ich würde das Wörterlimit nicht mehr knacken, ich denke, dass du das evtl. herausgelesen hast ^^.


    Glück im Unglück


    Die Geschichte erinnert mich herrlich an ganz grosse Vorbilder, zB Das Bildnis des Dorian Gray, und das Umherstreifen des Protagonisten ist einfach ein spannendes Ereignis. Die Idee, den Dämonen-Kult mit einem Magier im Bunde zu sehen, war toll. Danach wird es aber etwas hastig und lieblos. Hier hat sich mein zweimal Lesen erfolgreich erwiesen: es ist nicht verwirrend geschrieben, aber fällt vom Niveau doch unter den vorhergehenden Teil. Gerne aber mehr von der Geschichte um die Münze.


    8 Punkte

    Wow... das ist in jedem Falle sehr schmeichelhaft. Es freut mich sehr, dass es dir gefallen hat, wobei ich zugeben muss, dass ich das Bildnis des Dorian Gray nie gelesen habe...

    Ogerhirn findet Deine Story eine Fortsetzung? Ein Prequel wäre auch cool!

    Ist zumindest nicht in Planung...aber wer weiss ^^


    Glück im Unglück
    6 Punkte
    Am Anfang habe ich sehr ernsthaft überlegt, ob ich das Lesen abbreche, weil der Text so voller Fehler ist, dass der Lesespaß zu Beginn gleich null war. Nur mal als extremes Beispiel ein Satz, den ich auch beim dutzendsten Lesen nicht verstehe, weil er grammatikalisch keinen Sinn ergibt: „Es musste schnell gegangen sein, hätte er die Trunkenheit sonst nicht weggewischt, die Medaille des Hedonismus sich gewendet hätte?“
    Da ist es mir sehr viel lieber, wenn man einfacher schreibt und dafür halbwegs fehlerfrei. So war es zu Beginn einfach nur anstrengend. Das hat sich in gewisser Weise geändert, als die Handlung so langsam klarer wurde. Da traten für mich die Fehler etwas mehr in den Hintergrund. Leider war dann das Ende allzu abrupt. Das hat mich nach der aufgebauten spannenden Szenerie enttäuscht.

    In der Tat lag mir eben der von dir genannte Satz nach dem Abschicken auch schwer im Magen. Eigentlich hätte es heißen sollen: "bevor die Medaille des Hedonismus sich gewendet hätte?" Ich bin aber sehr erfreut, dass nur du dich so stark an dem Satz gestört hast, da ich damit gerechnet hätte dass dieser viel öfter als grammatikalischer Tiefpunkt der Geschichte aufgeführt würde.



    Insgesamt also: Vielen Dank für die Kritik, und die netten Worte, ich denke man ließt sich beim nächsten Wettbewerb.


    Ich bin für die Klimaerwärmung, sie hält den Fimbulwinter auf...

  • Ach ja, völlig vergessen. Ich bin derzeit sehr im Stress, aber zumindest kurz zu meiner Geschichte "Der Tag der Sühne":


    Es gab zwei unterschiedliche Gruppen an Bewertungen, scheint mir: Eine Gruppe, die sich an mangelnder Spannung gestoßen hat, und eine, die die Geschichte dennoch gut fand.

    Das war für mich sehr spannend, weil ich genau das ausprobieren wollte. Ich habe in den letzten Wettbewerben bemerkt, dass Kämpfe, Verfolgungsjagden und andere klassische spannende Szenen hier überdurchschnittlich gut abschneiden. Also wollte ich testen, ob man auch eine Charakterzeichnung ohne großen Spannungsbogen erzählen und damit auf positives Feedback hoffen kann. Insofern haben die Kritiken in gewisser Weise den in Kauf genommmenen Kernpunkt meines Beitrags getroffen. Ich nehme daraus für mich mit, dass man, wenn man etwas weniger Spannendes schreiben will, es jedenfalls besser machen muss, als ich es in diesem Fall vermochte. Denn zwar ist der dritte Platz eine Ehre und freut mich sehr, aber er ist eben nicht durch ein recht einheitliches Votum, sondern durch einige sehr positive und einige eher skeptische Stimmen zustande gekommen. Bei den nächsten Malen werde ich also versuchen, alle LeserInnen mit an Bord zu holen.

    Es freut mich aber besonders, dass einigen dieses Experiment trotzdem gefallen hat.

  • Danke für den Post arnadil


    Mir ist das auch schon aufgefallen. Ist aber auch nicht so wirklich verwunderlich, wenn man sich anschaut, wie sich (Fantasy)Literatur, Film und Fernsehn in den Jahren verändert hat. Solche spannungsgeladenen Momentaufnahmen sind auf wenigen Seiten schneller darzustellen, als ein diplomatisches Geplänkel mit vielen Spitzen oder ein familiendrama. :)


    Mich hat deine Geschichte sehr gefreut :)