Beiträge von Der König unterm Berg

    Das ist echt ne tolle Idee, seine Regimentsbases selber zu machen. (Ich war schon selber auf die Idee gekommen, aber es ist schön, dass dann auch umgesetzt zu sehen). Das werde ich früher oder später wohl mal kopieren ^^

    Die Sage von Wulfrik dem Wanderer


    1. Der Anfang einer Sage

    Kommt! Ich will euch erzählen von Wulfrik dem Wanderer, von seinen heldenhaften Taten und seinen Abenteuern und seinem grausamen Verrat.

    Vor langer Zeit wurde in den östlichen Ausläufern der candidischen Bergen ein Junge geboren, für den das Schicksal große Dinge bereithielt. Kaum war sein Geschrei das erste Mal auf dieser Welt ertönt, da verließ ihn schon seine Mutter. Sein Vater Wulfrak sorgte sich fortan alleine um den Kleinen. Als der Junge so klein war, dass er sich noch an den Rockzipfeln seiner Mutter festgehalten hätte, da ging auch sein Vater fort. Bevor er ging, sagte er zu seinem Sohn: „Ich muss fort, mein Kleiner. Es wartet eine große Reise auf mich, an deren Ende ich ein reicher Mann sein werde, und dann werden all unsere Sorgen nichtig sein. Warte hier solange, bis ich eines Tages wiederkommen werden.“ Er umarmte seinen Jungen und verließ das Haus. Wulfrik blieb allein zurück.


    So kam es, dass sich eine Jägersfamilie erbarmte und ihn aufnahm. Sie wohnte in einem großen Hof am Rande eines Waldes und des Dorfes. Im Dorf selbst erzählte man sich, dass die Jägersfamilie aus einem alten Adelshaus stamme und in einstiger Vorzeit sehr vermögend gewesen sei. Edles Blut fließe durch ihre Adern. Doch wie dem auch sei, das Schicksal war ihnen jedenfalls nicht zuträglich gewesen, sodass ihnen nicht viel geblieben war und sie sich äußerlich nicht von den anderen Dorfbewohnern unterschieden.


    Jahre gingen ins Land und Wulfrak kehrte nicht heim. Der Junge wuchs rasch heran und glänzte schon im frühen Alter beim Fährtenlesen, durch Zielgenauigkeit mit dem Bogen und seinen Wagemut. Dem alten Jäger wurde er wie ein eigener Sohn, was ihn sehr beglückte, hatte seine Frau ihm doch nur einen einzigen Sohn, mit dem Namen Aethelberg, zur Welt gebracht. Aethelberg und der Junge waren ein Herz und eine Seele und wenn die rostroten Haare des Jungen sich nicht so markant von den schwarzen Haaren Athelbergs unterschieden hätten, so hätte man denken können, bei den beiden handele es sich um Zwillinge.



    Der Aufbruch

    Je älter die beiden Jungen wurden, desto mehr erwachte die Leidenschaft in ihnen. Der eine träumte vom jugendlichen Wahn entflammt davon, die alte Familienehre wiederherzustellen und ein großes Adelshaus zu gründen, während der andere begierig war, hinaus in die Welt zu gehen und nach den Spuren seines Vaters zu forschen. Es kam die Zeit, als dieses Verlangen derart groß geworden war, dass die beiden trotz der väterlichen und mütterlichen Einwende beschlossen, in die weite Welt zu ziehen. Und so kam es, dass sie zusammen mit einem halben Dutzend Mitstreitern zu einer großen Reise aufbrachen.


    Das Geschrei, das sie bei ihrer Abreise im Dorf hinterließen, war laut, hysterisch, skeptisch und zeitweise von Wut genährt. Schnell war man sich einig, dass es sich um die schlimmste Generation handle, die dieses schöne Dorf jemals erlebt habe. Einfach das elterliche Haus zurückzulassen und damit die ganze Familie in Schande zu bringen, so etwas habe es noch nie gegeben. Wer würde die Eltern pflegen, wenn sie alt würden, wer würde ihnen auf dem Feld, bei der Jagd, beim Fischen, beim Schmieden helfen? Und zuletzt noch der ganze Kummer, den sie bereiten würden. Selten genug kam es vor, dass jemand sich weiter als eine Tagesreise vom Dorf entfernte. Aber eine Reise ins Ungewisse? Dies kam einem Frevel gleich. Nur Wulfrak war früher länger fern geblieben, aber der war auch Händler gewesen. Und überhaupt war er ja gerade das beste Beispiel, dass man nicht mehr wiederkam, wenn man erst einmal zu so einer Reise aufgebrochen war. Keinen gab es, der nicht mindestens mit einem abschätzigen Kopfschütteln reagierte, wenn er auf diese Burschen angesprochen wurde. So war die Empörung während und nach ihrer Abreise groß, doch die jungen Männer waren schnell und heimlich verschwunden und hatten sich nicht von ihren Träumen abbringen lassen.


    Und es sollte nur einige Jahre dauern, da würde sich keiner mehr entsinnen, sie als die schlimmste Generation beschimpft zu haben. Stattdessen würde man sie die goldene, die tapferste oder auch die träumende Generation nennen. Bei den Alten würde ein tiefes Leuchten in den Augen glimmen, wenn sie anfangen würden zu erzählen. Schnell würden die Kinder des Dorfes herbeigeeilt kommen und auch in der finstersten Winternacht nicht zu Bett gehen, wenn am Feuer die Geschichten erzählt würden. Den Eltern vom Alter gebeugter würde leichtes Nass die Augen benetzen und sie würden voller Stolz erzählen, dass es ihre eigenen Kinder seien.



    Die erste Spur

    Viele größere und kleinere Hindernisse mussten Wulfrik, Aethelberg und seine Gefährten nach ihrem Aufbruch überwinden. Ein tollkühner Raub, um sich Waffen zu besorgen, eine Prüfung, umzulernen ein Schwert richtig zu führen, eine Jagd im Wald eines hohen Adligen, das Verhindern einer Hinrichtung, die Verführung einer achso edlen Maid, all dies sind nur ein paar wenige Erwähnungen von all dem, was die stürmischen Jungen vollbrachten. Immer wieder hatten sich ihnen weitere Kammeraden angeschlossen, sodass sie nun fast zwei volle Dutzend waren.


    Zu jener Zeit fanden sie die erste Spur. Im Hinterzimmer eines besonderen Gasthauses trafen Wulfrik und Aethelberg eine Wahrsagerin, von der man sagte, sie könne die Herzenswünsche der Menschen lesen und Demjenigen, der sie angemessen bezahle, den nächsten Schritt auf seinem Weg des Schicksals offenbaren. Beide starrten wie gebannt in das Gesicht der Wahrsagerin, das sogleich so jung und so alt wirkte, dass es etwas Unmenschliches an sich hatte, als sie ihre Stimme erhob und sie folgendes wissen ließ. Der Händler Wulfrak, den sie suchten, sei vor eineinhalb Jahrzenten gen Westen aufgebrochen. Im Zuge einer großen Expedition hatte er versucht, das große candidische Gebirge zu durchqueren und so einen neuen Handelsweg zum Königreich Lothria zu finden. Noch kein Mensch hatte es zu jener Zeit geschafft, das Gebirge zu bezwingen, da eisige Kälte, widerwärtige Monster, von denen Orks noch die harmloseren waren, und wer weiß noch was dort warteten. Die Händler, die mit Lothria Handel trieben, waren daher gezwungen, den Weg im Norden zu wählen, wo das Gebirge endet und nach einer kurzen Weile das große Sumpfland beginnt. Als sie dies vernommen hatte, spürten die beide ein Kribbeln. Denn sie wussten, dass sie endlich gefunden hatten, was sie unbemerkt, solange gesucht hatten.



    Grüne Schrecken

    Der Herbst ging bereits zur Neige, als die abenteuerfreudigen Recken sich in Richtung des Grimbold-Passes aufmachten. Zu eben jener Zeit geschah es auch, dass eine kleinere Orkhorde getrieben vom anrückenden Winter eben jenen Pass hinunterkam. So spät im Jahr wurde die regionale Miliz vom Ansturm der Grünhäute überrascht, da sie nicht mit Feinden aus dem Pass zu dieser Jahreszeit gerechnet hatte. Ohnehin hatte es, seitdem der Grimbold-Pass seinen Namen trug und nicht mehr Pass des langen Winters hieß, niemand mehr gewagt, den Pass zu überqueren. In einem mutigen Akt versuchten die pflichtbewussten Miliztruppen, den grünen Bestien den Zutritt zum Menschenreich zu verwehren, doch ohne Erfolg. Das in vielen Regionen des Imperiums bekannte Lied vom Hauptmann Florian besingt noch heute das traurige Schicksal der Soldaten. Fortan lag die Region Starzel den Orks schutzlos dar.


    Die Not war groß, als Dörfer in schwarzen Rauch gehüllt feurig brannten und die Grünhäute sich an ihrer wehrlosen Beute gütig taten. Der Morgentau färbte sich zu jener Zeit des Morgens dem Horizont gleich in einem blutigen Rot. Boten eilten in wehende Mäntel gehüllt übers Land auf dem Weg zum kaiserlichen Stuhl, um die schlimme Kunde zu überbringen. Doch den Kaiser plagten andere dringlichere Sorgen in fernen Regionen des Reiches. So verging einige Zeit, bis eine Kohorte Staatstruppen bereitstand unter Führung des Ritters Friedrich Ottensis, die grüne Horde vom Antlitz der Welt zu tilgen. Doch kurz nachdem die Truppen aus dem großen hadrianischen Tor marschiert waren, hatte der weiße Winter bereits an die Tür geklopft und verzögerte durch sein reichgeschmücktes Gewand die Weiterreise. Wie die Zeit sich dehnen kann, wenn eine weiße Flocke langsam vom dunklen Himmel herniedersinkt, so dehnte sich auch der Aufschub nach Hilfe, die so erhofft wurde.



    Der Kampf um Hausach

    So geschah es, dass die Orks, ohne dass ihnen Einhalt geboten werden konnte, die Stadt Hausach erreichten. Die Stadt gehörte zwar zu den größten Städten der Region, glich aber an jenen Tagen dennoch nur einem besonders großen Dorf. Denn die Region war nicht reich und zeichnete sich vor allem durch hart arbeitende Bauern und Hirten aus und nicht durch vermögende Händler, weise Gelehrte oder verständige Technici. Die Stadt in weiten hügeligen Feldern ertränkt war daher nur durch eine hölzerne Palisade und eine winzige Garnison der Miliz geschützt. Der Ort schien dem Tode geweiht und mit ihm auch das Leben unserer Helden. Denn, wie das Schicksal es gewollt hatte, hatte ihr Weg Wulfrik, Aethelberg und ihre Mitstreiter nach Hausach geführt.


    Es war ein düsterer Winterabend, als die Orks das Dorf erreichten. Die umliegenden unschuldig verschneiten Felder hallten vom Gebrüll der grünen Bestien wieder und all diejenigen, die diese schrecklichen Laute vernahmen, verzagten: Außer die Fremden. Wulfrik und Athelberg waren noch voller Hoffnung und von ihrem Geist erfüllt waren auch ihre Gefährten guten Mutes. Sie gingen von Haus zu Haus, von Familie zu Familie und ermunterten die Bewohner Hausachs nicht kampflos aufzugeben. Die Frauen und Kinder blieben zitternd und verschanzt in ihren Häusern und beteten, dass Sigmar sie erretten möge. Aber die Männer standen auf den Palisadengängen mit gespanntem Bogen oder mit gezückten Schwertern vor den Toren während ihre Lippen alte Gebete formten. Dann begann der Ansturm der Orks. Obwohl die Menschen sich tapfer gegen ihren Feind behaupteten, hielt das Holztor der anstürmenden Horde nicht lange stand, sodass die Orks gleichsam einem reißenden Strom in das Dorf flossen.


    Zum ersten Mal musste Wulfrik sein ganzes Geschick auf dem Gebiet der Kriegsführung beweisen und er zeigt, was für Listen in ihm steckten. Die Orks wurden in Hinterhalte gelockt, in Engpässe, in tödliche Pfeilsalven, in brennende Kreise aus Flammen, in Fallen und allerlei tückische Täuschungen. Das Schlachtenglück schwappte mal auf die eine mal auf die andere Seite. Da trat auf dem Höhepunkt der Schlacht Wulfrik persönlich dem großen Orkboss gegenüber. Mit seinen zwei Kurzschwertern bewaffnet und in seiner braunen Lederrüstung gerüstet wirbelte er grinsend umher, wich den Schlägen des Monsters aus und verspottete es, während er seine Konter in grünes Fleisch setzte. So vermischte sich im matschigen Grund des Dorfes das Orkblut mit dem der Menschen. Jeder Schlag des Orkes hätte das Ende für den tapferen Helden sein können, aber jeder erschöpfte das große Untier auch immer weiter. Wulfrik dagegen schien nicht zu erlahmen und so kam der Moment, als er unter der Axt des Tieres nach vorne hinwegtauchte und sein Schwert tief in das schwarze Herz bohrte.


    Mit dem Tod ihres Anführers war die Kampfeslust der Orks gebrochen und die wenigen Überlebenden zogen sich aus der Stadt zurück. Wo auch immer man sich im Dorf umschaute, sah man Zerstörung und Verwüstung doch die Menschen hatten überlebt und einen böswilligen Feind abgewehrt. Nur dies zählte.



    Abschied

    Auf ihrer Reise hatten sie alle von Zeit zu Zeit in den Abgrund des Todes blicken müssen, doch nie war einer von ihnen hineingefallen. Stattdessen waren sie immer mit einem Lächeln dem Tod von der Schüppe gesprungen. Diesmal war es anders. Ausgerechnet den heiteren Marek hatte es getroffen. Er, der immer der fröhlichste gewesen war, der tanzend und lachend mit dem Spiel seiner Chitarra so manchen Kummer hinweggezaubert hatte, der so viele Strapazen hatte unbedeutend erscheinen lassen, wurde nun zu Grabe getragen. Auf dem größten Hügel mit dem Blick auf das Dorf, für dessen Verteidigung er gestorben war, begrub man ihn. Die Sonne strahlte heiter, als Tränen wie Regen zu Boden fielen. Doch viele Jahre später sollte man sie in Gedenken an sein Opfer die lachende Anhöhe nennen. Heute steht dort ein Gasthaus, in dem, so ist man sich einig, das beste Bier im ganzen Westen des Reiches von einem ungewöhnlich gut gelaunten Zwerg gebraut wird.


    Auf Grund des eisigen Winters verblieben die Helden im Dorf und halfen den Menschen beim Wiederaufbau ihrer Heime. Obwohl oft Feste zu Ehren ihrer Verteidiger gefeiert wurden, konnte dies die Leere, die nach Mareks Tod das ein oder andere Herz erfüllte, nicht ausfüllen. Die Stimmung war betrübt und die Abenteuerlust der Helden von Schatten verhüllt. Was aus den verbliebenen Orks wurde, fragt ihr mich? Einige kehrten zum Pass zurück und überwinterten dort in Höhlen, andere erfroren einfach und eine kleine Gruppe, eine Handvoll groß, hatte sich irgendwie ins Landesinnere geschlichen. Dort sollten sie für eine ausgezogene Adelsgesellschaft, die zum Hestia-Fest beabsichtigte, ein großes Gelage auf einer Wiese abzuhalten, eine unerwartete Überraschung darstellen. Den letzten Ork erlegte man auf der Vorspeisentafel selbst, wo er tot zusammenbrach.



    Der Frühling naht heran

    Eines Tages, als der Winter milder wurde und der Frühling begann seine Wurzeln zu schlagen, da konnte man im Dorf aus der Ferne Trompetengetöse vernehmen. Die Staatstruppen des Kaisers waren endlich gekommen. Durch Gerücht und allerlei Gerede hatten sie bereits vernommen, dass die Orks unglaublicher Weise bei Hausach geschlagen worden waren. Nun wollte sie sich selbst ein Bild von der Lage machen. Groß wurden die Augen der einfachen Menschen, als die Truppen, angeführt vom edlen Friedrich Ottensis, im prächtigen Marsch durch das neue Tor schritten. Einiges Geflüster zog der Anblick eines Mannes auf sich, der an der Seite Friedrichs ritt und so gar nicht zu der Erscheinung der restlichen Soldaten passte. Sein Haar war flammendrot, sein Mantel noch röter, seine Augenbrauen buschig, sein Bart verfilzt, seine Augen in so klarem Blau getränkt, dass nur der schönste und freiste Himmel dieser Farbe gleichkam, und seine Haut war an manchen Stellen mit schwarzen Flecken übersäht, die an Ruß erinnerten. Der Herr Ottensis dagegen war von einer derartig anderen Gestalt. Sein Ross war fast vollständig in einem reichverzierten Kettenhemd verschwunden, während sein Herr ebenso in strahlend voller Rüstung zu den Menschen hinabschaute. Sein aufwendig gezwirbelter Bart wurde nur vom scharfen Blitzen seiner Augen übertroffen. Als diese zwei Männer auf Wulfrik, Aethelberg und ihre Schaar aus Mitstreitern trafen, prallten Welten auf einander. Hier die einfachen Helden aus dem Volk, die von Vagabunden nur schwer zu unterscheiden waren, und dort die zwei Vertreter des Kaisers, die all die Macht und Autorität des ganzen Reiches ausstrahlten. Nichtsdestoweniger waren Wulfrik und sein Bruder nicht beeindruckt vom Prunk ihres Gegenübers.


    Normalerweise hätten die jungen Männer wohl nicht viel von der Beachtung eines kaiserlichen Heerführers abbekommen, doch der Herr Ottensis schätzte Männer, die die Klinge zur Verteidigung der Menschen nicht nur schwingen konnten, sondern es auch taten. Und so lud er die Männer, nachdem er sein Quartier im Haus des Bürgermeisters bezogen hatte, zu sich an die Tafel ein, um ihnen auf derartige Weise seinen Dank zu zeigen und mehr über diese seltsamen und interessanten Streuner zu erfahren. Es wurde ein langer Abend.



    Zank

    Waren sie doch so unterschiedlich, wie die salzige Luft des Meeres sich vom borealen Duft des Waldes scheidet, so gab es doch eine Verbindung zwischen dem hohen Adeligen und seinem mysteriösen Begleiter auf der einen und Wulfrik und Athelberg auf der anderen Seite. Es dauerte nicht lange, bis eine gewisse Freundschaftlichkeit zwischen den ungleichen Parteien entstanden war, sodass die beiden häufig im Haus des Bürgermeisters ein und ausgingen, während die Mannen des Kaisers ihre nächsten Schritte planten. Besonders zwischen Íktinos, dem feuerroten Mann, und Aethelberg entstand ein Band von gegenseitigem Vertrauen. Íktinos zeigte großes Interesse an den Bräuchen und Sitten aus den heimischen Landen sowie an den langschweifenden Erzählungen des Aethelbergs. Dieser wiederum war fasziniert davon, wie viel dieser zottelige Mann wusste. Als er ihm eröffnete, dass er einem Mann von derlei Gestalt mehr die listigen Kenntnisse eines Straßenbettlers als das Wissen über die unterschiedlichen imperialen Kulturen zugerechnet hätte, lachte dieser und sagte: „Ja, man erwartet kaum, dass ein Gelehrter des Kaisers in einem zerflickten Mantel durch die Gegend reist, sondern mit gepudertem Hinterteil in einer Kutsche durch die Gegend schweift.“ Daraufhin stimmte auch Athelberg durch die Völle seines Bieres ebenso betört in das schallende Gelächter ein.


    Eines Tages als noch nicht viel Zeit vergangen war, aber der Frühling nun vollends durch die Tore geschritten war, da ließ der Herr Ottensis die Sattel aufsetzen und machte sich bereit mit seinen Truppen weiter zumarschieren. Sein Ziel war es, die Grenzbefestigungen am Grimbold-Pass wieder aufzunehmen und wenn es ihm nötig erscheinen sollte, gar in die Höhe des Berges vorzudringen.

    Wulfrik wollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und entschied sich nach einem Angebot des Herrn Ottensis, mit ihm zu ziehen. Doch die Stimmung in seinem Gefolge war schlecht. Der Tod Mareks hatten bei einigen seiner Mitstreiter deutliche Spuren hinterlassen. Die Abenteuerlust war ihnen ausgegangen und für sie sah es so aus als wolle Wulfrik direkt in das weitgeöffnete Maul des Todes springen; als sei er bereit, all seine Freunde zu opfern, wenn es ihm nur seinem Ziel näher brachte. Ein heftiger Streit zwischen Wulfrik und dem bärtigen Tollin, der die Gegenseite anführte und einst Mareks bester Freund gewesen war, entbrannte. Wulfrik geriet in Zorn, appellierte an ihre Ehre und, als dies nicht helfen wollte, beleidigte er seine Kameraden als Feiglinge, doch dies alles wollte nicht helfen. Am Ende überlegte er, ob er nicht mit den Wenigen, die ihm treu waren, einfach losziehen und die anderen vergessen sollte. Aber Aethelberg hielt ihn davon ab, denn er war der Ansicht, dass sie, seitdem sie ausgezogen waren, eine Schicksalsgemeinschaft waren, die auch in den dunkelsten Zeiten zusammenhalten musste. „Wir sind wie ein Leib. Und wenn der Kopf ohne seine Beine vorwärts will, so wird er dennoch auf der Stelle verweilen.“, warf der irre Sven, Aethelberg zur Hiflfe kommend, ein. Mit Zornestränen im Gesicht gab ihm Wulfrik Recht, da er erkannte, dass seine Gefährten die Wahrheit sprachen. So zogen die Staatstruppen alleine aus.



    Brennendes Herz

    Was sollten sie nun tun? Was war ihr Ziel? Ihr Sinn? Ihr Zweck dieser Reise? Wulfrik war ernüchtert und musste sich eingestehen, dass keiner seiner Kumpane ihm blind folgen würde. Und während er noch so grübelte, was er tun sollte, da war es Aethelberg der zu Tollin ging und all jenen, die bei ihm waren, und Folgendes sprach:


    „Brüder, ja genau! Denn das sind wir. Brüder! Wir alle, die uns aus freien Stücken Wulfrik einst anschlossen, sind Brüder. Und warum taten wir das? Warum zogen wir einst aus unserem Dorf aus? Warum ließen wir unser bekanntes Leben hinter uns? Du Oderic, hättest du einst wohl den großen Hof deines Vaters übernommen? Du Elric, hättest die gewaltige Mühle des Dorfes dein eigen nennen können? Und du Tollin, hättest du wohl einst ein angesehener Schmied werden können? Wir gingen, weil wir ein kümmerliches Leben in der Trostlosigkeit und Bedeutungslosigkeit nicht ertragen hätten. Wir wollten nicht, wie das Heidelkraut sein, das wächst, aufblüht, verwelkt und in der Nichtigkeit des Grundes zu Staub wird. Wir wollten wie eine Eiche sein, wachsen, gen Himmel stoßen, immer größer werden und schattenspendend überdauern. Wollt ihr das nicht mehr? Wollt ihr nicht mehr, dass man einst von euch singen wird, sodass ihr in den Sagen und Geschichten der Leute unsterblich werdet?


    Ich hörte einige von euch sagen, dass Wulfrik einem Tyrannen gleich geworden sei, aber ich frage euch: Ist dem wirklich so? Nicht weil sogenanntes adliges Blut durch seine Adern fließt, nicht weil er sich von selbst über uns erhoben hat, ist er unser Anführer, sondern weil wir alle ihn gemeinsam als diesen erwählt haben. Aus freien Stücken sind wir ihm bis hierher gefolgt. Aber nicht allein hat er es hierhin geschafft, sondern nur dank unserer Hilfe. Und auch wir haben es nicht allein hierher geschafft, sondern nur dank seiner Hilfe. Denn das ist der Grund, warum wir ihn als unseren Anführer auserkoren haben. Warum wir ihm aus freien Stücken folgten. Weil er der beste von uns ist. Keiner von uns, nicht einmal der starke Ajax, kann hoffen, ihm im Kampf zu bezwingen, keiner von uns, nicht einmal der findige Lutz, besitz den Geist, sich so scharfsinnige Listen und Ideen auszudenken. Doch deswegen erhebt er sich nicht im Hochmut über uns, da er weiß, dass er nur der erste unter gleichen ist. Und wir alle wissen, dass wir nur jemand sein können, dass wir nur dann Unsterblichkeit erringen werden, wenn wir mit ihm eins sind.


    All diejenigen, die schon überlegt haben, ob sie nicht einfach gehen und ihre eigene Reise beginnen sollen, ihr wisst, dass ihr ohne Wulfrik nur zu einer Bande von Strauchdieben und Banditen verkommen würdet, da ihr eure Quellen, die nach höherem strebt, verlieren würdet, so wie wenn ein Fluss der seinen Verlauf verliert, zu einem morastigen Sumpf verkommt. Aber dort hin, wohin uns Wulfrik führen wird, dort werden wir einst das werden können, was wir wollen. Wir werden wie Könige sein und es wird uns an nichts fehlen.


    Ich weiß, dass ihr voller Trauer seid, weil Marek von uns gegangen ist. Doch ihr solltet um seinetwillen nicht weinen, wie es kleine Mädchen tun, sondern euch freuen. Marek hat nur das geschafft, was uns bisher verwehrt wurde. Er ist bereits unsterblich geworden. Auf diesem gewaltigen Schlachtfeld hat er voller Trotz den feindlichen Bestien ins Gesicht gespuckt und gekämpft, bis der letzte Atemzug aus seiner Kehle wich. Für dieses Verhalten hätte er nur Spott und Verachtung übrig. Er ist Wulfrik immer gefolgt und hat es auch in der Stunde seines Todes nicht bereut. Wollt ihr, das Andenken an Marek hochhalten oder in den Staub treten. Wollt ihr, dass es einmal heißt, die Helden hätten die Gefahr gescheut und wären umgekehrt, oder soll es heißen, dass der Tod ihres Bruders sie nur bestärkt habe? Ich frage euch: Wollt ihr unsterblich werden?


    Nach dieser Rede verließ kein Ton die Kehlen der Zuhörer. Einigen Männern liefen Tränen über die Wangen, anderen stand Entschlossenheit ins Gesicht geschrieben. Und langsam, ganz langsam, erhob sich ein Grollen und Klirren, so wie sich ein Gewitter in weiter Ferne des Nachts bemerkbar macht. Denn die Männer schlugen leise dann immer lauter ihre Schilde und Schwerter aneinander. All die Trauer, all die Zweifel, all die Angst war von ihnen gewichen. Ihre Herzen waren wieder entbrannt und sie waren bereit Wulfrik ins nächste Abenteuer zu folgen.



    10. Der alte Mann und der Weg

    Das ganze Dorf versammelte sich, als sie ihren gesattelten Pferden die Sporen gaben und hinaus ritten. Selbst als das letzte Pferd durch die Pforten geritten war, verstummten die blechernen Instrumente der Dorfbewohner nicht, sodass den Scheidenden die Musik bei ihrem Weg hinauf in die Berge ein Begleiter war. Wie es die Bäche zu jener Jahreszeit pflegen, so war auch die Zahl der Ihren erneut angeschwollen. Diese, die der Ruf des Abenteuers lockte, oder jene, die beim winterlichen Kampf alles verloren hatten, waren dem Zug des Wulfriks hinzugelaufen. Während die eisige Frühjahrsonne erbarmungslos auf sie herniederschien, machten sie sich zielstrebig auf zum Grimbold-Pass. Zwar hatte der Herr Ottensis einige Zeit Vorsprung, doch Wulfrik plante, ihn eingeholt zu haben, bevor dieser den Pass mit seinem Heer betreten würde. Dann würden sie diese gefährliche Reise gemeinsam antreten können und jeder wäre nicht auf sich allein gestellt. Daher schickte Wulfrik den kahlen Thomas, den Besten ihrer Kundschafter, mit einer Botschaft voraus, dass man sich an der Grabeseiche, wo der Aufstieg ins Gebirge seinen Anfang nimmt, treffen wolle.


    Sie kamen gut voran und es dauerte nicht lange, bis sie zu jenem Ort kamen. Ein mächtiger Baum wächst dort aus der Erde, der, so scheint es, wenn man zu seinen Füßen steht, mit seinen vielen Händen das Himmelzelt selbst trägt. Umringt wird er von vielen alten Grabsteinen und Denktafeln, unter denen aber nie ein Geschöpf je vergraben wurde. Wer diese Steine einst aufstellte und warum, war zu jener Zeit längst in Vergessenheit geraten und auch die Erinnerung an die Namen derer, die auf ihnen stehen, ist längst wie Nebel hinfort gewichen, obwohl die Alten und Weisen beschwören, dass es sich um die Namen einst mächtiger und großer Männer handelt. Nur ein einziger Namen wurde nicht vom Schleier der Vergessenheit umhüllt. Auf einem Zierlichen Stein am Rande steht: Grimbold, Herr des Passes.


    Als sie nun erschöpft auf Grund der raschen Reise, in den Schatten des mächtigen Baumes traten, fielen ihnen die einzigen beiden Personen auf, die dort auf sie warteten. Der kahle Thomas lehnte mit dem Rücken am gewaltigen Stamm der Eiche, sein Pferd graste friedlich auf der angrenzenden Wiese. Neben ihm hockte ein älterer Mann in einem fremdartigen langen schwarzen Mantel gekleidet. Er verband gerade den gebrochenen Fuß des Thomas. „Ah, die Herren Wulfrik, Aethelberg und all die anderen feinen Herren.“, sagte der Fremde mit einem Lächeln auf den Lippen.



    In den Schlund

    Der Fremde stellte sich als ein freundlicher alter Heiler heraus, der beseelt vom Glück war, als er erfuhr, dass die Abenteurer im Sinn hatten, den Pass zu überqueren. „So habe ich doch endlich Gefährten gefunden, die mit mir diese schwierige Reise wagen wollen, welch ein Glück!“, sprach er und schloss sich der Gruppe an. Er erzählte den Brüdern Wulfrik und Aethelberg, dass er von den Jägern der Gegend gehört habe, dass die imperialen Truppen um den Herrn Ottensis bereits aufgebrochen waren, um den Pass zu überschreiten.


    Als sie dies hörten, brach die Truppe der Brüder auf, in der Hoffnung das Heer des Ottensis einzuholen, und marschierte frohen Mutes in den Schlund des Passes. Je weiter sie die Berge erklommen, umso mehr schien die Zeit rückwärts dem Winter entgegen zu gehen und die Landschaft verwandelte sich zurück in eine Welt aus Eis und Schnee, aus der nur das Grün der Tannen hier und da hervorlugte. Aethelberg machte sich zunehmend Sorgen, da sie im Schnee, der normalerweise so geschickt darin ist, die Spuren derjenigen festzuhalten, die ihn besuchten, keine Zeichen fanden, dass das Heer des Ottensis hier bereits entlang gekommen war. Doch Wulfrik teilte diese Bedenken nicht.


    Er war entzückt beim Anblick, der sich ihm bot. Das Gefühl nur einen Wurf von der Stelle entfernt zu sein, wo die Lippen des Himmelreiches die Erhöhungen der Berge küssen. Das Gefühl beim Hinabblicken, dass der jeder Tropfen aus der Flasche als Regenschauer über die gesamte Welt herniedergehen würde. Dieses Gefühl, dass ein einziger großer Sprung von hieraus genügte, um wieder vor den heimatlichen Türen zu stehen. Dies alles waren wahrlich mächtige Gefühle. Auch die meisten anderen wurden von dieser Welle an den Emotionen hinweggetragen. Hinzu kamen die unterhaltsamen Geschichten ihres neuen Wegbegleiters, die ein ums andere Mal schallendes Gelächter von den Bergrängen wiederschallen ließen. Doch dann kam der Tag als Väterchen Frost zurückkam.


    Man war schon ein paar Tage unterwegs gewesen und näherte sich langsam dem Gipfel. Bis hierhin war man sehr gut vorangekommen und zu keinem Zeitpunkt hatte man etwas ausmachen können, was der Reisgruppe feindlich gesonnen war. Nun aber verdunkelte sich der Himmel und es fing schwerlich an zu winden und zu schneien. Schnell war für den Tag nicht mehr an vorankommen zu denken, sodass man anhielt und ein Lager aufschlug. Auf Drängen des Athelbergs wurden Stöckchen gezogen, welche zwei die Aufgabe übernehmen mussten, die Umgebung des Lagers auszukundschaften. Das Los viel auf Wulfrik und den schönen Tolga, einem schwarzhaarigen jungem Mann, der sich in Hausach der Gruppe angeschlossen hatte und behauptete, dass seine Familie von jenseits des Meeres vom Kontinent Mundur kam. Dort lebten die Menschen immerwährend in Bedrängnis vor unzähligen Schrecken, hieß es und heißt es noch heute.


    Während die restliche Gemeinschaft sich am Feuer wärmte, mussten diese beiden also los in den Sturm. Nicht lange dauerte es und beide waren tief durchgefroren. Weder von Feinden noch von sonst einem Lebewesen hatten sie ein Zeichen gefunden, als würde der Schnee die Spuren aufsagen, genauso so wie auch der Treibsand keine Spuren seiner Opfer zurücklässt. Schon wollten beide wieder zurück, da glaubte Wulfrik, ein Geräusch auszumachen, dass nicht zur Monotonie des Windes gehörte. Als sie an den Rand eines Abhanges kamen, eröffnete sich ihnen ein bizarres Schauspiel.



    Die Herren der Berge

    Das Schneetreiben versiegte abrupt und gab den Blick frei. Vor Wulfrik und dem schönen Tolga erhob sich hoch in den Bergen ein schmales aber weitauslaufendes Hochplateau. An den Seiten, wie auf Rängen, standen und saßen Tierwesen, auf ihren zwei gehuften Beinen bewegten sie sich genauso wie Menschen. Die meisten hatten ihren Kopf, der von langen Hörnern geziert wurde, gen Himmel gestreckt und schrien in Ekstase ihre Emotionen hinaus, sodass der Wind ihre Stimme in einem unheimlichen Kanon vereinte. So feuerten die Tierwesen zwei Kreaturen an, die in der Mitte des Plateaus im Ringkampf vereint waren. Der Oberkörper der Kreaturen war der eines Oger ähnlichen Menschen, grobschlächtig waren ihre Gesichter, altertümlich ihre Helme, die sie trugen, nur leicht bekleidet ihr Körper. Nach unten hin, ging ihr Körper in grüne Schuppen über und formte den Leib einer riesigen Echse, deren Schwanz länger als Kinder zu sein schien. Auf vier Beinen standen sie, welche in mit Krallen versetzten Klauen endeten.


    So rangen sie miteinander und jeder versuchte, die Oberhand über den anderen zu erlangen. Doch keiner vermochte über den anderen zu obsiegen. Während Wulfrik und Tolga gefangen von diesem Schauspiel, das sich ihren Augen auftat, verweilten, fand ihr Blick noch eine weitere Gestalt, die ihnen zuvor verborgen geblieben war. Eine blasse Frau, ganz in weiß gekleidet, stand regungslos mitten auf dem Plateau und verfolgte mit ausdrucksloser Miene das Schauspiel. Sie trug ein langes wallendes Kleid, das so zu Boden fiel, dass man kaum sagen konnte, wo der Schnee begann und ihr Kleid endete. Ihr Gesicht war betörend schön und wurde durch ihre stechend grünen Augen gekrönt. Auf ihrem Haupt saß eine hellblaue schlichte Krone aus unbekanntem Metall. Da fiel ihr Blick auf die zwei Beobachter und, als sich die Blicke der beiden Männer mit der weißen Frau kreuzten, schien es als würden sie die beiden durchbohren. Während der schöne Tolga, wie von einer Lanze aufgespießt, dachte, sich nicht mehr von der Stelle bewegen zu können, regte sich in Wulfriks Herzen ein Unbehagen von unbeschreibbarem Ausmaß. Er fühlte Kälte, Tod und Hass. Überwältigt vom Drang zur Flucht, machte er sich mit dem schönen Tolga überstürzt auf den Weg zurück. Dieser wollte zuerst nicht und kämpfte gegen Wulfrik an, sodass dieser ihm einen überwältigenden Schlag versetzen musste. Dann warf er sich den ausgeknockten Gefährten über und stürmte zurück zum Lager.



    Flucht vorwärts

    Mehr als nur verdutzt waren die strenge Greta und der starke Ajax, die vom Los zur Wache verdammt worden waren, als Wulfrik mit dem schönen Tolga, der mittlerweile wieder auf den Beinen war, in überstürzter Eile mitten aus dem Schneegestürme auftauchte. Dem schönen Tolga stand der Schrecken noch immer ins Gesicht geschrieben. Sein Gesicht war kreideweiß und seine Lippen machten keine Anstalten Wörter zu formen, als ob sie vergessen hätten, wie so etwas geht. Wulfrik dagegen erhob die Stimme: „Auf, auf! Macht euch auf. Wir müssen sogleich von ihr verschwinden.“ Bevor die beiden Wachen etwas entgegnen konnten, rannte Wulfrik schon weiter und schrie dergleichen den restlichen Männern und Frauen zu. Diese sprangen sogleich auf, als sie seine Worte vernahmen. Doch sie schienen danach wie gelähmt und nicht im Stande sich zu bewegen. Wulfrik schrie sie an, dass ihr aller Leben davon abhing zu verschwinden, sonst würden sie noch heute alle im Reich des Todesgottes speisen. Da kam Bewegung in die verstörten Abenteurer und überhastet wurde das Lager abgebaut. Immer wieder blickte Wulfrik panisch über die Schulter und auch manch andere folgte seinem Blick, ob sich Gestalten, die böses im Sinn hatten, sich dem Lager näherten. Doch war es vergebens, da der Väterchen Frost alles verbarg, was sich hätte nähern können.


    Dann war das Lager abgebaut und alle gerüstet versammelt. Doch stellte sich die Frage, wohin des Weges? Wieder zurück, den Berg hinunter, von wo sie gekommen waren? Würde der Feind dies nicht vermuten und sie abpassen? Da kam ihnen der alte Heiler, ihr neuster Gefährte, zur Hilfe. Er sprach von einer alten Festung, die vor längerer Zeit errichtet worden war, nun aber verlassen war. Sein Vorschlag wurde angenommen und so schickte er sich an, ihnen den Weg zu weisen. Unter seiner Führung kamen sie hastend trotz des Wetters erstaunlich gut voran. Über seltene Pfade und Wege, die unaufmerksame Augen schnell übersehen, bewegten sie sich fort. Und nach einiger Zeit, wie so langsam der Schrecken aus ihren Knochen entwich und die Hoffnung, dem Feind entronnen zu sein, emporkroch, da erhob sich vor ihnen der dunkle Umriss einer kleinen Festung.

    Specter und Merrhok haben das wirklich sehr schön zusammengefasst. :thumbup:


    Nur noch ein kurzer Nachtrag von mir: Die Grey Knights sind militärische Arm des Ordo Malleus. Die INquisiton ist in drei Ordos aufgeteilt: dem Ordo Xenos, der sich auf Aliens also nicht menschliche Spezies fokussiert, den Ordo Hereticus, der sich Heretikern und Ketzern, also der Gefahr durch das Chaos von Innen, widmet, und dem Ordo Malleus, der sich der Gefahr des Warps von Außen, also vor allem Dämonen, stellt.

    Ich glaube, dass der Überdruss an den Ultramarines auch daran liegt, dass der Fluff in den letzten Jahren beschönigt bzw. verändert wurde.


    Früher waren die Ultramarines ein Orden, der auf keinen Gebiet besonders gut war. Sie konnten alles aber nichts gut, für jedes Gebiet gab es einen Orden, der ihnen überlegen war. Die Stärke der Ultramarines zeichnete sich aber dadurch aus, dass sie auf dem Gebiet der Oragnisation und Taktik alle anderen schlugen. Sie waren flexibler als alle anderen Orden. Die hohen Offiziere hörten auch dem "unwichtigsten Marine" zu, wenn er eine sehr gute Idee hatte oder sich auf einem Gebiet besser auskannte.


    Nach den Darstellungen heute sind die Ultramarines der Überorden, der alles kann und auch alles besser kann als die anderen Orden. Das ist Langweilig. Zudem haben sie (auch schon früher) ein gewisses Saubermann-Image. Es fehlt dem Orden, die Tragik der Blood Angels, die dunklen Geheimnisse der Dark Angels, die Sturheit der Imperial Fist oder das Unorthodoxe der Space Wolves.

    Die grauen Plastikkrater kommen mir so bekannt vor, das dürften die aus Battlefield in a Box sein?

    Ja, das müssten sie sein. ^^ Mein Fantasy-Gelände ist zur Zeit leider "vergraben", daher müssen wir uns mit dem behelfen, was da ist.


    Büchsenknacker ist ein überragender Name für einen Waarghboss, der mich jetzt schon inspiriert:hihi:

    Man sagt, er habe diesen Namen, weil er so gerne imperiale Ritter verhaut. :saint::D

    Was ist eigentlich aus dem Riesen geworden nach der Verletzung durch die Kanone?

    Vielleicht haben das meine müden Augen nach der Arbeit übersehen, aber ich finde die Stelle irgendwie nicht.

    Du weißt ja aus meinem thread, dass Riesen immer meine besondere Aufmerksamkeit finden:tongue:

    "Der Riese hat leider das Fressen verlernt und schafft es nicht den halb toten General des Imperiums in den Tod zu schicken. Dies rächt sich auch prompt, sodass dieser heroisch dem Riesen den Lebensatem nimmt. Tod fällt dieser in die Menge und kann selbst dadurch den blöden Menschen nicht töten. Er steht weiterhin mit einem Leben. :pinch:"


    Der Riese rockt leider nie bei mir. ;( Das Problem ist, dass er selten mit vollen Lebenspunkten im Nahkampf ankommt, wodurch sein Output bei AoS eingeschränkt ist. Mit seinem 5er-Rüster und 12 Lebenspunkte hält er leider auch nicht genug aus, im Vergleich zu anderen Monstern. In der 9tA-Partie hat er sich aber sehr gut geschlagen, da würde ich ihn jeder Zeit wieder spielen :]

    Der erste Spielzug



    Das freudige Gebrüll der Orks erfüllte das Schlachtfeld und los ging es. :] Mit größtem Eifer rücken all meine Truppen auf der gesamten Linie vor. Dann feuert das Katapult das erste Mal. Sein Treffer tötet drei Bihandkämpfer, woraufhin (nach schlechten Moralwürfen) noch zwei Weitere die Flucht ergreifen. Sagen wir mal, dass sie nur die Leichen vom Schlachtfeld tragen, damit ihnen eine würdige Bestattung zuteilwerden wird. Welchen Grund sollten sie sonst haben, so früh das Schlachtfeld zu verlassen ;)

    Die Menschen positionieren sich in ihrem Spielzug leicht um, darauf wartend, dass die Orkhorde heranrollt. Dann vergeht ein lauter Knall, als eine Kanonenkugel in meinen Riesen schlägt und ihm die Hälfte seiner Manneskraft beraubt (6 LP verbleiben). :S


    Der zweite Spielzug



    Da Menschänz stehen leider noch außerhalb einer gut machtbaren Angriffsreichweite. So lasse ich die Orks lieber rennen, sodass sie im nächsten Zug selbst bei einem weiteren Rückzug des Chiefs, einen Angriff mit höherer Wahrscheinlichkeit schaffen. Nur mit meinen Trollen renne ich nicht, in der Hoffnung, mit ihnen einen lucky Punch landen zu können.

    Doch bevor diese großen Grobis mit dem erlesenen Geschmack für alles zwischen Fische und steinhartem Eisen vorstürmen können, ist es erneut mein Katapult, das Aufsehen erregt. Ein gut gezielter Stein landet direkt auf den Köpfen der Kanonenbesatzung und lässt niemanden lebend zurück. ^^ Dadurch ermuntert laufen die Flusstrolle mit einer 11 tatsächlich in die Musketenschützen, was einem durchs Abwehrfeuer das Leben kostet, die 10 Menschen im Gegenzug jedoch auch. Es ist eine schnelle große Sauerei. :saint:


    Der Chief will auf seiner linken Flanke nun Kontern. Die vier Demigreifen und die zwanzig Schwertkämpfer greifen die Flusstrolle an. Auf der anderen Seite stürmen auch die Bihandkämpfer vor und schaffen einen Angriff auf den Orkmob. Weiter das Feld hinab preschen die Büchsenreiter hervor und nehmen mit ihren Gewehren mein Katapult unter Beschuss. Die zielsichere Gobbomanschaft findet so ihren Meister. =O

    Auf meiner linken Flanke beginnt ein Massaker, deren Heftigkeit mir gerne hätte erspart bleiben können. (Nein, Spaß, Gork und Mork mögen das Moschen und Bihänder … die können richtig gut moschen). Ganze 15 Orks werden in einem Hagel aus schwingenden Großschwertern in Scheiben geschnitten. Die Rache fällt mit einem toten Bihänder recht mau aus. ;( Auf der anderen Seite töten die Trolle einen Demigreifen und nur zwei Schwertkämpfer (hier war Fortuna leider auf der Seite des Chiefs). Ich selber habe Glück, dass nur zwei Trolle sterben und nicht mehr.



    Der dritte Spielzug



    Waaaaagghh! In den Schrei meines Waaghboss fällt die gesamte Orkschaar ein. Die Befehlsfähigkeit gibt jeder Orkeinheit in Reichweite eine zusätzliche Attacke. Es wird Zeit zu moschen! Zuerst vomieren aber meine Trolle noch elegant in die Reiher meiner Feinde. Für einen weiteren Demigreifen bedeutet dies das Ende.

    Oh, Fortuna, du hinterhältige Dirne! X/ Meine Angriffswürfe der Schwarzorks und des Orksmobs auf der rechten Flanke sind unterirdisch (eine drei und eine vier). Ich schaffe es zwar in den Nahkampf, aber nicht alle meiner Modelle werden zuschlagen können, was angesichts der zusätzlichen Attacken besonders ärgerlich ist. Der anschließende Nahkampf ist einmal mehr der pure Tod. :eeeek: Nur Neun Bihandkämpfer sterben. Die restlichen fünf Orks und ein Schwarzork. Ein weiterer Troll und nur sieben Schwertkämpfer. Der Riese hat leider das Fressen verlernt und schafft es nicht den halb toten General des Imperiums in den Tod zu schicken. Dies rächt sich auch prompt, sodass dieser heroisch dem Riesen den Lebensatem nimmt. Tod fällt dieser in die Menge und kann selbst dadurch den blöden Menschen nicht töten. Er steht weiterhin mit einem Leben. :pinch:



    Doch im Zug des Chiefs ist Schluss mit lustig. Mein Waaghboss holt sich den Kopf des feindlichen Generals. Möge das dem Kampfgeist der Menschen zu denken geben. Doch im Gegenteil. Die Horde an Hellebardiere stürmt in den Kampf und die Schwarzorks verlieren eine hohe Anzahl der ihren, Halten aber stand, während auch die Bihänder auf eine kleine Anzahl zusammenschmilzt. Auf der rechten Flanke stirbt auch der vorletzte Troll. Dann zertrümmert eine geschwungene Steinkeule auch den Kopf eines weiteren Demigreifen. Schwertkämpfer und Demigreifen dünnen sich weiter aus. :party:


    Der vierte Spielzug



    Es sieht nicht gut aus für mich. Haben die Ork-Götter mich etwa verlassen? Noch ist nicht aller Tage Abend. Meine Schwarzorks und ihr Boss (der mit der netten Standarte auf dem Rücken) töten die restlichen Bihandkämpfer und lassen auch noch ein paar wenige Hellebardiere in den Staub sinken. Doch dann wendet sich das Schlachtglück weiter. Die Schwarzorks werden von der schieren Übermacht an Hellebardieren übermannt und gehen bis auf den letzten Ork zu Grunde.

    Nicht weit entfernt entspinnt sich das Lächerlichste, was ich seit langem gesehen habe. Mein Waaghboss verliert den Nahkampf gegen die Schützenreiter. Die verblieben zwei Schießen den Anführer meiner Truppe im Zug des Chiefs über den Haufen. Das war nicht der Ruhm, den ich für ihn im Sinn gehabt hatte. :snoob:

    In den Ruinen neutralisieren sich die Truppen. So langsam lebt hier einfach auf beiden Seiten keiner mehr. Einer der Leidtragenden ist unter anderem mein Schamane, den ich bisher nicht erwähnte, da absolut nichts tat. Jeder seiner Zauber wurde gebannt.


    Der fünfte Spielzug

    Der Schwarzorkboss wird knapp nach erbittertem letztem Gefecht schließlich gefällt. Jedoch nicht bevor er einen erstaunlich großen Haufen an Menschenleichen um sich herum aufgetürmt hatte.


    Das Spiel ist vorüber.


    Fazit

    Was für ein Spiel. Es hatte vor allem eines viel viel Spaß und eingeschlagene Schädel nicht schlecht. Der Chief hat das alles wirklich sehr gut gespielt und hatte ein bisschen Glück, dass mir in wichtigen Moment, die Würfel nicht hold waren. Der Sigmarpriester ist in AoS für die Punkte nen richtig krasses Modell meiner Meinung nach. Wir waren beide positiv überrascht. Mein Ork-Schamane hat sich sicherlich, den Titel für das schlechteste Modell verdient. Er hatte absolut keinen Einfluss auf die Stadt und ich hätte ihn genauso gut zu Hause lassen können und es hätte sich nichts geändert. Zaubern können wohl nur die Gobbos. :S Mal schauen, wie die nächsten Schlachten aussehen werden. Die Flusstrolle haben sich einmal mehr in mein Herz gespielt. Es sind einfach tolle Modelle und auch im Kampf sind sie ganz fieß ^^


    Wer etwas mehr Fluff möchte, kann gerne auch mal hier vorbeischauen. Die Geschichten werden auch schon mal unbemerkt erweitert. Es lohnt sich also regelmäßig mal reinzuschauen. Wobei es schon länger her ist, dass ich etwas schrieb. :arghs:

    Heimanns Uferschlacht (Im Frühjahr des Jahres 1067)


    […] Der Schnee war geschmolzen und Väterchen Frost hatte sich in seine Gefilde zurückgezogen, da nun sein Bruder die Lande aufsuchte. Die Vegetation erwachte. Die Tage wurden länger und die Pflanzen begannen gen Himmel zu streben.


    Doch zu dieser Zeit begann auch die Großoffensive der Orks und mit ihr in Averland die westlichen Hochlande zu brennen. Die Lage ergab sich wie folgt: Im Westen in Umrbien marschierte Friedrich von Wienersbach auf Gartkirch zu, um es den Goblins, die die Stadt noch immer hielten und von ihr aus ihre Beutezüge unternahmen, wieder zu entreißen. Im westlichen Averland selbst eroberten und schliffen die Orks die Städte. Nur an der größten Stadt in dieser Gegend Domestica Colonis biss sich Waaghboss Büchsenknacker vorerst die Zähne aus. Die Stadt wurde mit einem Ring aus Katapulten umzingelt und tagelang immer wieder bombardiert. Etwas weiter im Westen hielt der averländische Kurfürst, Josef von Greifenfels, bei den Engpässen des Ästelingsgebirge die Stellung. Nach der Vereinigung mit den überlebenden Mannen des Manfred aus Schmiedhafen hatte er sich dorthin begeben, in der Annahme, dies sei der beste Ort, um den Orks den Weg in die averländischen Tiefebene und der Hauptstadt Averruhs zu verweigern.


    Im Osten hielt derweil Theoderich von Steierkrat die Stellung und machte keine Anstalten den Averländern zur Hilfe zu eilen. Denn der Instinkt und die Weitsicht dieses Mannes sollten sich einmal mehr als überlegend beweisen, da mit dem Frühling auch Waaghboss Eisenschädäl zurückkehrte und den Feldherren einmal mehr herausforderte, um nach der Niederlage bei Heimans Hügel Vergeltung zu fordern. Doch Theoderich hatte nur auf ihn gewartet und ließ die Orks in eine Falle laufen. Nachdem sie die Orks die Werra unbehelligt überschritten hatten, warteten die imperialen Streitkräfte nicht weit entfernt auf sie […]



    Nach längerer Pause – leider kommen wir zurzeit kaum zum Spielen – war es wieder soweit. Einmal mehr sollten meine Orks auf die Menschen von Smittychief1994 treffen.




    Was ist mit GW los?

    (Bevor ich einen neuen Thread aufmache, kann ich auch hier ein wenig Leben wieder reinbringen, dachte ich mir)


    Ich weiß nicht, ob es euch auch aufgefallen ist, aber meiner Meinung nach ist dieses erste halbe Jahr sehr mau, was die Releases angeht. Abgesehen von den Nachtgoblins im Januar haben wir nur kleinere Neuerscheinungen gesehen. Selbst die Rückkehr von Slaanesh hat sich nicht in einer signifikanten Anzahl an neuen Modellen bemerkbar gemacht.


    Ist euch diese Beobachtung auch aufgefallen? Oder ist meine Wahrnehmung verzehrt, weil ich die Neuerscheinungen bloß persönlich uninteressant fand?


    Woran könnte es liegen? Werfen noch kommende Releases (Adeptus Sororitas) ihren Schatten voraus? Oder ist es auch einfach schwer für GW, wenn man schon so eine große Bandbreite an Modellen besitzt?

    Ich muss sagen, ich kann dem alten Symbiarchen viel abgewinnen. Besonders wenn er aus einer Rotte Symbionten herausguckt, sieht er sehr eindrucksvoll aus. Meiner Meinung nach auch ein klassischer Fall, dass manchmal weniger einfach mehr ist. :) die Modelle sind natürlich beide sehr schön bemalt ;) freut mich, dass du die Spinnenweben beiseite gefegt hast :)