Herdenstein - KFKA, Diskussionen, Heerschau und Geplauder

  • Die Ziege kann nicht so schnell schreiben, die Brutmutter ist erkrankt und der Nachkomme auch. Er muss die Wälle bemannen und Sie verteidigen, den ohne Brutmutter und Nachkomme wird Ihn die Herde zerfleischen.

    Ninth Age Playtester =]


    i know things and i don't drink ;)

  • Kapitel 49 - Schnitte und Risse



    Graktar legte den Kopf zur Seite und zog das Kinn hoch, bis sein Nacken knackte. Diese Geste verfehlte ihre Wirkung nicht und Gurlak wurde wieder wütend. Wenn er etwas hasste, dann war es Respektlosigkeit. Erneut hielt er auf den Alten zu, täuschte Links an, tauchte dann nach Rechts und stieß sich kräftig mit dem Sprungbein ab um die Schwerkraft für seinen kommenden Hieb zu nutzen. Er war schnell, aber nicht schnell genug um Graktar zu überrumpeln. Dieser ließ Gurlaks Axtblatt an seinem eigenen Beil abgleiten, führte sie dabei rechts um sich herum, drehte sich in die Angriffsbewegung des jüngeren Großhäuptlings hinein und verpasste ihm somit einen heftigen Stoß mit der Schulter. Gurlak prallte von ihm ab, als wäre er vom Kopfstoß eines Tuskgors getroffen worden. Sofort erwiderte Graktar mit einem horizontalen Hieb und verpasste ihm eine tiefe Schnittwunde, quer über die Brust. Der Schmerz war ein beißender Weckruf. Heißes Blut rann Gurlaks Brust hinab, über den Bauch bis in den Lendenschurz und der Geruch des Lebenssaftes ließ die rote Wut Besitz von ihm ergreifen. Er schnaufte schwer und zornig durch Nüstern und Zähne. Beide Gors zeigten bereits die ersten Anzeichen von Erschöpfung, was bei der Kraft und Geschwindigkeit ihrer Hiebe auch nicht verwunderlich war. Als Graktar auch die nächsten beiden Attacken parierte, ließ Gurlak seinen schweren Schädel auf den des alten Gor niederfahren und die Klinge, welche die Bestigor-Haube krönte, schnitt ihm tief ins Gesicht.


    Ein klaffender Schnitt zog sich über Graktars linke Gesichtshälfte, von der Stirn über die Wange zum Maulwinkel. Das Blut lief ihm ins Auge und nahm ihm die Sicht. Sein Atem ging schwer und nun schien auch er seinen Gegner anzufunkeln, zeigte aber sonst keinerlei Gemütsregung. So schnell er es vermochte – aber nicht mehr so blitzartig wie noch zuvor – hieb Graktar auf Gurlak ein und seine Axt verhakte sich mit dem Axtblatt seines Gegners. Ihre Zweitwaffen nutzen die Großhäuptlinge, um Druck und Griff auf ihre rechte Hand zu erhöhen. Beide zogen, schoben und drückten, dass sich die Muskeln ihrer verschwitzten Leiber zum Reißen spannten. Mit gefletschten Zähnen schauten sie sich gegenseitig direkt ins Angesicht und Schweiß und Blut rann ihnen von Stirn und Oberkörper. Der Kampf ging in eine Art Ringen über und sie fügten sich gegenseitig eine Vielzahl kleinerer Schnitte zu. Beider Kräfte waren aufs Äußerste beansprucht und ließen stetig nach. Die Muskeln begannen sauer zu brennen und drohten den Dienst zu versagen, je länger sie der übermenschlichen Belastung ausgesetzt waren. Gurlak versuchte die Druckrichtung seines Widersachers für sich zu nutzen, hob den linken Huf und ließ sich in die Richtung fallen, in welche Graktar drückte. Dieser war augenblicklich seiner Balance beraubt und Gurlak nutzte die Rückwärtsbewegung für einen Wurf. Er stampfte erneut mit dem linken Huf auf und riss Graktar in einer Hüftdrehung um die eigene Achse. Die Beiden landeten im Staub und verloren jeweils die verhakte Axt aus ihrer rechten Hand. Mit den somit freigewordenen Händen hielten sie nun die verbliebene Axt des jeweils anderen in Schach. Sie rollten über den Boden. Faustschläge, Ellbogen-, Knie- und Kopfstöße wurden ausgetauscht. Die Erde – des noch immer feuchten Bodens – sowie Gras und Blut klebten an ihren schweißnassen Körpern und vermengten sich zu einer homogenen, braunen Masse, welche den Großteil ihrer Körper bedeckte. Lediglich frisches Blut aus Nüstern, Maulwinkeln und Schnitten floss und leuchtete in hellem Rot.


    Graktar und Gurlak atmeten tiefe und gierige Atemzüge aus offenen Mäulern. Speichelfäden zogen sich von ihren Lippen und zeugten von der Erschöpfung der beiden Hünen. Eben, als der Alte seinen jüngeren Gegner in den Bauch trat und über sich hinwegstieß, gab es ein alleserschütterndes Donnergrollen. Just in dem Moment, als Gurlak unsanft auf dem Boden aufschlug, brach die Erde unter ihnen – und um sie herum – auseinander und gewaltige Risse klafften im Erdreich des Drakenwald-Bodens.


    Gurlak und Graktar fielen. In diesem kurzen Moment der Schwerelosigkeit gewannen ihre Instinkte die Überhand und sie ließen voneinander ab. Dann wurden sie von den Schatten verschluckt.

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  • Unterirdische Monster? Skaven-Tunnel? Hohlwelt-Theorie? ... Bleiben Sie dran!


    Das also sind diese Tage, an denen man zuhause sitzt, Bier direkt aus der kaputten Kaffeemaschine trinkt und wartet, dass es regnet, damit man endlich raus kann. - Horst Evers

  • Kapitel 50 - Chaos



    Die umherstehenden Tiermenschen schauten gebannt auf die Spalte im Boden und Unruhe breitete sich aus. Einige vermuteten einen bösen Zauber oder eine List ihrer Feinde. Wut stieg in vielen von ihnen darüber auf, dass sie offenbar ihrer Großhäuptlinge beraubt worden waren. Gerade als sie wieder begannen ihren Unmut aneinander auszulassen, brach ein Teil der Erde nach oben weg und ein riesiges Ungetüm tauchte aus der Tiefe des Erdreiches nach oben. Alle Blicke waren an die monströse Abscheulichkeit geheftet und die Augen der Behuften weiteten sich in Unglauben, Unverständnis und Furcht. Vor ihnen bäumte sich ein Koloss auf, welcher auf mehreren Extremitäten am Rand der Erdspalte nach oben kletterte. Es sah aus, als hätte die gewaltige Kraft roher Magie eine riesige, mehrköpfige, bis zur Unkenntlichkeit mutierte Ratte erschaffen. Die unzähligen Nager-Gesichter quiekten und schrien, als sich das Wesen aus den Tiefen der Erde an die Oberfläche schob. Sein Körper war fast so lang wie der eines Wurmes und schien immer noch ein weiteres Paar Beine zu besitzen.


    Es bedurfte keiner eingehenden Untersuchung und doch war Bratak klar, dass aller Wahrscheinlichkeit die lokalen Warpstein Vorkommen für die Entstehung dieses Monstrums verantwortlich sein konnten. Er überwand daraufhin als Erster seine Schockstarre und rief den Gors vor sich Befehle zu, das Biest zu bekämpfen und ihren Herrn aus der Tiefe zu befreien. Einige besannen sich daraufhin, andere blieben weiter wie angewurzelt stehen und konnten ihre Blicke nicht abwenden. Das Untier hingegen, zögerte nicht und hieb umgehend auf die Behuften ein, welche sich in seiner Reichweite befanden. Als die ersten Ungors zu flüchten begannen, versuchten mehrere Häuptlinge sie mit wütendem Brüllen und Befehlen zur Ordnung zu rufen. Aber es half nichts. In ihrer Empörung und Hilflosigkeit hackten viele der Herdenführer auf ihre feigen Artgenossen ein. Einige der Ungors kamen so zur Vernunft und hoben wenigstens ihre Speere gegen das Monster. Während die Tiermenschen noch damit beschäftigt waren Ordnung in das herrschende Chaos zu bringen, wütete das Monstrum fürchterlich unter ihnen und richtete ein regelrechtes Blutbad an. Die Hiebe seiner Pranken zerschmetterten Schilde und Speere ohne größere Mühe. Haut und Fleisch zerfetzten, Knochen brachen und Blut spritzte, als es nahestehende Gors und Ungors aufhob, an seine Häupter hob und bei lebendigem Leibe verspeiste. Die Angst- und Schmerzensschreie wurden immer lauter. Ebenso breitete sich die Kunde über das Verschwinden der Großhäuptlinge wie ein Lauffeuer über das Schlachtfeld aus und die Häuptlinge und Helden der anwesenden Stämme drängten in Richtung des Erdspaltes, um Zeugen des Unfassbaren zu werden und ihren Platz in der neuen, bevorstehenden Ordnung einzunehmen.


    Hinter der vielköpfigen Abscheulichkeit des Tiefenreiches schwärmten mehr und mehr riesige Ratten an die Oberfläche. Sie fielen über jene Tiermenschen her, die ihnen schwach genug erschienen und mieden jene, von welchen die größte Gefahr auszugehen schien. Immer mehr und mehr der pelzigen Nager überfluteten das Schlachtfeld geradezu. Mardugor hieb wie wild auf die Rattenwesen ein. Von den Meisten blieben nur blutiger Ruin und stinkende Kadaver. Die Gor kämpften nunmehr nicht weiter gegeneinander, sondern richteten ihre Aggression einzig und allein auf die neue Bedrohung.


    Viele abgebrochene Speere ragten bereits aus dem abscheulich mutierten, wurmartigen Körper der vielköpfigen Brut. Die Gors und Ungors begannen nun, unter Führung der Häuptlinge, das Wesen kombiniert und systematisch zu attackieren. Gors stürmten vor, schlugen auf das Untier ein und ließen sich zurückfallen. Sobald das Monstrum ihnen nachsetzte, bekam es die Speere der kleineren Tiermenschen zu spüren. Und so blutete das Ungeheuer bereits aus einer Vielzahl tiefer Wunden. Auch Bhorgaz war unter den Angreifern und versetzte der Brut einen kräftigen Stoß mit seiner Lanze. Noch bevor er sie aber aus dem blässlichen, beulenüberzogenen Fleisch gezogen hatte, schmetterte das Gezücht mit der Rückseite einer seiner riesigen, mutierten Pranken nach ihm und schickte ihn bewusstlos zu Boden.


    Mardugor hackte wie ein Irrer auf die Riesenratten ein und war bereits fast kurz vor der baumhohen Brut, da fiel ihm ein anderer – in Bronze gerüsteter – Gor auf. Ghorhok und seine Untergebenen hatten sich vor der Schlacht vom Ruß, ihrer Nacht- und Nebel-Aktion, befreit und wieder in ihre Rüstungen gekleidet. Der stattliche Caprigor machte Eindruck auf den südländischen Bestienherrscher. Dieser Umstand sollte Konsequenzen haben. Denn wenn die Ratten und dieses Alptraumwesen erst besiegt wären, so nahm Mardugor sich vor, würde er diesen Gor herausfordern, ihn töten, seinen Leichnam schänden und seine Seele heim zu den Dunklen Göttern schicken. Dann hob er seinen bronzenen Spalter und stürmte mit einem beängstigenden Glühen in den Bocksaugen auf die Brut ein.


    Gurlak erlangte das Bewusstsein wieder und fand sich am Boden liegend, in beinahe absoluter Dunkelheit. Er war in einer Art Tunnel gelandet und es roch modrig, muffig und nach den Hinterlassenschaften von Nagetieren. Neben ihm bewegte sich etwas und er tastete den Boden nach seiner Waffe ab. Als er das Stöhnen der Gestalt vernahm war ihm klar, dass es Graktar sein musste. Es klang ganz ähnlich wie die Laute, welche ihm der alte Gor vor kurzem noch im Zweikampf entgegengeraunzt hatte. Aus unerfindlichen Gründen war er irgendwie beruhigt, dass es nur Graktar war, der hier unten, neben ihm im Dunkel lag. Dann bemerkte er plötzlich diese mandelförmig zulaufenden Augen, welche ihm bedrohlich aus dem Dunkel entgegenfunkelten.


    Es war mehr als ein einzelnes Paar Augen, die Gurlak anstarrten. Je länger er hinschaute, desto mehr Augenpaare konnte er im – sich vor ihm abzeichnenden – Tunnel ausmachen. Wie im Reflex brüllte er sie an und sie wichen unter ängstlichem Fiepen zurück. Er riss sich seine Bestigor-Haube vom Schädel, um in dem wenigen Licht, welches hier unten zur Verfügung stand, so gut wie möglich sehen zu können. Es war ein grünliches, kränkliches Licht und es kam von einigen der Wände. Hier und da schienen kristalline Strukturen zu Glühen und das Dunkel zu erhellen. Nun erkannte er auch Graktar besser und sah, dass dieser sich bereits aufgesetzt hatte. Er gab keinen Laut von sich.


    Gurlak sah nun auch, wo seine Axt lag und ging zügig auf sie zu. Unweit davon lag ebenfalls Graktars Beil. Er hob beide Waffen auf und blickte sie kurz an, bevor die Geräusche im Tunnel vor ihm ihn aufblicken ließen. Er erkannte ein dutzend Gestalten, welche langsam und mit speerartigen Waffen im Anschlag auf sie zu schlichen. Sein Griff um die Schäfte der beiden Äxte wurde fester und er knurrte leise. Dann drehte er sich zu Graktar um, warf ihm dessen Beil zu und wandte sich ohne ein Wort erneut in Richtung der Schatten mit den glühenden Augen, welche nun bedrohlich schnell auf die beiden Gors zukamen.

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  • Solidarität kann eine Waffe sein;
    wovor schreckt ihr zurück? Setzt sie ein! xD


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  • Kapitel 51 - Der Weg zurück



    Gurlak vergrub die Hufe im lockeren, erdigen Boden und machte sich bereit für den Ansturm der Schatten. Hinter ihm schwang Graktar sein Beil in einem Test-Hieb und machte sich zum Sprung bereit. Gurlak parierte den ersten Speerstoß und drehte sich am Schaft der Waffe in den Gegner hinein. Blut spritzte, ein Kopf rollte und der Gor hieb unmittelbar auf das nächste Paar leuchtender Augen ein. Graktar sprang vorwärts und streifte in seiner ausladenden Schwungbewegung die Tunneldecke mit der Klinge seiner Axt. Erde rieselte von oben, dann kam der Tod. Zwei der geduckt laufenden Kreaturen starben innerhalb weniger Augenblicke und jene, die hinter ihnen die Spieße im Anschlag hatten, wichen verängstigt quiekend zurück. Ein eigenartiger Geruch verbreitete sich im Tunnel aber die beiden Gors ignorierten ihn und versuchten den Gegnern nachzusetzen.


    An der Oberfläche hieben Ghorhok und Mardugor von unterschiedlichen Seiten auf die haushohe Brut ein. Das Wesen wehrte sich nach Kräften und es fiel den Häuptlingen nicht leicht den verzerrten und mutierten Gliedmaßen des Ungeheuers auszuweichen. Graktars Banner wurde indessen von einem von Mardugors Kriegern getragen, da sein Herr schwerauf beschäftigt war, nicht in Stücke gerissen zu werden. Ghorhok wartete, bis das Ungetüm sich der anderen Seite zuwandte und sprang die vor ihm aufragende Fleischwand an. Wie ein Bergsteiger schlug er seine Axt in das Fleisch des Wesens und zog sich daran hoch. Dann trieb er den Dolch in seiner anderen Hand tief in die beulennarbige Kreatur und zog sich daran empor um erneut mit der Axt zuzuschlagen. Die Haut der Brut riss auf wie altes Segeltuch und Ghorhok rutsche an seiner Axt hängend wieder ein Stück nach unten. Aus der gerissenen Wunde stieß ein Kopf hervor, welcher den Eindruck machte, als handle es sich um einen riesigen, blinden, ungeborenen Ratten-Embryo. Ghorhok schaute mit Abscheu nach oben und ließ seinen Dolch von rechts nach links über die Kehle des blut- und schleimverschmierten Kopfes fahren. Mit einem fiepend-quiekenden Geräusch zog er sich ins Innere der Brut zurück und Ghorhok wurde seitlich von einem mächtigen Faustschlag des Ungeheuers getroffen und ging zu Boden.


    Als Mardugor nun auf die Standbeine einhieb und seine bronzeglänzende Klinge wieder und wieder auf das Ungetüm niederging, begann es bedenklich zu schwanken. Von allen Seiten gingen die, nun unter dem Befehl von Schamanen und Häuptlingen stehenden, Tiermenschen auf die Brut los und rammten Speere in das kränklich wirkende, weiße Fleisch. Viele der Wunden schienen sich augenblicklich wieder zu verschließen, aber das Monstrum wurde doch langsam aber sicher wieder in Richtung des Erdspaltes getrieben. In ihrer Wut vereint, gingen die Behuften wie ein rasender Mob auf die Brut los, hieben auf sie ein wie im Blutrausch, um ihre Großhäuptlinge zu rächen und schlussendlich stürzte das Ungeheuer unter grausam quiekenden Schreien rückwärts taumelnd in den Riss zurück und verschwand in der Dunkelheit.


    Graktar und Gurlak drehten sich augenblicklich um, als hinter ihnen der Tunnel einzustürzen schien. Staub und Dreck wirbelten durch die modrige Luft und nahmen ihnen die Sicht. Nachdem der Schmutz sich gelegt und sie ihr Husten unter Kontrolle hatten, spähten sie in den Tunnel hinter sich. Aus der anderen Richtung schien keine Gefahr zu drohen. Trotz zahlreicher Verluste waren die Wesen mit den leuchtenden Augen zwar immer noch vor ihnen, aber sie hielten gebührenden Abstand und wichen zurück, sobald die Gors sich ihnen näherten. Sie versuchten also zu ergründen, ob ihr Rückweg abgeschnitten sei oder ob es dennoch eine Möglichkeit gab in dieser Richtung an die Erdoberfläche zu gelangen.


    Sie tasteten sich vorsichtig durch den grünlich erhellten Tunnel, um keinen weiteren Erdrutsch zu riskieren und machten vor einem vermeintlichen Haufen von Geröll halt. Erst bei genauem Hinsehen erkannte Gurlak, dass der Haufen sich an mehreren Stellen zu bewegen schien. Als er mit seiner Axt dagegen stieß, zuckte der Berg reflexartig zusammen. Das war kein Erdreich oder Felsen da vor ihnen, sondern ein riesiges Lebewesen – oder zumindest so etwas in der Art. Links und rechts davon wies das Glühen von Warpstein einen Weg um das Ungetüm herum und von oben her schien schwach Tageslicht nach unten. Es gab also einen Weg nach draußen.

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  • Kapitel 52 - Im Dunkel



    Die beiden Großhäuptlinge waren gerade dabei die Wände nach tragendem Wurzelwerk abzutasten, um eine Stelle zu finden an der sie sicher nach oben klettern könnten, da kam Bewegung in den Fleischberg hinter ihnen. Graktar konnte gerade noch ausweichen, als einer der ausladenden Arme des Unwesens schlaff wie eine Peitsche – aber allein durch sein Gewicht gefährlich wie ein fallender Baumstamm – an der Stelle der Wand einschlug, wo er noch eben gestanden hatte. Unter einer Mischung aus Fiepen und Schreien wand sich die Brut in der Enge des Tunnels und versuchte Halt mit seinen verbleibenden Beinen zu finden. Die Gors mussten in Bewegung bleiben, um nicht von dem massigen Körper zerquetscht oder von seinen Klauen und Mäulern zerrissen zu werden. Sie nutzten den wenigen Raum, der ihnen blieb, sprangen gegen die erdige Tunnelwand und stießen sich davon ab, um mit aller Kraft und so hoch wie nur möglich auf dem Fleischberg zu landen. Beide Großhäuptlinge versenkten ihre Äxte in der fahlen Haut und gaben sich alle Mühe Halt zu finden. Gurlak hatte eine Reihe blinder, quiekender Köpfe vor sich, welche wahllos in alle Richtungen schnappten, wie ein wildes Tier im Todeskampf.


    Bevor die Brut Gurlak mit einem Hieb ihrer Arme abstreifen konnte, warf Graktar sich mit aller Kraft in Richtung des Achselgelenkes und vergrub sein Beil tief unterhalb des Gelenkes, im Oberarm-Schaft. Mit einem Knacken gab der Arm nach und sackte schlaff in Richtung Boden. Graktar konnte sich gerade noch an einem Strang Sehnen festklammern, der aus der Wunde hing und den nutzlosen Arm an der Brut herabbaumeln ließ. Das Blut spritzte in einer Fontäne und färbte den alten Großhäuptling von Horn bis Huf rot ein. Im gleichen Moment griff Gurlak tief in die von ihm geschlagene Wunde und fand neben Blut und Schleim Halt an etwas, was ein Horn oder eine Rippe sein mochte. Mit aller Kraft riss er an seiner Axt und befreite sie in einem feinen Sprühnebel von Blut, um sie sogleich in einen der wild umherzappelnden Köpfe der Bestie zu vergraben. So fest er auch zupackte, Gurlaks Hand drohte sich von der glitschigen Rippe zu lösen und nur die Tatsache, dass die Wunde der Brut sich zusehends zu schließen begann verhinderte, dass der Großhäuptling abstürzte. Selbst wenn er wollte, so kam er jetzt doch nicht mehr einfach von dem Ungetüm los und hackte so gut er nur konnte auf die scheußlich mutierten Arme ein, um sich ihrer todbringenden Schläge zu erwehren.


    Graktar kletterte am Rücken des Monstrums empor. Dazu hielt er sich an den, aus dessen Rückgrat ragenden, Stacheln fest. Oben angekommen ließ er eine Serie schwerer Hiebe seines Beils auf die Schädel der Brut herniederfahren. Blut und Hirnreste verteilten sich mit jedem Schlag in der Umgebung und der Großhäuptling schnaufte schwer, angesichts der übermenschlichen Anstrengung, die diese Tat ihm abverlangte. Die Abwehrbewegungen der Brut erstarben langsam und mit jedem Hieb. Das Monstrum sackte nach und nach in sich zusammen. Gurlak versuchte eine neue Wunde in die Brust der Bestie zu schlagen, um seine Hand zu befreien. Dabei gab er – so gut es ihm möglich war – acht, sich nicht selbst die Hand abzuschlagen. Diesmal schloss sich die klaffende Schnittwunde nicht wieder und er riss sich endlich frei. Über ihm stand Graktar, wie ein fleischgewordener Avatar des Blutgottes. Seine Lunge rasselte, seine Brust hob und senkte sich unter schweren Atemzügen, die Arme hingen schlaff an ihm herab, die verkrustete Axt fest umklammert und trotz der grünlichen Beleuchtung war klar zu erkennen, dass er über und über mit frischen und trockenem Blut, Fleischfetzen, Hautresten und Hirn bedeckt war. Der von oben kommende, schwache Sonnenschein umgab ihn, als wäre er eine Art übernatürliche Lichtgestalt und sein Atem zeichnete sich in Wölkchen gegen den hellen Schein ab. Gurlak hielt gebannt inne.

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  • Kapitel 53 - Im Dunkel II



    An der Oberfläche drohte das Chaos wieder überhand zu nehmen, nachdem die letzten Riesenratten erschlagen waren. Während im Zentrum die Kämpfe teilweise erstorben waren und man nicht sicher war, was mit den Herdenoberhäuptern geschehen sein mochte, hatten sich auf den Flanken entweder ganz und gar andere oder gar keine Nachrichten verbreitet. Die Kriegsbemalten Gors unterlagen noch immer ihrer wilden Raserei und machten nieder was ihnen in den Weg kam. Sie wurden erst gestoppt, als der Letzte von ihnen zu Boden ging. Auf der anderen Seite des Schlachtfeldes ging man davon aus, dass die Großhäuptlinge tot wären und die Bestigors metzelten sich weiter durch die in ihrem Weg zum Zentrum des Schlachtfeldes stationierten Feind-Einheiten. Der Gram darüber, dass sie versagt haben mochten und ihr Herr gefallen sei – noch bevor sie an seiner Seite gestanden hätten – fachte sie zu unvergleichbarer Grausamkeit an und sie kämpften bis zur absoluten Erschöpfung und selbst darüber hinaus.


    Am Riss hatte Bratak einige Gors und Ungors um sich scharen können, um Seile zu besorgen und einen Abstieg in die Erdspalte zu organisieren. Einige der Kampfgeräusche waren – wenn auch nur dumpf und undeutlich – an die Oberfläche gedrungen und es bestand Hoffnung, dass Gurlak noch am Leben sei. Sie begannen bereits die Seile hinab ins Dunkel zu lassen und einige Freiwillige machten sich fertig hinunterzusteigen, da traf Gurlaks Leibgarde ein. Bratak versuchte sie so gut es ging ins Bild zu setzen und war froh, dass einige von ihnen mit nach unten gehen würden. Kwurhgor und Merrhok meldeten sich freiwillig und banden sich Seile um die Hüften. Langsam aber sicher wurden sie von den Gors und Ungors hinuntergelassen, während sie sich mit den Hufen gegen die Erdwand abstützten.


    Mardugor stand gebannt da und glotzte Ghorhok an. Dieser war unterdessen wieder auf den Beinen. Mardugor konnte sich beim besten Willen nicht erklären, warum hier nicht mehr gegeneinander gekämpft wurde. Die Krieger beider Seiten waren zwar zum Umfallen ermüdet, aber das konnte kaum der Grund sein. Irgendetwas schien sie auf unerklärliche Weise davon abzuhalten, sich gegenseitig den Garaus zu machen. Er war sich nicht ganz sicher, aber die Vielzahl der anwesenden Schamanen mochte durchaus etwas damit zu tun haben. Denn er spürte noch immer den unbändigen Drang in sich, diesen bronzebewehrten Gor im Zweikampf zu bezwingen und sein Herz zu verschlingen. Aber sein Körper war schwer wie Blei und er könnte sich nicht dazu durchringen, den Schwertarm gegen den Bronzehuf zu erheben. Den anderen Gors in der Nähe des Risses schien es ganz ähnlich zu gehen. Keiner von ihnen erhob mehr die Hand gegen seine Artgenossen. Über all dem wachte Bratak, mit konzentriertem und angestrengtem Blick.


    Weiter unten, im Dunkel hatten Graktar und Gurlak keinerlei Zeit gefunden ihren Machtkampf zu einem Ende zu bringen. Zum einen fehlte das nötige Publikum, zum Anderen wurden sie bereits aufs Neue bedrängt. Kaum war die Brut bezwungen, da strömten erneut speerbewehrte Wesen den Tunnel und setzten ihnen zu. Begleitet wurden sie von riesigen Ratten. Bei eingehender Betrachtung der Leichen, stellten sich auch die aufrecht gehenden Speerträger als Rattenwesen heraus. 'Skaven', knurrten Gurlak und Graktar wie aus einer Kehle und blickten sich daraufhin grimmig und misstrauisch in die Augen. Ihre Feinde kämpften nicht mit vollem Elan und tiefster Überzeugung, was beim grausamen Äußeren der Großhäuptlinge und der Tatsache, dass sie gerade zu zweit eine Höllengrubenbrut erschlagen hatten, kein Wunder war. Dennoch machten ihnen die zahlreichen Verletzungen und die zunehmende Erschöpfung bereits schwer zu schaffen. Sie erwehrten sich ihrer Feinde nach Leibeskräften mit Axt, Horn und Hufen doch die Skaven waren ohne Zahl und gewannen langsam aber sicher die Oberhand.

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  • Kapitel 54 - Rettung?



    Kwurhgor und Merrhok begannen den Abstieg. Bei ihnen waren vier Ungor Krieger. Kaum waren sie in der Erdspalte verschwunden, umgab sie die Dunkelheit und ihre Augen mussten sich erst an die Umgebung und das wenige Licht von oben gewöhnen. Nun hörten sie auch Kampfgeräusche und brüllten nach oben, damit die Anderen sie schneller herunterließen. Bald schon befanden sie sich in kompletter Dunkelheit und nur das Glühen des im Erdreich befindlichen Warpsteins spendete ihnen Licht, um zu sehen. Als sie unten angelangt waren, ließ sie der Anblick der Brut kurz innehalten. Sie konnten sich kaum vorstellen, wer das Ungetüm so bestialisch zugerichtet haben mochte. Aber letztenendes wurden hier unten zwei Großhäuptlinge vermisst. Sie folgten also der Spur von Skaven Leichen und kamen den Kampfgeräuschen immer näher. Schon zwei Biegungen später fanden sie die beiden verzweifelt mit der Überzahl an Rattenmenschen kämpfenden Gors.


    Graktar reagierte, angesichts der in seinem Rücken erscheinenden fremden Stammeskrieger, wie ein in die Enge getriebenes Tier. Ein Blick und ein Kopfschütteln von Gurlak machten jedoch deutlich, dass der Alte nichts zu befürchten hatte. Sie würden ihn hier unten nicht hinterrücks niedermachen. Graktar fletschte die Zähne und lenkte seine Konzentration wieder auf die Gegner vor sich. Dennoch blieb er wachsam, als die Ungors von hinten nachrückten. Kwurhgor gurtete sich den Schild vom Rücken und preschte sofort nach vorn. Merrhok unternahm mit seinen beiden Krummschwertern Konterangriffe und so verschafften sie Grulak und Graktar die Verschnaufpause, welche sie so dringend nötig hatten. Die beiden jüngeren Häuptlinge übernahmen nun den Großteil des Bluthandwerkes und die Herdenoberhäupter erschlugen – zusammen mit den Ungors – die Riesenratten, welche die Gruppe immer wieder zu umrunden drohten.


    Alles verlief bestens und sie töteten eine ganze Reihe von Skaven und Ratten, bis ein röhrender Schrei den Tunnel entlanghallte und Tiermenschen wie Skaven gleichermaßen gebannt ins Dunkel starren ließen. Ein seltsames Rumpeln und Rumoren war zu vernehmen und es schien stetig näher zu kommen. Dann begann die Erde langsam mit jedem Rumpeln zu beben. Es kam näher und näher, bis aus der Finsternis eine gewaltige Mischung eines Ogers und einer pervers mutierten Ratte auftauchte und schnurstracks auf sie zuhielt. Die im Weg stehenden Skaven versuchten auszuweichen und pressten ihre Körper an die Tunnelwände. Einige entkamen so der Donnerwalze von einem Rattenoger, andere wurden schlichtweg zermalmt. Die Bestie hatte verbundene Augen und Klauen von der Größe von Schaufeln. Das Vieh mochte wohl sonst für Tunnelgrabungen benutzt werden, aber jetzt war es unglaublich wütend und bewegte sich mit erschreckender Geschwindigkeit in Richtung der Behuften. Die Gors trauten ihren Augen kaum, brüllten dann aber Kriegsschreie in Richtung der nahenden Bedrohung.


    Die Ungors mahnten ihren Herrn zur Flucht und auch Merrhok sah, dass sie nicht ganz Unrecht damit haben mochten. So rasch er nur konnte, versicherte er seinem Großhäuptling, dass Kwurhgor und er selbst die Stellung halten würden, und die beiden Großhäuptlinge zu ihren Herden zurückkehren müssten. Man wisse nicht wie viele Skaven hier noch lauern würden und ob es nicht besser sei, erst diesen Feind zu vernichten, bevor man die Rangstreitigkeiten beilege. Just in diesem Moment brüllte Kwurhgor einen Warnruf und der massige Rattenoger schmetterte mitten in die kleine Gruppe von Tiermenschen.

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  • Bin über die Geschichte sozusagen grad gestolpert werde Morgen mal ab Anfang lesen.Du hast auf jeden fall einen ordentlichen Schreibzug drin wie du die Kapitel raus haust :thumbup:

    7k Kdc
    6k Woodis


    Hossa Baby!

  • Kapitel 55 - Gorlord (Rise and fall) III







    - ENDE -

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  • Ob Merrhok doch insgeheim mit der Ratte paktiert? - Ich fand die Geschichte auch sehr gut und besonders diese Häppchenweise präsentieren rekte zum mitlesen an.
    Ich hoffe es geht noch weiter?