Enfant perdu - Ein bretonischer Hofstaat auf dem Weg zum letzten Gefecht

  • Träume in Blut




    Guy hatte von der Herrin des Sees geträumt. Sie war ihm am Rande eines nebelverhangenen Gewässers erschienen und hatte von Treue, Blut, Ehre und Sühne gesprochen. Manch anderer hätte ihre Worte wohl als unzusammenhängend und wirr empfunden, aber für den jungen Knappen waren sie wie ein Balsam. Wenngleich auch er nicht gleich zu deuten verstand, was sie ihm hatte sagen wollen, so gab ihm die Tatsache, dass seine Patronin überhaupt zu ihm sprach, einen gewissen Halt. Er empfand plötzlich Hoffnung, wo sonst wohl nur Angst vor dem Unbekannten, dem Wandel und den Dingen die da kommen mochten auf ihn gelauert hätten. Seine fast schon grenzenlose Hingabe war eine der letzten Dinge, die ihm noch geblieben waren und letzte Nacht wäre er um ein Haar für sie gestorben.


    Als er sich zu regen begann, durchfuhr ein höllischer Schmerz seinen Körper und erinnerte ihn unsanft daran wie knapp er doch dem Tode von der Schippe gesprungen war. Louis' Speer hatte ihn in die Flanke unterhalb des rechten Armes gebissen. Der Stoß war mit einer derartigen Kraft geführt worden, dass die Spitze der Waffe einige der Ringglieder in Guys Kettenhemd gesprengt hatte. Auch die darunter befindlichen Stofflagen hatten den Speer nicht aufhalten können und so hatte sich der kalte Stahl in Haut und Fleisch des Siebzehnjährigen hineingebohrt. Sein Freund Gustav sowie ein paar der anderen Knechte waren daraufhin dazwischen gegangen und hatten Schlimmeres verhindert, aber die darauffolgende Nacht sollte dennoch zu einem Martyrium für Guy werden. Fast schon wider Erwarten hatte er bis zum Morgen überlebt und der nicht unbeträchtliche Blutverlust ließ ihm die raue Herbstluft nun gleich noch ein ganzes Stück kälter erscheinen. Guy spannte den Kiefer an um das Klappern seiner Zähne zu unterdrücken. Während er langsam aus dem Reich der Träume zurückkehrte, dachte er an Louis und wie die pure Missgunst diesen Sohn eines Schmiedes und einer Magd zu jener so unnötigen und brutalen Tat hatte treiben können. Innerlich verfluchte er ihn aber noch viel mehr für seine Ehrlosigkeit und Untreue ihrem gemeinsamen Herrn gegenüber. Wäre ihm das Wort Opportunist nicht fremd gewesen, hätte er es diesem Verräter wohl letzte Nacht ins Gesicht gespuckt.


    Alles hatte vor einigen Tagen begonnen, als ihr Herr Antoine zusammen mit Louis, Guy und einer kleinen Gruppe Getreuer bei einem Turnier des Herzogs von Parravon hatte verweilen dürfen. Als dem Ersten unter Antoines Knappen war Guy die Ehre zuteilgeworden, seinem Herrn bei den Ritterspielen beizustehen, ihm beim Umkleiden und Anlegen der Rüstung behilflich zu sein, im Verlauf der Duelle die Waffen sowie den Schild zu reichen und während alledem mit stolz geschwellter Brust die Farben seines Herrn tragen zu dürfen. Wie eine angebetete Reliquie hatte er bei der Parade und zwischen den Turnierkämpfen das gelb-schwarze Banner präsentieren dürfen und den fein säuberlich vernähten Stoff dabei beobachtet, wie er im Winde hin und her gepeitscht worden war. Louis jedoch, hatte ihm diese Ehre ganz und gar nicht gönnen wollen und so sollte der Neid das Gesicht des breitschultrigen und mehr als nur einfach gestrickten Gemeinen im Verlaufe der Reise und der Festspiele des Öfteren bedenklich Grün färben. Seine stetig wachsende Abneigung gegenüber Guy war am Ende sogar derart weit gediehen, dass er nicht nur ihn verabscheute, sondern sogar seinen Herrn dafür zu hassen begonnen hatte, dass er einen anderen Knappen ihm selbst vorzuziehen wagte. Als am dritten Tage der Spiele dann das große Unglück geschehen sollte, musste dies die so entstandene Kluft endgültig zu einem gähnenden Abgrund aufreißen und zur offenen Konfrontation führen.


    Im Schleier der morgentlichen Müdigkeit, geplagt und betäubt von Schmerzen und Fieber, kamen Guy nun nur noch Fetzen des eigentlichen Geschehens in Erinnerung. Es musste wohl der zweite Anlauf beim Tjosten gewesen sein. Die erste Lanze hatte seinen Herrn beinahe aus dem Sattel gehoben und war nur durch Glück noch an seinem Schild abgeglitten. In seiner Konzentration beeinträchtigt, hatte Antoine beim nächsten Durchgang wohl gänzlich den Faden verloren und damit den Anfang vom Ende für sie alle eingeleitet. Guy graute es wenn er nur daran dachte. Das Bild des am Boden liegenden, sterbenden jungen Ritters, in seinen grün-gelben Farben, würde er wohl seinen Lebtag nicht mehr vergessen. Langsam, viel zu langsam und ohne dass ihm jemand hätte helfen können, war er schließlich an seinem eigenen Blut erstickt. Antoine war selbstverständlich außer sich gewesen und kein noch so wohlgemeintes Wort hatte ihn von diesem Unglück ablenken oder seine Nerven beruhigen können. Als wäre seine aufbrausende Reaktion selbst der Zündstoff dafür gewesen, hörte man die Leute eines jeden Standes bald hier und da abfällig oder auch in Furcht von "Antoine le Rouge" reden. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Nachricht von der Bluttat und der damit verbundene Name ausgebreitet. Den sonst so ehrfürchtigen und auf Tugendhaftigkeit besonnenen Ritter sollte dies verständlicherweise im Nu an den Rand der Verzweiflung treiben. Noch bevor der Abend an jenem verfluchten Tage gegraut hatte, war Antoine verschwunden und abermals sollte das Publikum sich allerorts darüber das Maul zerreißen.


    Während Guy und zwei weitere Knappen verunsichert auf die Rückkehr ihres Herrn warten wollten, hatte Louis noch in derselben Nacht zum Aufbruch in die Heimat gedrängt. Fast schon als empfände er Schadenfreude oder Genugtuung über das Unglück, welches ihrem Herrn widerfahren war, hatte er davon gesprochen, dass der König selbst Antoine ganz ohne Frage das Lehen aberkennen würde, um einen neuen Ritter an seiner Stelle einzusetzen. Guy war nicht sicher gewesen was seinen Kameraden dazu veranlasst hatte solche Reden zu schwingen, aber schließlich war er froh gewesen als Louis aufbrach und seine vergiftenden Gedanken mit sich hinfort genommen hatte. Mit ihm waren beinahe alle Männer gegangen, die in Antoines Gefolge zum Turnier erschienen waren. Nur Gustav, der Müllers-Sohn, und Yannick, der jüngste Spross des örtlichen Schneiders, waren entschlossen gewesen mit Guy zurückzubleiben, um der Rückkehr ihres Schutzherrn zu harren.


    Nach drei Tagen war der Druck von außen schließlich so groß geworden, dass auch die drei jungen Männer jede Hoffnung auf eine Rückkehr Antoines hatten fahren lassen. Gerüchte waren umgegangen, er habe sich umgehend auf die Suche nach dem Gral der Herrin des Sees begeben, um seine Schuld zu sühnen und sich reinzuwaschen von Blut des gelb-grünen Ritters. Andere hatten gemeint, dass bereits Boten auf dem Weg zum Königshof in Couronne wären, um eine Neuvergabe des Lehens zu erwirken und Antoine unwiderruflich ächten zu lassen. Schließlich waren auch die Feindseligkeiten den Dreien gegenüber so groß geworden, dass sie beschlossen hatten den Heimweg anzutreten. Guy sollte alsbald eine ganz eigene Motivation dafür finden. Denn als ihm zu dämmern begonnen hatte, welche Konsequenzen die Neuvergabe des Lehens für den verbleibenden Hofstaat und vor Allem für Antoines Ehegattin haben könnte, waren es nicht nur Ehr- und Pflichtgefühl gewesen, welche ihn antrieben seine Habseligkeiten zu packen und so schnell wie nur möglich gen Heimat aufzubrechen. Sein Herz brannte schon damals wie auch jetzt lichterloh, wenn er auch nur an die wunderschöne Madame Lucia dachte.


    Unter Schmerzen drehte Guy sich gekrümmt vom Rücken auf die verwundete Seite, um einen Moment zu verharren und klare Gedanken zu fassen. Unweigerlich dachte er an Louis, welcher bereits bei seiner Rückkehr die Neuvergabe des Lehens proklamierte, die wenigen verbliebenen Treuen, welche sich um Madame Lucia versammelt hatten, in eine Art Geiselhaft genommen und ins Herrenhaus gesperrt hatte. Als Yannick, Gustav und Guy schließlich wenige Tage später ebenfalls an den Hof zurückgekehrt waren, standen ihnen Knechte in gelb-schwarzen Überwürfen gegenüber, als wären sie ihre geschworenen Feinde. Dass die drei jungen Männer ebenfalls jene Farben trugen, schien diesen undankbaren Taugenichtsen ganz egal gewesen zu sein und so war Louis an die Spitze der Aufrührer getreten, um Guy zum Kampf zu fordern. Perplex und noch völlig erschöpft von den Anstrengungen der Reise war Guy gar nicht in der Lage gewesen einschätzen zu können, warum ihr einstiger Kamerad sie nun wie Vogelfreie behandelte. Nachdem er nun eine Nacht unter permanenten Schmerzen verbracht hatte und ihm ein wirklich erholsamer Schlaf verwehrt geblieben war, wusste er jedoch nur zu gut, dass Louis reinen Tisch zu machen gedachte. Für Guy, als seinen auserkorenen Rivalen, gab es in der sich neu bildenden Ordnung am Hofe keinen Platz mehr. Louis hatte seine Chance erkannt und wollte nichts dem Schicksal überlassen. Wenn er erneut Gelegenheit dazu bekäme, würde er den jungen Knappen nicht noch einmal mit dem Leben davonkommen lassen.


    Guy starrte angestrengt auf das leinene Kopfkissen, direkt vor seiner Nase. Er konnte sich erinnern, dass Yannick ihn letzte Nacht so gut es ging zusammengeflickt hatte, aber die Stoffverbände um seinen Brustkorb waren komplett durchnässt von Schweiß und Blut. Als er an sich herabsah fiel ihm auf, dass er das Bannertuch seines Herrn noch immer bei sich hatte. Zu allem Überfluss hatte er in seinem jämmerlichen Zustand auch noch darauf geschlafen und sogleich überkam ihn ein furchtbar schlechtes Gewissen. Dass sein Herr ihm einst die Farben seines Hauses in Form des Banners anvertraut hatte, bedeutete Guy unermesslich viel. Sie zu tragen und zu bewahren, war zu einer Art heiligem Sakrament geworden und darüber stand für ihn nur die Herrin des Sees selbst. Die Farben derart zu behandeln und gar noch zu besudeln war für den streng gläubigen jungen Mann ein unerträglicher Gräuel. Schmerz und Übelkeit brachen zugleich über ihn herein. Mit einem Mal drehte sich alles in seinem Kopf und um ihn herum. Guy musste unweigerlich an den tileanischen Wein denken, den er vergangenen Sommer in einem Anflug von Lausbuben-Ideen zusammen mit Yannick aus den Keller des Herrenhauses hatte mitgehen lassen. Er hatte sich schuldig gefühlt wie die Sünde und als Yannick ihm überraschenderweise offenbarte, dass er keinen Wein trinken wolle, war Guy sogar in der Versuchung gewesen den Krug wieder zurückzubringen. Schlussendlich hatte er sich aber doch dazu überreden lassen wenigstens einen Schluck zu kosten und als der süße Geschmack ihn an die Lippen einer verbotenen Liebe hatten denken lassen, war es um ihn geschehen. Im Nu war der Krug leer gewesen und Guy fühlte sich wie auf Wolken gebettet. Das Ergebnis war der jetzigen Orientierungslosigkeit durchaus sehr nahe gekommen.


    Guy verkniff die Augen und versuchte sich zusammenzureißen. Der Gedanke an das Blut erinnerte ihn an seinen Traum und ließ die Worte der Herrin des Sees mit einem Mal gar nicht mehr so zusammenhanglos erscheinen. Er versuchte sich zu erinnern was genau sie zu ihm gesagt hatte. Es war die Rede von Schuld gewesen, von Sühne, von Treue und von Blut. "Blut… ", kam es dem jungen Knappen über die Lippen, während sich Schweißperlen auf seiner Stirn bildeten. Erneut ergriff ihn Scham, als er die Augen öffnete und sich gewahr wurde wie sehr er das Banner seines Herrn – dieses Unterpfand seiner Ehrerbietung und Treue gegenüber dem Beschützer und Bewahrer seines Lebens, seiner Familie und der gesamten Dorfgemeinde – in Mitleidenschaft gezogen hatte. Es war über und über besudelt. Die gesamte linke Seite des Tuches, welche unter normalen Umständen in einem sonnigen Gelb hätte erstrahlen sollen, war nun tiefrot und nass. Auf einmal hielt Guy wie vom Blitz getroffen den Atem an und seine Augen weiteten sich. Dann flüsterte er leise, "Rot...". Einen Moment lang schien die Zeit stillzustehen, dann folgte eine der Schweißperlen auf seiner Stirn dem Ruf der Schwerkraft und fiel schwer auf das Kissen hinab. Er erkannte nun wie die Farben das Schicksal seines Herrn wiederspiegelten. Strahlendes Gold – eine Farbe welche von glanzvollen Taten, Ruhm und Ehre kündete – hatte dem Rot einer Bluttat weichen müssen. Antoines Farben würden nie mehr dieselben sein, nie wieder sollten sie im alten Glanz erstrahlen. Die Herrin hatte andere Pläne mit ihm und sollte sie beide nun erneut in ihrem Schicksal miteinander verbinden. Früher als Schutzherr und Leibeigener, jetzt als willentliche Werkzeuge und treue Diener ihrer gemeinsamen Schutzpatronin. Leise hauchte er, "Le Rouge". Dann sank Guy erschöpft zurück auf sein Bett. Er wusste nun, was er zu tun hatte. Der Schmerz ließ langsam nach und der junge Mann tat einen wortlosen Schwur, im Namen der Herrin. Dann schenkte sie ihm endlich ein wenig von der langersehnten Ruhe und er fiel in wohlverdienten Schlaf.


  • Schön, dass Du uns nicht ohne Lektüre lässt, Merrhok. Ich freue mich schon darauf wie es weitergeht!


    Vielen Dank! :thumbsup:

    Ich spiele:


    Warhammer Fantasy 5., 6. und 7. Edition


    Kings of War 2. Edition


    und


    Infinity

  • Nachdem Guy sich endlich ein wenig erholt hatte, sollte er Yannick ins Vertrauen ziehen, ihm von der Botschaft der Herrin berichten und ihn dazu überreden das zu verteidigen was vom Hause ihres Herrn noch übrig war. Zu diesem Zweck sollte der Schneider-Sohn ein neues Bannertuch und Röcke in rot-schwarzen Farben nähen.



    Guy, Gustav und Yannick


    Zusammen mit ihrem Freund Gustav, welcher das neue Banner tragen würde, sollten sie die letzten Getreuen im Sinne ihres Herrn Antoine mobilisieren, den Schutz seiner Frau gewährleisten und sich den Aufrührern entgegenwerfen, um die öffentliche Ordnung am Hof des Rittergutes wieder herzustellen.



    Louis und Lady Lucia


    Louis scharte seinerseits jene hinter sich, die entweder zu ängstlich waren um sich ihm zu widersetzen oder ihm in seinem vorrauseilenden Gehorsam gegenüber dem vermeintlich bald eintreffenden Urteil des Königshauses und eines neuen Herrn zu folgen entschlossen waren. Besänftigende Worte der Herrin des Hauses ignorierend, ging er auf jeden los, der sich ihm, seinen Ansichten und Ambitionen entgegenzustellen wagte.


    Als eine Nachricht aus Couronne jedoch auch nach Tagen des Harrens ausblieb, spitzte sich die Lage zunehmends zu und es drohte schließlich der offene Konflikt unter den Leibeigenen.

  • Es war letzten Endes eine Gefahr von außen, welche verhindern sollte was sich angebahnt hatte. Eine Bedrohung, weit größer als die Früchte, welche die Saat aus Missgunst, Gier und Hass hatte am Hofe Antoines gedeien lassen.


    Die Knechte und Bauern schlossen sich letztlich unter der Führung der Hausherrin zusammen, um dem entgegenzutreten, was zwischen ihnen und der totalen Vernichtung, von allem was ihnen wichtig war, stand.


    Bis zum letzten Mann wurde gemustert, was die Siedlung und das nähere Umland aufzubieten hatte. Einige Männer waren jedoch derart verunsichtert und verängstigt, dass sie nur einwilligten, wenn sie dabei die Farben des Königs tragen dürften. Zu groß war ihre Angst Partei für eine der beiden Seiten zu ergreifen und somit, in einem möglichen Nachgang, vorschnell das eigene Schicksal sowie das ihrer Familien zu besiegeln.



    Gemustert wurden:

    1,500 Punkte Bretonia - Warhammer - 5. Edition


    Lucia le Lys B KG BF S W LP I A MW RW ReW
    Magierin 4 3 3 4 4 2 4 1 (10) 6+ (3++)
    Schlachtross 8 3 0 3 3 1 3 1 5 - -

    - (1x) Magier Champion (118) Stufe 2; Kampfmagie
    - (1x) Krone der Herrschaft (50) MW 10; Träger und Einheit legen Aufrieb-Tests immer mit MW 10 ab.
    - (1x) Goldene Krone von Atrazar (50) ReW 3++; rettet die Krone 2 oder mehr LP in einer Runde: W6-Test; bei 4+ erschöpft
    - (1x) Schlachtross (3)

    221 Punkte


    Guy's Gesellen B KG BF S W LP I A MW RW ReW
    Landsknecht 4 3 3 3 3 1 3 1 7 5+ -
    Champion (Guy) 4 4 4 4 3 1 4 2 7 4+ 5++

    - (19x) Landsknechte (95)
    - (1x) Champion (30)
    - (1x) Rüstung des Glücks (15) RW 5+; ReW 5++
    - (20x) Speer (20) attackiert aus einem zusätzlichen Glied
    - (20x) Schild (20) RW 6+
    - (20x) leichte Rüstung (40) RW 6+
    - (1x) Musiker + (1x) Standartentr. (18)

    238 Punkte


    Louis' Mannen B KG BF S W LP I A MW RW ReW
    Landsknecht 4 3 3 3 3 1 3 1 7 5+ -
    Champion (Louis) 4 4 4 4 3 1 4 2 7 4+ 6++

    - (19x) Landsknechte (95)
    - (1x) Champion (30)
    - (1x) Rüstung der Ausdauer (5) RW 5+; ReW 6++
    - (20x) Speer (20) attackiert aus einem zusätzlichen Glied
    - (20x) Schild (20) RW 6+
    - (20x) leichte Rüstung (40) RW 6+
    - (1x) Musiker + (1x) Standartentr. (18)

    228 Punkte


    Landwehr Reserve B KG BF S W LP I A MW RW ReW
    Landsknecht 4 3 3 3 3 1 3 1 7 5+ -

    - (19x) Landsknechte (95)
    - (19x) Speer (19) attackiert aus einem zusätzlichen Glied
    - (19x) Schild (19) RW 6+
    - (19x) leichte Rüstung (38) RW 6+

    171 Punkte


    Louis' Schützen B KG BF S W LP I A MW RW ReW
    Bogenschütze 4 3 3 3 3 1 3 1 7 - -

    - (15x) Bogenschützen (120)
    - (15x) Langbogen (0) 30'' Reichweite; S3
    - (1x) Musiker + (1x) Standartentr. (16)

    136 Punkte


    Landwehr Schützen B KG BF S W LP I A MW RW ReW
    Bogenschütze 4 3 3 3 3 1 3 1 7 - -

    - (15x) Bogenschützen (120)
    - (15x) Langbogen (0) 30'' Reichweite; S3

    120 Punkte


    Landwehr Schützen B KG BF S W LP I A MW RW ReW
    Bogenschütze 4 3 3 3 3 1 3 1 7 - -

    - (15x) Bogenschützen (120)
    - (15x) Langbogen (0) 30'' Reichweite; S3

    120 Punkte



    Landwehr Schützen B KG BF S W LP I A MW RW ReW
    Bogenschütze 4 3 3 3 3 1 3 1 7 - -

    - (15x) Bogenschützen (120)
    - (15x) Langbogen (0) 30'' Reichweite; S3

    120 Punkte


    Gaston's Knappen B KG BF S W LP I A MW RW ReW
    Knappe 4 3 3 3 3 1 3 1 7 - -
    Champion (Louis) 4 4 4 4 3 1 4 (3) 7 - -

    - (9x) Knappen (45) Plänkler
    - (1x) Champion (30)
    - (1x) Schnelle Kupferklinge (25) +1 A; magische Attacken
    - (10x) Langbogen (30) 30'' Reichweite; S3
    - (1x) Musiker + (1x) Standartentr. (16)

    146 Punkte


    Total: 1,500 Punkte




    HIER seht ihr was sich schließlich anbahnte...


    ... und HIER geht es zum Bericht der Schlacht selbst.

  • Habe schon lange darauf gewartet, dass Du endlich mal etwas in der Art wie das hier herausbringst, Du Knilch...Schön, Deine Modelle endlich mal so aufgearbeitet betrachten zu können!
    :thumbsup:
    Ich widme Dir meinen 1.400. Beitrag; fühle Dich geehrt...
    :P

    Es ist traurig, eine Ausnahme zu sein; es ist noch trauriger, keine zu sein...!


    :bear:


    Gerade gelesen und genau mein Ding:

    "Do more things that make you forget to check your phone"


    :winki:

  • Nachdem die erste Schlacht vor den Mauern der Stadt zu Gunsten der Angreifer ausgefochten war, drangen mehrere Infanterie Regimenter des Feindes, unter der Führung marodierender Flagellanten, in das dahinterliegende Viertel der Leibeigenen vor. Wie hierzulande üblich, waren selbst die Behausungen der Ärmsten unter den Bauern, entgegen der üblichen Gesetzgebung, aus Stein gebaut oder gar als Höhlen in den Fels geschlagen. Relativ sicher vor den Fackeln der tobenden Fanatiker, hatten sich Bogenschützen und Steine werfende Landsknechte in allen Winkeln und Ecken verschanzt. Unaufhörlich ließen sie ihre Geschosse auf die Eindringlinge einprasseln, zogen sich flink zurück und dünnten sie so nach und nach aus.


    Die schweren Geschütze konnten indessen nicht ins Innere der Mauern nachgeholt werden, da der Aufwand hierfür immens gewesen wäre. Nicht nur hätte ein solches Unterfangen viel Zeit in Anspruch genommen, es wäre auch nicht sicher gewesen, solange sie noch von verschanzten Verteidigern beschossen werden würden. Das größte Kopfzerbrechen verursachte bei den Mannschaften der Geschütze jedoch das Gelände selbst. Was vom Reikland über die Berge her kommend noch gerade so machbar schien, geriet hier gelide gesagt zum logistischen Alptraum. Bereits auf Seiten des Imperiums hatten die schweren Geschütze ihre liebe Mühe auf den schmalen, gewundenen Pfaden über die Gebirgskämme hinweg voran zu kommen. Hier jedoch, hatten selbst die leichteren Gespanne, die Ochsenkarren, ja sogar die Reiterei ihre liebe Müh. Letztere konnten sich nur in Kolonne bewegen und selbst dann waren sie nicht davor gefeit, dass sich ihre armen Tiere die Beine im Geröll brechen mochten. Auf einmal schien sonnenklar, warum ihnen von Seiten der Verteidiger her nicht wie erwartet schwere Reiterei entgegen kam.


    Die Mauern waren mittlerweile wie leer gefegt und die Artillerie schwieg, um kostbare Munition zu sparen. Währenddessen nahm der Schlachtenlärm hinter den Mauern langsam ab und verstummte schließlich ganz. Die Ruhe hatte etwas Gespenstisches und man besann sich plötzlich auf Seiten der Belagerer Jäger auszuschicken. Schnell würde diese Angelegenheit sicher nicht vorbei sein und die Versorgungstrosse hatten beim Gewaltmarsch auf die Festung nicht mit den Truppen mithalten können. Sie waren so deutlich zurückgefallen, dass man nicht sagen konnte wann sie überhaupt eintreffen würden. Es mochte eine halbe Ewigkeit dauern bis sie hier wären und der Einbruch der Nacht schien plötzlich ganz und gar nicht einladend, ohne etwas festes zu Beißen zwischen den Zähnen.


    Als Lady Lucia wieder zu sich kam, war sie bereits umringt von Getreuen, welche ihr sogleich Wasser reichten und Luft zufecherten. Sie erkannte die Stimme von Guy, dem Knappen ihres Gatten, und wusste, dass sie keine Gefahr zu fürchten brauchte. Diese Männer würden eher sterben, bevor sie zulassen würden, dass ihrer Herrin etwas geschehen möge. Sobald sie sich wieder aufrichten konnte, machte sich die Gruppe zurück auf den Weg zur Burg. Für den Hengst Max würde es kein Einfaches werden zu dem geheimen Durchgang zu gelangen, welcher sie zurück ins Innere der Festung bringen sollte, aber es blieb ihnen kaum etwas anderes übrig. Lucia konnte nicht ohne Hilfe gehen und sie würde das edle Tier auch nie und nimmer zurücklassen. Max selbst schien so ruhig und besonnen, wie man es nur von einem Tier erwarten konnte, in dessen Adern ein Teil des Blutes edler Elfenrösser floss. Mit sicherem Tritt schritt das Tier durch das Unterholz auf ihr Ziel zu. Lady Lucia zweifelte nicht für einen einzigen Moment daran, dass sie es gemeinsam schaffen würden.


    Hinter den Mauern angelangt würde sie die verbliebenen Truppen sammeln und, wenn nötig, ins Innere der Feste zurückziehen lassen. Parravon selbst war noch nie von seinen Feinden eingenommen worden. Und auch das Gut ihres Gatten sollte nicht fallen, solange sie am Leben wäre um es zu verteidigen.



  • It's 3rd-Edition-Friday...

    (Lucia & Guy go Oldhammer)



    Um die Armeeliste um Lady Lucia und ihr Gefolge nach Regeln der 5. Edition voll regelkonform zu gestalten, brauche ich im Moment noch ein paar Ritter (10) und einen General (zu Fuß oder zu Pferd). Bis ich da die richtigen Modelle gefunden habe, kann es noch etwas dauern und ich habe deshalb begonnen mich auch wieder in die 3. Edition einzuarbeiten. Auch da stellte sich heraus, dass ich mindestens 10 Ritter brauchen werde, wenn ich eine Armee nach Vorgaben von Warhammer Armies aufstellen will. Um einen extra General scheine ich in der 3. Edition herum zu kommen, da alle Anforderungen ("Mindestens 4 Helden in der Armee. Das Charaktermodell mit dem höchsten Moralwert ist der General.") auch so erfüllt werden können. Auch hier komme ich, mit dem absoluten Minimum an Rittern (5 Ritter der Ehrengarde, 5 reguläre Ritter), auf 1,500 Punkte.

    Bei einem Blick auf die Armeelisten-Auswahl sieht man deutlich, dass es nicht nur "Bauern" als Fußtruppen gibt, sondern noch so einiges mehr. Ein Minimum von 20 Bauern (Rascals) ist allerdings Pflicht in jeder Armee Bretonias und damit sie nicht gänzlich nackt dastehen, kann man ihnen Schilde und Speere mitgeben. Bis zu 160 solcher Bauern kann man insgesamt rekrutieren.


    Ein wenig besser als diese Zwangsrekrutierten kämpfen allerdings:

    - Leibeigene (Villains - mit Hellebarden und leichter Rüstung ausgestattet, Schilde sind optional) (0 - 40)

    - Gemeine (Ribalds - mit Handwaffen bestückt, Option auf Schilde, Hellebarden, Zweihandwaffen und Speere) (0 - 20)

    - Briganten (Brigand - mit Handwaffe und leichter Rüstung, Option auf Schilde, Arquebusen, Armbrüste, Hellebarden, Zweihandwaffen und Speere) (0 - 20)


    Für den Fernkampf gibt es:

    - Arblastiers (Armbrustschützen) (0 - 20)

    - Rapscallions (Bogenschützen) (0 - 60)

    - l'Ordonnance (Bombarde mit 48" Reichweite und S7) (0 - 4)


    Einheiten zu Ross:

    - Chevaliers d'honneur (Hochadel, Freunde und Unterstützer des Königs) (5 - 20)

    - Chevaliers de notre dame de bataille (Ritter der Herrin) (0 - 40)

    - Chevaliers Rampant (Fahrende Ritter) (0 - 40)

    - Noblesse d'Epee (Landadel) (5 - 80)

    - Chasseurs de la mort (Knappen zu Pferd, mit Speeren und leichter Rüstung) (0 - 80)


    Sondereinheit:

    - Bretonischer Kriegsaltar (vergleichbar mit der Gralsreliquie) (0 - 1)


    Die Bogenschützen sind leider nur mit regulären Bögen (24") ausgestattet und leiden etwas unter ihrer BF 2. Nicht ganz so zuverlässig wie in der 5. Edition also. Zudem sind sie auf maximal 60 Modelle limitiert, es können jedoch bis zu 2 Einheiten als Plänkler eingesetzt werden und sie sind recht günstig.


    Natürlich kann man noch Monster (Drachen), Schwärme (Frösche, Kröten, Riesen Schnecken, Riesen Blutegel und Riesen Frösche) und Alliierte (Halblinge, Altweltler, Waldelfen) bzw. Söldner (Zwerge, Halborks, Norse, Oger, Altweltler) anwerben. Gerade Letztere gelten als übliche Wahl, um die eher bescheidene Schlagkraft der meist zwangsrekrutierten Fußtruppen der Bretonen zu kompensieren.


    Meine Liste sieht im Moment wie folgt aus:


    1500 Punkte Bretonia - Warhammer Fantasy Battle - 3. Edition


    Lady Lucia le Lys
    B KG BF S W LP I A MW Int Cl WP RW
    Magierin (Lucia) - 4 3 4 3 2 4 1 (9+2) 9+2 8+1 9+2 6+
    Schlachtross (Max) 8 3 - 4 3 - 3 1 - - - - -

    (1x) Charmier (85) Level 10 (Magie Level 1; Power Level 10 oder 3W6)

    (1x) Magische Waffe (60) Leadership (MW +1); Breathe (Träger atmet immer frei, immun gegen Gas Attacken)

    (1x) Magische Spruchrolle (100)

    - (1x) Aura of Resistance (1 Pt.)

    - (2x) Enthuse (2 Pt., 24“)

    - (1x) Fire Ball (1 Pt. pro Ball, 24”, W3 S3)

    (1x) Schlachtross (6)

    251 Punkte


    Chevalliers d‘Honneur B KG BF S W LP I A MW Int Cl WP RW
    +4 Schock Elite - 4 3 4 3 1 4 2 7 7 7 7 2+
    Schlachtross (8) 3 - 4 3 - 3 1 - - - - -

    (5x) Ehrenwerter Ritter (155) (Lanze, Handwaffe, schwere Rüstung, Schlachtross)

    (5x) Rossharnisch (40) RW 6+ (B 6“)

    (5x) Schild (10) RW 6+

    205 Punkte


    Noblesse d‘Epee B KG BF S W LP I A MW Int Cl WP RW
    +1 Schock Elite - 4 3 3 3 1 3 1 7 7 7 7 2+
    Schlachtross (8) 3 - 4 3 - 3 1 - - - - -

    (5x) Ritter (125) (Lanze, Handwaffe, schwere Rüstung, Schlachtross)

    (5x) Rossharnisch (40) RW 6+ (B 6“)

    (5x) Schild (10) RW 6+

    175 Punkte


    Brigands B KG BF S W LP I A MW Int Cl WP RW
    Champion (Guy) (4) 4 4 4 3 1 4 (3) 7 7 7 7 5+
    Mensch (4) 3 3 3 3 1 3 1 7 7 7 7 5+

    (1x) Champion (30) Level 5

    (1x) Magische Waffe (50) Ferocity (A +1)

    (19x) Brigant (133) (leichte Rüstung, Handwaffe)

    (20x) Speer (20)

    (20x) Schild (20) RW 6+ (B 31/2“)

    (1x) leichte Rüstung (2) RW 6+

    (1x) Musiker + (1x) Standartentr. (18)

    298 Punkte


    Ribalds B KG BF S W LP I A MW Int Cl WP RW
    Champion (Louis) 4 4 4 4 3 1 4 2 7 7 7 7 6+
    Mensch 4 3 3 3 3 1 3 1 7 7 7 7 6+

    (1x) Champion (30) Level 5

    (19x) Landsknecht (95) (Handwaffe)

    (20x) Speer (20)

    (20x) Schild (20) RW 6+

    (1x) Musiker + (1x) Standartentr. (18)

    183 Punkte


    Rascals B KG BF S W LP I A MW Int Cl WP RW
    Leibeigener 4 2 2 3 3 1 2 1 6 6 6 6 6+

    (20x) Leibeigener (80) (Handwaffe)

    (20x) Speer (10)

    (20x) Schild (10) RW 6+

    100 Punkte


    Rapscallions B KG BF S W LP I A MW Int Cl WP RW
    Champion (Gaston) 4 4 4 4 3 1 4 2 7 7 7 7 -
    Leibeigener 4 2 2 3 3 1 2 1 6 6 6 6 -

    (1x) Champion (30) Level 5

    (9x) Leibeigener (36) (Bogen, Handwaffe, Plänkler)

    (1x) Bogen (2) 24“, S3

    (1x) Musiker + (1x) Standartentr. (8)

    76 Punkte


    Rapscallions B KG BF S W LP I A MW Int Cl WP RW
    Champion (Franc) 4 4 4 4 3 1 4 2 7 7 7 7 -
    Leibeigener 4 2 2 3 3 1 2 1 6 6 6 6 -

    (1x) Champion (30) Level 5

    (14x) Leibeigener (56) (Bogen, Handwaffe)

    (1x) Bogen (2) 24“, S3

    (1x) Musiker + (1x) Standartentr. (8)

    96 Punkte


    Rapscallions B KG BF S W LP I A MW Int Cl WP RW
    Leibeigener 4 2 2 3 3 1 2 1 6 6 6 6 -

    (15x) Leibeigener (60) (Bogen, Handwaffe)

    60 Punkte


    Rapscallions B KG BF S W LP I A MW Int Cl WP RW
    Leibeigener 4 2 2 3 3 1 2 1 6 6 6 6 -

    (10x) Leibeigener (40) (Bogen, Handwaffe)

    40 Punkte


    Rapscallions B KG BF S W LP I A MW Int Cl WP RW
    Leibeigener 4 2 2 3 3 1 2 1 6 6 6 6 -

    (10x) Leibeigener (40) (Bogen, Handwaffe)

    40 Punkte


    Total: 1,499 Punkte

  • Alles in Allem, wenn man sich die gesamten Editionen durcharbeitet und genau besieht, hab ich das Gefühl, dass die 3. Edition etwa so etwas wie die 8. Edition ihrer Zeit war. (Mit ein wenig mehr Rollenspielcharakter oben drauf.) Sehr komplex, umfangreich und eigentlich gut. Nur eben zu klobig und ungelenkt, um neue Märkte und neue Legionen an Spielern ins Boot zu holen. Also musste man etwas tun. Radikale Zusammenkürzung oder Komplettüberarbeitung der Regeln und Mechanismen. Alles muss einfacher und leicht greifbar werden. Deshalb war die 4. Edition ein deutlicher Schnitt und leutete das Zeitalter und die Mechanismen von Warhammer ein, wie die Spielerschaft sie bis einschließlich der 8. Edition kannte. Der Schnitt war in vielen Belangen sicher mit dem Erscheinen von Age of Sigmar zu vergleichen. (Wohingegen die 5. Edition tatsächlich das Pendant zur 2. Edition Age of Sigmar ist, in der die Grundmechanismen der vorherigen Edition bestehen bleiben und man lediglich die Unausgewogenheiten ausgleicht.) Und so einiges war eben auch viel einfacher (und manchmal für meinen Geschmack schon zu einfach) geworden. Es gibt unzählige Beispiele dafür. Aber eines der herausstechendsten Themen, welches mich selbst in der 5. Edition von Anfang an störte, war was mit aufgeriebenen Einheiten geschieht. So sehr ich die 5. Edition mag, störte es mich doch seit jeher, dass eingeholte Einheiten einfach so als vernichtet gelten. Und dieser Mechanismus sollte 25 Jahre fortbestehen. In der Realität war das Niedermachen des Feindes, trotz aller Euphorie und jedem Blutrausches, immer noch harte Arbeit. Und genau das finde ich in der 3. Edition würdigend dargestellt.


    3. Edition - eine Einheit wird aufgerieben: Eine Einheit verliert den Nahkampf, verpatzt ihren Moralwerttest und tritt die Flucht an. Dazu würfelt sie keine Distanzen aus, sondern bewegt sich lediglich (ebenso wie in einem Angriff) die doppelte Distanz ihrer regulären Bewegungsfähigkeit. Die Verfolger dürfen nun entscheiden ob sie verfolgen wollen oder nicht, und testen auf ihren Moralwert, wenn sie sich dagegen entscheiden sollten. In jeden Fall aber, erhält die siegreiche Einheit sogenannte freie Hiebe. Dies bedeutet, dass jedes Modell, welches sich im Nahkampf mit dem Gegner befunden hat, nun auf die Fliehenden einschlägt. Jede Attacke trifft automatisch und es muss lediglich verwundet werden. Schilde helfen den getroffenen dabei nicht, da diese nicht wie im Nahkampf als Defensivwaffe eingesetzt werden können. Die Schlachtordnung ist schlicht nicht mehr vorhanden, um dies zu gewährleisten. Rüstwürfe auf normale Rüstungen werden abgehandelt und die Verluste werden entfernt. Nun tritt die aufgeriebene Einheit die Flucht an und bewegt sich, mit doppelter Bewegungsfähigkeit, in direkter Linie vom Feind weg.


    Nehmen wir nun an, dass die Sieger verfolgen wollen. Und da wird es jetzt z.B. schon spannend, wie die Einheiten denn ausgerüstet sind.


    Nehmen wir an, dass die flüchtende Einheit bretonische Leibeigene sind und die Verfolger Reichsgarde zu Fuß, des Imperiums. Leibeigene sind standardmäßig mit leichter Rüstung ausgestattet und tragen Hellebarden. Um sie vor Beschuss zu schützen, haben wir ihnen Schilde mitgegeben. Die Reichsgarde hingegen laufen regulär in schwerer Rüstung herum und tragen ebenfalls Schilde.


    Wenn wir nun annehmen, dass Verfolger sich ebenfalls, wie flüchtende Einheiten, mit ihrer doppelten Bewegungsfähigkeit bewegen und beide Einheiten, als Menschen die sie sind, eine Bewegungsfähigkeit von 4 haben, sollte man (nach dem Verständnis neuerer Editionen) denken, dass die Reichsgarde die Leibeigenen immer einholt. Nunja, nicht ganz.


    Lichte Rüstungen oder Schilde wirken sich nicht auf die Bewegungsfähigkeit aus. Zusammen, reduzieren die die Bewegung aber bereits um 1/2". Die Leibeigenen fliehen also effektiv 7" von der Reichsgarde weg. Diese hingegen tragen schwere Rüstungen, welche ihren Bewegungswert bereits um 1/2" verringert. Da sie zusätzlich auch noch Schilde tragen, wird ihr Bewegungswert noch einmal um 1/2" verringert und so verfolgt das Imperium hier nur mit 6" Reichweite hinter den Bretonen.


    Dies hat zur Folge, dass die Verfolger den Kontakt mit den Verfolgten verlieren und sich in der Zeit bis zu ihrer nächsten Bewegungsphase neu formieren müssen. (Bis dahin gelten sie als in Unordnung, was sie gegenüber feindlichen Angriffen deutlich verletzlicher macht, als das sonst der Fall wäre: Werden sie attackiert und verlieren laut Nahkampfergebnis, werden nicht nicht nur einfach laut Push-back Regel zurückgedrängt, wie normalerweise der Fall, sondern gelten automatisch als aufgerieben. Zusätzlich werden jegliche Moral-, Intelligenz-, Coolness- oder Willenskraft-Tests mit einem -1 Modifikator durchgeführt. -> Das will man nicht unbedingt.) Bevor wir die Bretonen aber in Sicherheit wähnen, darf die Reichsgarde ein letztes Mal freie Hiebe verteilen. Sprich, wie oben beschrieben, jede Attacke ist ein automatischer Treffer, Verwundungswürfe werden durchgeführt, dann Rüstungswürfe auf die 6 und Verluste entfernen.


    Die Bretonen können dann in ihrer nächsten Sammelphase versuchen sich wieder zu sammeln oder sie rennen eben weiter. (Nun aber in Richtung der nächsten Spieltischkante, nicht einfach weiter stur geradeaus. Eventuelle Verfolger würden ihnen dises Manöver nachmachen und dran bleiben.) Wären die Reichsgardisten schnell genug gewesen, um am Feind dran zu bleiben, hätten sie die Bretonen weiter verfolgt und so weiter freie Hiebe verteilt bis der Feind entweder tot wäre oder der Kontakt aus irgendwelchen Gründen abreißt (wie z.B. beim Verlassen des Spielfeldes, bei welchem die Verfolger direkt an der Kante zum Stehen kämen, oder wenn die Verfolger in eine andere Einheit hineinrennt, durch welche die Flüchtenden hindurchgeschlüpft sind.).


    Das Ganze ist natürlich viel komplizierter als die Lösung späterer Editionen, vor Allem wenn man bedenkt, dass die Bewegungsregeln der 3. Edition - welche in die Manöver innerhalb einer solchen Verfolgung noch hineinspielen würden - um Welten komplexer sind als das später der Fall wäre, aber es scheint mir doch viel realistischer als alles was danach kommen sollte. Und einen gewissen Realismus habe ich an meinen Spielen immer gemocht. Eine verfolgende Einheit hat schwer zu tun, wenn sie den Gegner niedermachen will und dieser noch deutliche Mannstärke hat, Helden bleiben auch auf der Flucht noch in gewisser Weise Helden (wenn sie übrigens eine höhere Bewegungsfertigkeit als ihre Einheit haben sollten, bedeutet das, dass sie sich automatisch von ihrer Einheit lösen, weiter vor rennen und somit deutlich höhere Überlebenschancen haben sollten als der Rest der Truppe!) und wenn die Verfolger sich entscheiden sollten die Verfolgung abzubrechen, ist das auch durch Modifikatoren am Moralwert erschwert, da ein Kommandant es nicht leicht hat eine Truppe zu befehligen, welche dem Siegesrausch verfällt. All solche Dinge mögen ein Spiel für viele Leute viel zu kompliziert und langwierig machen, aber für mich macht das einen ganz großen Reiz an Warhammer und an den Schlachten aus.


    Wer übrigens denkt, dass die 8. Edition an Komplexität nicht zu überbieten sei, sollte nochmal einen Blick ins Jahr 1987 werfen. Es ist nicht nur interessant, sondern oft auch sehr erheiternd und inspirierend. Die Bücher strotzen nur so vor Hobby-Gefühl und dem echten Geiste von Warhammer.

  • ich hab noch ziemlich viele alte Bretonen. 5. Edi Grundbox oder Zinn. Soll ich mal schauen, was ich da entbehren kann?

    So ich hab jetzt mal geschaut:



    Zuerst in die Kiste mit den gebauten Modellen.


    Jede Menge Ritter.
    Leider kann ich von den alten (den kleineren mit den wallenden Schabracken) keine mehr abgeben, da ich aus denen eine 15er Lanze fahrende Ritter machen will. :(

    Dann hab ich in die Bastelkiste geschaut. Da sind auch noch Ritter drin. Aber keine 10 die zusammenpassen.


    Dann hab ich an die "Notreserve" gedacht (eine unbenutzte Streitmachtbox der Bretonen). [/image]



    Wenn Du magst, kannst Du daraus die 8 Ritter bekommen (ungebaut am Gussrahmen) und auch gern noch zwei aus der anderen Kiste dazu.
    Allerdings sind das die "neuen" Modelle. Passen die zu Deiner Streitmacht vom Design und der Größe?


    Mehr kann ich derzeit nicht anbieten. :(
    Falls Interesse gern via PM ein Gegenangebot. Am liebsten Tausch, zur Not Euro.

    Grüße aus Potsdam!

    "Machen" ist eigentlich wie "Wollen" - nur krasser!

  • Zuerst in die Kiste mit den gebauten Modellen.

    Oha, da erkenne ich doch den einen Ritter aus Deinem Aufbau-Projekt, "Ein Ritter pro Woche", wenn ich mich nicht irre? Das Projekt ruht hoffentlich nur!? ;)


    Super lieb, dass Du nachgeschaut hast!


    Ich bin tatsächlich hinter den Vollplastik-Minis aus der 5. Edition her. Bei denen hatte ich vor die Lanzen Arme nur anzustecken, um sie für den Transport abnehmen zu können. Macht sich einfach viel besser im Transportkoffer. Da ich Deine Streitmacht auf keinen Fall schwächen will, werd' ich Dich aber nie und nimmer dazu überreden mir da etwas abzutreten. Im Gegenteil bin ich schon gespannt darauf, wann wir wieder Bretonen von Dir sehen.


    Ich halt' die Augen offen und schieß' mir irgendwann mal 10 Ritter des Königs. Ist ja nur eine Frage der Zeit.


    Was hältst Du übrigens von den Modellen der Fahrenden Ritter der 5. Edition? Ich find' die ziemlich gut. Nicht nur sind sie anatomisch korrekter als die Modelle der 6. Edition, sie bringen auch die Stimmung der jungen Heißsporne super rüber.




    P.S.: Für jene die 's interessiert...

  • Was hältst Du übrigens von den Modellen der Fahrenden Ritter der 5. Edition?

    Als Späteinsteiger (Beginn Warhammer 2011) fällt mir das schwer, die zu unterscheiden obwohl ih das Sammlerkompendium Bretonia hab.


    Oha, da erkenne ich doch den einen Ritter aus Deinem Aufbau-Projekt, "Ein Ritter pro Woche", wenn ich mich nicht irre? Das Projekt ruht hoffentlich nur!?

    Ja, es ruht. Ich dachte, ich finde Gleichgesinnte und wir spornen uns gegenseitig an. Im Kollektiv ist Motivation und vor allem Disziplin für mich einfacher.
    Vielleicht starte ich die Aktion aber noch einmal; zum Beispiel zum Jahresbeginn 2019. Wenn ich das durchhalten würde, wäre die erste Kiste nach einem Jahr um 52 bemalte Ritter reicher. (Träum...)

    "Machen" ist eigentlich wie "Wollen" - nur krasser!

  • Als Späteinsteiger (Beginn Warhammer 2011) fällt mir das schwer, die zu unterscheiden obwohl ih das Sammlerkompendium Bretonia hab.

    Die Fahrenden Ritter der 5. Edition kann man ganz gut daran erkennen, dass sie aus Metall sind und keine Helme tragen. Wenn Du davon Modelle hast, sind es mit höchster Wahrscheinlichkeit welche (wenn man von den Charaktermodellen, wie Tristan und Rapanse, absieht).