[WFB 5. Edition] Schlachtberichte aus der Alten Welt

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    Bezieht sich das auf die 8. Edition? Hab da den Faden nicht ganz...

    Alle Spiele hier in diesem Thema wurden und werden nach den Regeln der 4./5. Edition gespielt.

    Für die Belagerungs-Szenarien nutzen wir das offizielle Buch Warhammer Festungen der 5. Edition.


    In der 8. Edi (=Armeebuch 7.Edi) , war es doch so, dass man eine Lanze RdK nehmen musste und nicht auf Punktwerte bezogen, oder?

    Für die 8. Edition benutzt ihr das Armeebuch der 6. Edition, oder? (Oder habt ihr eine inoffizielle Variante?)


    Was das Stellen von Rittern in der 5. Edition angeht, sagt das Armeebuch Bretonia grundsätzlich folgendes:


    ... während das Buch Warhammer Festungen den Spieler von dieser Armeebuch-Beschränkung hiermit entbindet:


    Im deutschen Buch ist der Text (m.b.M.n.) noch unmissverständlicher gehalten und lautet:

    "Du kannst beliebige Einheiten aus deiner Armeeliste auswählen und sie entsprechend ausrüsten."


    Alles in allem habe ich viele Belagerungen nach den Belagerungsregeln aus "Blut in den Düsterlanden" gespielt und finde die prima!
    Habt Ihr die in Betracht gezogen?

    Sind die vergleichbar oder gar deckungsgleich mit den Regeln der 5. Edition? Wenn es da coole Elemente gibt, die es in den 90ern noch nicht gab (und die das Spiel eindeutig bereichern) dann wäre es sicher etwas was man sich mal zu Gemüte führen könnte.

    • Offizieller Beitrag

    [Irgendwo in der bretonischen Provinz Parravon, in den grauen Bergen, nahe der Grafschaften des Imperiums...]





    Dicker weißer Nebel kroch schwerfällig die steilen Hänge des Zentralmassivs des Grauen Gebirges hinab und füllte den Pass der Grauen Dame sowie alle anderen umliegenden Talsenken. Selbst von den Mauern der relaitiv hoch gelegenen Festung Sanglac aus konnten die Wachposten nicht weiter als rund 50 Meter sehen.


    Gerade heute kam dies mehr als ungelegen, da bereits seit Wochen vermehrt über beträchtliche Bewegungen von Grünhäuten im Umland berichtet wurde. Seit die ersten Nachrichten davon nach Sanglac gelangt waren, hatte man mit der Aushebung zusätzlicher Truppen begonnen und selbst die Bauern der umliegenden Siedlungen zum Dienst auf und an den Mauern verpflichtet. Diese Vorsichtsmaßnahme schien sich nun als gerechtfertigt herauszustellen. Denn als vor einer halben Stunde einer der Spähtrupps völlig außer Atem zur Burg zurückgekehrt war, berichteten die Männer von einer beträchtlichen Meute von Grünhäuten, welche nun genau auf die Bergfestung zumarschierte.


    Bereits wenige Stunden später standen Mann und Maus unter Waffen und versuchten entweder etwas im Nebel zu erspähen oder harrten hinter den Burgmauern stehend aus und lauschten ob sie die Feinde bereits ausmachen konnten.




    Über dem Haupttor flatterte die Fahne mit den ehemaligen Farben des Burgherrn im Wind. Hier hatten sich die Knappen des Haushaltes versammelt und warteten darauf, dass Frederick, Champion und Bannerträger von Sanglac, sich ihnen anschließen möge, nachdem die Ritterschaft den Verteidigungsplan besprochen haben und sich ebenfalls in Position begeben würde.



    Bertrand war nach der Lagebesprechung ein wenig missmutig, da er während der Schlacht wohl nicht in der Nähe des Burgherrn Antoine sein können würde, wo man die beste Gelegenheit haben würde ihn glänzen und siegen zu sehen. Stattdessen ritt er nun mit den Rittern zum Südtor, um dort einen Ausfall vorzubereiten und die Grünhäute zu überraschen, bevor sie sich im Geröll vor den Mauern eingraben könnten. Zähneknirschend fand er sich mit seiner Aufgabe ab und gab seinem Ross die Sporen.



    Zur selben Zeit stand rechter Hand des Haupttores Borinn Finbul Seite an Seite mit seinen Kumpanen und paffte verträumt an einer Pfeife, als genieße er die Erholung nach einem arbeitsreichen Tag. Die Zwergen Truppe, welche größtenteils aus Söldnern und Abenteurern bestand, hätte sich bis vor Kurzem nicht träumen lassen in eine ausgewachsene Belagerung verstrickt zu werden, aber solange es gegen den Erbfeind ging, war jeder von ihnen mehr als gewillt die geplante Schatzjagd hinten anzustellen. In stoischer Ruhe standen sie nun beisammen, hielten ihre Armbrüste bereit und warteten darauf, dass Telzad - welcher weit zu ihrer Rechten Spähposten bezogen hatte - etwas im tiefhängenden Dunst ausmachen würde.




    Ori Amonsson ließ währenddessen die raue Haut seiner Handfläche über den Stein der Zinnen vor sich gleiten, um abzuschätzen wie lange das Bauwerk wohl standhalten würde, wenn die Grünhäute sich wirklich in den Kopf gesetzt haben sollten eine Bresche in die Mauer zu reißen. Zugegebenermaßen handelte es sich bei dem Gemäuer nicht um den gröbsten Umgak den er je zu Gesicht bekommen hatte, aber dennoch bildeten sich ernste Sorgenfalten auf seiner Stirn und er grummelte etwas unverständliches in seinen Rauschebart.




    Etwas weiter entfernt, zwischen dem Haupttor und dem schräg dahinter befindlichen Ausfalltor gelegen, hatten sich Gaston Perrier und die Knappen von Lusignac ebenfalls auf der Mauer versammelt. Einigen von ihnen rasselten noch immer die Lungen von der hastigen Heimkehr. Denn es waren jene Männer, welche die Grünlinge am Morgen im dichten Nebel erspäht hatten und sich gleich darauf eilends zur Burg zurückgezogen hatten, um ihre Landsleute zu warnen. Die Knappen konnten sich noch immer am besten eine Vorstellung davon machen was hier gerade im Begriff war auf sie zuzurollen. Aber sie versuchten sich nichts anmerken zu lassen und hofften insgeheim, dass die Grünhäute sich auf dem Weg hier her eher gegenseitig in die Haare geraten würden, auf dass sie nicht von der geballten Macht der Horde getroffen würden.


    Unten im Hof war ein Gemisch aus Stimmen und Rumoren zu hören, als die letzten Männer in Position befohlen wurden und das Getrappel der Pferde des Adels von den Mauern wiederhallte.



    Bereit oder nicht, die Stunde der Entscheidung rückte unaufhaltsam näher.



    [Fortsetzung folgt... ]

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    ----- Prolog -----



    Lucia erschauderte bei dem Tumult, welcher vor den Mauern von den Felswänden wiederhallte und stetig anzuschwellen schien. Gegen das Gefühl der Kälte versprach der Mantel Abhilfe, den ihr Énric - ihr Berater - hinterlassen hatte. Aber das Gefühl der Angst, welches ihr zunehmend die Kehle zuschnürte und die Kopfschmerzen ins Unermessliche zu treiben schien, ließ sich nicht so leicht bändigen. Geistesabwesend streichelte sie mit ihrer Hand über den uralten Einband des Zauberbuches, welches sie ebenfalls von dem Alten erhalten hatte. Seltsamerweise beruhigte gerade das ihre Nerven und das Pochen in ihrem Schädel kam langsam zum Erliegen.


    Auf den Mauern trauten die Männer ihren Augen kaum, als der Nebel sich innerhalb weniger Augenblicke immer mehr zu setzen und schließlich gänzlich zurückzuziehen begann. Die Zwerge starrten mit stoischem Blick auf die schwindende Nebeldecke und nicht wenigen von ihnen entfuhr ein missmutiges Knurren, als sie die Grünhäute auf der Hochebene vor den Mauern auszumachen begannen. Hörner erschallten von der Mauer her und wie zur Antwort erklangen die Trommeln aus der Gegenrichtung. Der Lärmpegel schwoll an. Die Nerven der Verteidiger waren bis zum Reißen gespannt. Die Grünlinge ergaben sich bereits in Stänkereien oder ließen sich von ihren Anführern in Rage versetzen. Sie keiften, grölten und schrien ihre Blutgier hinaus. Der Hall und Wiederhall entwickelte sich nunmehr zu einer beinahe ohrenbetäubenden Kakophonie. Die Kämpfer beider Seiten konnten es kaum noch erwarten das unwohle Gefühl in ihrer Magengegend mithilfe purer Gewalt zu vertreiben. Irritation und Angst wandelten sich in Abscheu und aus Abscheu wurde Hass.



    Schließlich erschien Frederick auf der Mauer über dem Burgtor und befahl den Schützen auf den Türmen sowie den Knappen unter seinem Kommando sich umgehend fertig zu machen. Antoines Kriegsbanner flatterte im Wind. Die Männer nockten die ersten Pfeile und begannen sich mit konzentriertem Blick ihre Ziele zu suchen.



    [Am Samstag, 7. August 2021, soll es schließlich soweit sein: Das zweite Kapitel der Saga um die Burg Sanglac wird geschrieben und es folgt... ]


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    Die Hochebene schien zu beben vor Lärm. Die Grünhäute trampelten so fest sie nur konnten, schlugen ihre Klingen aneinander und trommelten auf ihre Schilde. Dabei grölten sie unaufhörlich, "Udzag! Udzag! Udzag!", wobei einer ihrer Schamanen in einer Art Regentanz um die Mobs herumtanzte und sie noch weiter anheizte. Omgoz, den man auch die Stimme des Mork nannte, war total aufgedreht, da der grünere ihrer Götter sich entschlossen zu haben schien ihren Vormarsch für die längste Zeit vor jedweden Feinden im Nebel zu verbergen und es nun aufklaren zu lassen, damit die Jungs mit ihren Bögen freie Sicht auf ihre Opfer hätten. Außerdem wusste er, dass die Meute wenigstens so lange bei Laune gehalten werden müsste bis sie nahe genug an den Weichbäuchen wären. Andernfalls würden sie sich nur wieder kurz vor der Schlacht gegenseitig in die Wolle kriegen. Und klar, grundsätzlich war ja gegen eine zünftige Keilerei nichts einzuwänden, aber heute galt es die Mobs zusammenzuhalten und diese jämmerliche Anhäufung von Steinen, hinter denen sich die Menschlinge versteckten, einzureißen. "Mooork will eeez!", johlte Omgoz und von den nahestehenden Ork Jungs erschallte ein Echo, welches von den umliegenden Felsen noch zusätzlich verstärkt wurde, "Mork will eeeeez! ... ez... ez... ez!".


    Udzag nickte zufrieden und suchte die Zinnen der vor ihnen aufragenden Mauern nach Lebenszeichen ab. Irgendwo hier müsste sich ein Loch in der Steinwand befinden, durch welches die Menschen hinein und hinaus kämen. Dort sollten er und die Jungs es zuerst versuchen. Dann gab er dem Troll zu seiner Linken mit dem Heft seiner Axt einen zünftigen Hieb auf den Rücken. Der träge Unhold drehte sich nur wenig motiviert zur Seite, als ob ihm nicht klar sei was ihn da gestubst habe. Als er endlich Augenkontakt mit Udzag herstellte, winkte dieser ihm zu und der behebige Steintroll folgte dem Chefoberboss schließlich in Richtung Mauer.




    Zur Rechten von Udzags Jungs befanden sich die Mobs unter dem Kommando von Ogrimm, der Faust des Gork. Der Chefoberboss ritt auf einem ungestümen Keiler, welcher inmitten einer Gruppe von Trollen hin und her tänzelte. Ogrimm hatte weder sein Reittier noch die Trolle und erst recht nicht die Jungs um sich herum unter Kontrolle. Während die Trolle nur in der Nase popelten, stänkerten die Orks untereinander anstatt sich wie der Rest in Richtung der Mauern zu bewegen.


    Nur auf der rechten äußeren Flanke, wo sich mehrere Wildork Mobs unter der Führung des Wildork Schamanen Wurzack versammelt hatten waren sich die Grünlinge einig. Von ihrem Seher zu wilder Raserei angestachelt warteten sie nicht auf irgend welche Kommandos sondern platzen einfach aus dem Dickicht hervor ins Freie. Während einige Orks noch unter den Peitschenhieben von Treibern krude Kriegsmaschinen in Stellung brachten, schulterten die größeren Mobs Leitern und Rammen. Sie konnten es kaum erwarten endlich an die Weichbäuche heran zu kommen.





    Weit auf der linken Flanke hatten sich noch mehr Grünhäute versammelt. Die Führung hatte ein Chefoberboss names Grimmzock Schädelbrecher inne. Auf seinem Lindwurm sitzend brüllte er den Gitzen zu seinen Füßen wilde Befehle zu und auch wenn es nie ausgesprochen worden war, so fühlte er sich doch als Oberhaupt dieses Kriegszuges. Unmittelbar und ohne Zweifel folgten ihm ein Waldgoblin Oberboss, welcher auf den Namen Spitznick hörte und einen Mob Spinnenreiter befehligte sowie ein Wildork Schamane namens Zonkzok, welcher - wie Wurzack - einen Mob Wildorks in die Schlacht führte.


    Die Chefoberbosse erhoben ihre Stimmen und auf ganzer Breite kam Bewegung in die versammelten Mobs. Als erstes rollten zwei riesige hölzerne Belagerungstürme aus den letzten Resten des Nebels hervor, dann setzten die Jungs ihnen mit unterschiedlicher Motivation und Geschwindigkeit nach.

    Auf den Mauern hingegen sah man von Furcht ergriffen der grünen Flut entgegen, welche da auf die Verteidiger heranrollte. Die Männer brauchten jetzt Führung und Zuspruch, damit sie die Hoffnung nicht bereits fahren ließen bevor es begonnen hatte.




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    "Überkommt eure Furcht!", brüllte Frederick DeMoncerat so laut er nur konnte, damit auch der letzte Bogenschütze, ganz gleich ob Knappe oder einfacher Gefolgsmann, ihn hören mochte. "Schießt nicht auf das Ungetüm! Sucht euch ein weiches Ziel! Jeder Pfeil der nicht tötet ist wie ein Sargnagel für unser aller Heim und Hof." Die Männer hörten ihn sehr wohl und waren für einen Moment noch perplexer als zuvor. Der Bannermann von Sanglac hatte seine Worte nicht unbedingt mit Bedacht gewählt, aber letztlich hatten sie die gewünschte Wirkung. Die Männer fassten sich ein Herz, spannten die Sehnen und legten, entgegen ihrer unmittelbaren Instinkte, auf alles an was sich vor den Mauern bewegte und nach einem verhältnismäßig verletzlichen Ziel aussah. Pfeile und Bolzen schwirrten von Türmen und Zinnen in die davor versammelte Meute.


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    "Der Untergang von Sanglac"


    Warhammer Fantasy - 5. Edition

    [Belagerung (Sturmangriff) - 5,000 Punkte Orks & Goblins gegen 2,500 Punkte Bretonen]

    (+500 Punkte Belagerungsgeräte & Verstärkung)





    Die Bretonen begannen die Belagerung mit einem Gebet an die Herrin des Sees und die Zwerge blieben während der ganzen Zeit stoisch und stumm. Ob nun aus Respekt oder aus Missmut konnten die Bretonen wirklich nicht sagen. Sobald sich der erste Knappe jedoch aus seiner knienden Position zu erheben anschickte, ließen die Zwerge auf der Rechten Mauersektion auch schon die Bolzen schwirren. Und keinen Moment zu früh, denn die Spinnen hatten sich bereits gefährlich nah an die Mauer herangepirscht und direkt vor den Nasen der Zwerge ging unter wahnsinnigem Johlen ein Kamikaze Goblin nieder. Dabei riss er ein großes Stück einer Zinne mit sich, als er sich den Hals und wohl auch sonst noch jeden Knochen im Leibe brach. Ori Amonsson setzte sich fast vor Schreck auf sein Hinterteil und hatte dabei einen Blick aufgesetzt, der seine früheren Feststellungen zur Qualität des Mauerwerks nur zu bestätigen schien.



    Auf der aus bretonischer Sicht linken Seite hatten je ein Regiment an Rittern des Königs und Gralsrittern gerade das Ausfalltor verlassen, um den zügig vorrückenden Wildorks auf jener Flanke entgegenzutreten. Als die Knappen von den Mauern aus sahen in was die Ritter da hineinmanövrierten lief ihnen ein kalter Schauer über den Rücken. Die tapferen Recken ließen sich jedoch nicht vom Tode schrecken, nahmen Maß und ritten geradewegs auf die Grünhäute zu.



    Auf den Mauern und Türmen hatten sich die Bogenschützen Fredericks Worte zu Herzen genommen und schossen unentwegt auf die schnell herannahenden Spinnenreiter. Während die grauenerregenden Krabbler nacheinander zu Boden gingen, tönten die Trompeten der Ritter von links herüber. Dort waren die Gralsritter gerade dabei ein Regiment Wildschweinreiter in die Flucht zu schlagen, als sie direkt in die dahinter befindlichen Wildorks hineinschmetterten. Die Ritter den Königs wollten ihnen in nichts nachstehen, rieben so ihrerseits einen ganzen Orkmob auf und ritten die flüchtenden Überlebenden allesamt in den Staub. Dieser verheerende Blitzangriff der Bretonen löste unmittelbar Panik unter den Orks aus. Einige von ihnen machten auf dem Punkt kehrt. Ein Riese stolperte dabei sogar über seine eigenen Füße und ging zu Boden.




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    Völlig verwirrt von dem Tumult um ihn herum und den Unmengen an Grünhäuten, deren Getöse ihm Kopfschmerzen bereitete, vergaß Omzog, die Stimme des Mork, plötzlich den Zauberspruch welchen er sich vor ein paar Tagen eingeprägt hatte. (Diese verflixten Kopfschmerzen!)



    Weit außen auf der Flanke mussten die Ritter des Königs nun feststellen, dass sie mitten in ein Hornissennest gestochen hatten. Zwar hatten sie viele der Grünhäute in die Flucht geschlagen, aber da waren immer noch mehr und viel mehr von ihnen und die Meisten zeigten keine Angst. Als dann plötzlich ein Streitwagen seitlich durch die Gralsritter senste, wie diese sich gerade siegessicher in den massiven Wildork Mob hineinbohren wollten, gefrohr den Rittern des Königs das Blut in den Adern.

    Körperteile flogen durch die Gegend und plötzlich waren ihre ruhmreichen Mitstreiter Geschichte. Als sich dann noch ein weiterer Streitwagen auf sie ausrichtete und Ogrimm mit seinen Trollen zügigen Schrittes auf sie zuhielten, war es wohl die Vernunft, welche sie zügig und geordnet kehrt, in Richtung Ausfalltor, machen ließ.



    Als habe das Schicksal den Bretonen damit nicht übel genug mitgespielt, entschlossen sich die Götter dazu den entrichteten Blutzoll weiter in die Höhe zu treiben. Sogleich lenkte ein Kamikaze Goblin seinen klapprigen Gleitflügelapparat zielsicher auf die Mauersektion des Haupttores zu und erschlug dort Frederick DeMoncerat in einem grausamen Spektakel. Neben ihm ging noch ein weiterer Knappe nieder, welcher nicht schnell genug in Deckung springen konnte. Der Rest der Männer hielt jedoch die Stellung, um gleich darauf von Riesenspinnen angegriffen zu werden, welche während des Tumultes schnurstracks die Mauer empor gekrabbelt waren und die Verteidiger nun auf den Zinnen attackierten.




    Die Grünhäute waren dabei das Ruder wieder herumzureißen.



    In diesem Moment tönte ein flatterndes Geräusch über die Hochebene.


    Erst dachten die Goblins auf der linken Flanke es sei Grimmzock Schädelbrecher, welcher wenige Augenblicke vorher mit seinem Lindwurm in den Himmel hinaufgestiegen war. Aber dafür waren die Flügelschläge zu gleichmäßig und zu schnell in ihrer Abfolge. Nein, es war nicht das Ungetüm des Kriegsherrn, welches da herannahte, sondern gänzlich unerwartete Unterstützung für die Bretonen.



    [ Man sollte nicht glauben, dass die Zwerge unter Kommando von Khorin Halbhand, dem Meister der Hallen, welcher von König Zaladrin Streitaxt aus Karak Azgaraz entsand worden war, sich einmischten weil sie den Bretonen aus Nächstenliebe beistehen wollten. Weit gefehlt! Vielmehr war Khorin damit beauftragt worden sicherzustellen, dass eine gewisse Abenteurer Gruppe unter Führung des Drachenslayers Snorre Herzenbrecher sich nicht den Drachenhort der Bestie Caledair Feuersense unter den Nagel reißen und damit verschwinden würde, ohne vorher den angemessenen Tribut an den König unter dem Berg, den Herrn von Karak Azgaraz, zu entrichten.

    Dass der Stoßtrupp dabei in diesen unvorhergesehenen Konflikt geraten würde war mehr Zufall als alles andere. Letzenendes entschloss man sich aber der Konfrontation nicht aus dem Weg zu gehen. Einerseits ging es gegen einen Erbfeind, andererseits - und das war viel wichtiger - bestand noch immer die Gefahr, dass das Gold des Drachenhortes sonst in falsche Hände geraten könne. ]




    Fast als habe jemand seinen Namen gerufen, betrat Snorre Herzenbrecher die Zinnen über dem Haupttor um den in Bedrängnis geratenen Knappen beizustehen. Seine Kumpane folgten ihm auf den Fuße und warfen sich den Spinnenreitern mutig entgegen.



    Die Zwerge machten kurzen Prozess mit den Grobi und hackten sie in deutlich kleinere Stücke als wirklich nötig gewesen wäre.


    Weit auf der linken Flanke der Bretonen folgten die Bogenschützen noch immer der Weisung ihres verblichenen Bannermannes und suchten sich weiche Ziele. Dabei gaben sie sich alle Mühe die herannahenden Riesen zu ignorieren und schossen stattdessen so lange auf die Streitwagen der Orks bis die Zugtiere entweder erlahmt oder gänzlich tot waren.

    Auf den Mauersektionen rechts weit außen schmetterte einer der Belagerungstürme gegen das Mauerwerk und sogleich sprangen große, bösartig dreinschauende Orks über die Zinnen, mitten in die Reihen der dort befindlichen Zwerge. Ein blutiger Kampf entbrannte.



    Nachdem der unter Khorins Kommando befindliche Gyrokopter einige Goblins geröstet hatte, war wie aus dem Nichts ein dunkler Schatten auf den kleinen Flattermann niedergegangen. Grimmzock Schädelbrecher hatte seinen Lindwurm im Sturzflug direkt auf den Flugapparat gestürzt und ließ nun seine gesamte aufgestaute Wut daran aus.



    Es dauerte nicht lange, da schmierte der Gyrokopter unter pfeifenden Geräuschen ab und ging in einer ohrenbetäubenden Explosion im Hinterland nieder. Die Armbrustschützen brüllten voller Empörung und feuerten Ihre Bolzen auf das scheußliche Ungetüm, ... ebenso wie auf sein geflügeltes Reittier.


    Während sich auf der linken Flanke der Bretonen bereits einer der Riesen daran machte Steine aus dem Mauerwerk zu dreschen, war dem armen Omgoz das Getöse im Zentrum der Orkhorden noch immer deutlich zuviel. Zu jenem Zeitpunkt musste er wohl mindestens dreimal vergessen haben was er bereits vergessen hatte. Dass es dabei ursprünglich einmal um einen Zauberspruch gegangen war war ihm jedoch gänzlich entfallen.


    Bei den Zwergen tobte noch immer der Kampf mit den Orks, von denen immer mehr und mehr aus dem Inneren des Belagerungsturmes hervorzudrängen schienen. Egal wie oft die Zwerge sie auch zurückschlugen, diese Grobgitze wollten einfach nicht kleinbei geben und kamen jedes Mal aufs Neue zurück.



    Just in jenem Augenblick hatten die Götter wohl auch so etwas wie Gnade mit dem armen Omgoz. Eine ganze Meute von Orks mit Bögen hatte sich nämlich in den Kopf gesetzt, dass der arme gemarterte Schamane der Grund dafür sei, dass sie sich immer wieder in die Haare bekamen und so beschlossen sie schließlich ihn in ein Pfeilkissen zu verwandeln. [Ja, die Götter zeigen ihre Gnade oft auf seltsame Art und Weise. Hüte dich also davor die Götter um Hilfe anzurufen!]



    [Ende von Teil 1. Fortsetzung folgt...]

  • Umwerfend, was Ihr da an Modellen aufgefahren habt und an Befestigungs- und Belagerungsgerät8|

    Die Kombination aus Erzählung, kleinen Bildern von Protagonisten und Antagonisten sowie Schlachtausschnitten finde ich auch richtig gelungen.


    Die Männer fassten sich ein Herz, spannten die Sehnen und legten, entgegen ihrer unmittelbaren Instinkte, auf alles an was sich vor den Mauern bewegte und nach einem verhältnismäßig verletzlichen Ziel aussah.

    Also nicht auf Orks, sehr schön.

    (Diese verflixten Kopfschmerzen!)

    Das kenne ich nur zu gut, der Mann hat meine ganze Sympathie.

    ich hätte mir natürlich gewünscht, dass er von Ibuprofen erlöst wird und nicht einem verpatzten Test der eigenen Bogenschützen...

    • Offizieller Beitrag

    "Der Untergang von Sanglac"


    [Teil 2]


    Während auf der rechten Flanke die Zwerge auf der Mauer verbissen gegen die anstürmenden Orks die Stellung hielten und die Armbrüste der Unterstützungstruppen versuchten den verlorenen Gyrokopter zu rächen, blieb den Rittern des Königs am anderen Ende des Spielfeldes keine andere Wahl als sich gänzlich hinter die Mauern zurückzuziehen. Nur so könnten sie der den Bewohnern der Festung noch von Nutzen sein. Denn vor den Mauern zogen brutal dreinschauende Ungetüme den Ring immer enger. Während einer der Riesen zunehmends die Mauer demolierte, machte sich ein anderer über eines der Gehöfte her, welches zum Anbau von Getreide diente. Die Trolle schienen Blut geleckt zu haben und stampften schnurstracks in Richtung des Ausfalltors weiter, hinweg über die Leichen der Gefallenen, verlassene Belagerungsgerätschaften und sogar einen liegengebliebenen Streitwagen.


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    Während all dem beschwor Wurzack immer und immer wieder seinen grünen Herrn, Mork, und veranlasste diesen sich einzelne der auf dem Rückzug befindlichen Ritter herauszupicken und in die Lüfte zu heben. Mehrmals wehrten sich die kühnen Recken vergeblich gegen den Griff des Gottes und mehrmals fielen sie wieder zu Boden, wie durch ein Wunder unbeschadet, sodass sie zu ihren Kameraden aufschließen konnten. Auf diese Weise zog sich ihr Rückzug natürlich in die Länge und am Ausfalltor warteten bereits zwei Knappen, um hinter dem letzten der Ritter das schwere Holztor zu schließen.



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    Im Zentrum des Schlachtfeldes schoss nun Spitznick aus seinem Versteck im Dickicht hervor und trieb seine Riesenspinne dazu an den Turm rechts vom Haupttor zu erklimmen. Der Verlust seiner Spinnenreiter hatte ihn rasend gemacht, er hatte jedoch vor sich einem weniger wehrhaften Ziel zu widmen als es die Slayer über dem Haupttor abgaben. Als Lady Lucia die riesige Spinne an der Steinwand hinaufkrabbeln sah, alarmierte sie sogleich die Bogenschützen, welche von hier aus bereits den Waldgoblin Helden als auch seine Spinnenreiter beharkt hatten. Die Männer wehrten sich mit allem was sie hatten und die letzten beiden Pfeile von den Sehnen bretonischer Langbögen streckten die Bestie und ihren Reiter nieder, bevor diese sie auseinandernehmen konnten.



    Die Männer jubelten, verstummten aber sogleich wieder als sie feststellen mussten, dass ihre Herrin sich in ihrer Verzweiflung dunkler Mächte bediente. Um einen riesigen Mob an rasenden Wildorks davon abzuhalten einen schweren Rammbock unter das Torhaus zu schieben, beschwor die Herrin von Sanglac schließlich die Überreste einige der Gefallenen zurück in untotes Leben, als willenlose Wächter im Dienste der Feste.



    Währenddessen richtete das Kamikaze Katapult, sowie die letzte verbliebene Steinschleuder weiter Verwüstungen an und hinter den Mauern der Burg an.



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    Anhaltender Beschuss setzte die Goblins vor der Mauer derart unter Druck, dass sie die mitgeführte Ramme schließlich fallen ließen. Und als Grimmzock Schädelbrecher auch noch entschied, dass er sich mit seinem Lindwurm lieber auf die andere Seite der Mauer begeben würde, um da seine Orgie der Verwüstung fortzusetzen, nahmen die kleinen Grünlinge schließlich die Beine in die Hand un rannten. Die mit ihnen gekommenen Snotlinge taten es ihren größeren Brüdern natürlich gleich und gingen ebenfalls stiften.



    Die Flut an Grobgitzen, welche mittels des Belagerungsturmes die Mauern stürmten kam langsam zum Erliegen. Das stetige und blutige Handwerk der zwergischen Verteidiger hatte sich ausgezahlt und schließlich verließ die letzten fünf der Grünhäute auch noch der Mut und sie traten den Rückzug an. Alles was nun noch Pfeile und Bolzen hatte schoss auf die fliehenden Grünlinge. Kaum einer sollte entkommen.



    Um auch endlich die nicht zu unterschätzende Gefahr durch das Kamikaze Katapult zu bannen, machte Khorin Halbhand von seinen magischen Stiefeln gebrauch und vernichtete die letzten Goblins, samt ihrer tückischen Gerätschaft.



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    Wutentbrannt hatte Grimmzock sich nun auf Antoine Rochefort gestürzt, um dem Burgherrn den garaus zu machen. Tapfer hielt der Gralsritter inne und schickte ein Stoßgebet an die Herrin des Sees. Gerade hatte er den Giftstachel des Lindwurmes pariert, da hieb Grimmzock unerbittlich auf ihn ein und verletzte ihn an der Schulter. Aber die Herrin schien ihre schützende Hand über den roten Antoine zu halten und so blieb er im Sattel. Mit letzer Kraft schwang er sein mächtiges Breitschwert und trennte dem Ork General damit das Haupt von den Schultern. Der Lindwurm tobte, als ihm das heiße Blut seines Herrn den Nacken hinunter lief aber Antoine konnte das Monster gerade noch so in Schach halten.




    In jenem Moment sah Bertrand Russault seine Stunde gekommen. Der junge Ritter gab seinem Ross die Sporen und senkte die Lanze zum Stoß. Mit einem Schwur an die Herrin auf den Lippen preschte er an den vor Angst gelähmten Gefolgsleuten vorbei und trieb das Holz seiner Lanze tief in den Körper des Ungetüms. Mit einem grässlichen Kreischen ging es zu Boden und ward nicht mehr. Bertrand, den man "den Keiler" nannte, war nun ein Lindwurmbezwinger.





    --- Epilog ---


    Der Großteil der Grünhäute befand sich mittlerweile auf der Flucht. Denn wer nicht vorher bereits die Beine in die Hand genommen hatte, den verließ nun beim Niedergang ihres Kommandanten der Mut. Einzig vor dem Ausfalltor wüteten noch immer die Giganten der grünen Horde. Die Riesen gaben ihr Bestes alles in Schutt und Asche zu legen. So war das Gehöft verloren und sowohl Mauer als auch Tor würden auch nicht mehr lange halten. Es wurde noch bis spät in die Nacht gekämpft und viel Blut sollte fließen.


    Die Bretonen mochten ihre Ehre gerettet haben, aber die Burg konnte sie am Ende dennoch nicht halten. Denn diese Armee der Grünhäute war nicht die Einzige welche derzeit in den Bergen ihr Unwesen trieb. Der Schaden an den Mauern war beträchtlich und der Verlust der umliegenden Höfe war noch viel schlimmer. Denn es war genau jene Jahreszeit in welcher die bereits kärglichen Erträge für den Winter geerntet werden sollten. Doch nun lag alles in Schutt und Asche. Viele gute Männer und Frauen waren tot. Und schließlich musste Antoine die schwere Entscheidung fällen und mit dem Rest seines Gefolges die Festung Sanglac verlassen, solange sie noch die Gelegenheit dazu hätten. Er würde versuchen sie über den Pass der Grauen Dame in Richtung der Hauptstadt des Landes zu führen.



    [Aber das ist eine andere Geschichte.]

    • Offizieller Beitrag

    Klasse Bilder hat bestimmt einen Riesen Spaß gemacht die Schlacht zu schlagen :thumbup:

    Vielen Dank! Und ja, wir hatten ordentlich Spaß, auch wenn das teils extreme Auf und Ab zeitweise echt an den Nerven gezehrt hat. :hihi:


    Das kenne ich nur zu gut, der Mann hat meine ganze Sympathie.

    ich hätte mir natürlich gewünscht, dass er von Ibuprofen erlöst wird und nicht einem verpatzten Test der eigenen Bogenschützen...

    Der Ärmste hatte tatsächlich unser aller Mitgefühl, ja. Deshalb hat er - allein schon für seinen Leidensweg - auch Erwähnung finden müssen, wenngleich sein effektiver Beitrag zum Spiel überschaubare Ausmaße hatte. Aber bei uns geht es ja auch zu einem erheblichen Maß um die Geschichte drumherum.


    Also nicht auf Orks, sehr schön.

    Tatsächlich vornehmlich Goblins, Spinnen und dergleichen. Die Orks kamen dann erst dran als alles "weichere" schon aus dem Weg geräumt war.

  • Ja mein lieber merrhok vielen vielen Dank fürs Spiel ich denke wie man sehen konnte hat es Spaß gemacht.

    Für des nächste Spiel werden wir beide uns sicher wieder etwas einfallen lassen. Ich hoffe auch wenn es langatmig gewesen ist war es dennoch ein schönes spiel?

    alea iacta est

    • Offizieller Beitrag

    Ich hoffe auch wenn es langatmig gewesen ist war es dennoch ein schönes spiel?

    Auf jeden Fall, ja. (Dass eine Belagerung mit 5,000 Punkten schonmal 8 bis 10 Stunden dauern kann hab ich mir jetzt notiert.) Im Nachhinein war es das alles wert. :hihi:


    Und ich möchte mich nochmal ganz herzlich bei dir, sowie auch bei HauptmannWernerle, Christian, Daniel, Alex und Thorsten für den Abend, das Spiel und den Spaß bedanken. Von dieser Schlacht habe ich über 2 Jahre lang geträumt und es ist großartig, dass wir das ganze endlich gemeinsam auf die Platte bringen konnten. Ich hoffe ihr hattet alle ebenso viel Spaß.

  • definitiv da kannst du sicher sein, und ich plane ja schon unser nächstes Event mal schauen ob ich des hinbekomme aber ich schätze mal schon und vllt klappt das auch mit Erics spielergemeinschaft auch mal aber dann an ner anderen Örtlichkeit. Wenn es zu verbessern gibt außer der Ausdauer mancher Spieler lass es mich gerne wissen.

    alea iacta est

    • Offizieller Beitrag

    "Die Straße nach Parravon"


    Warhammer Fantasy - 5. Edition

    [Hinterhalt - 2,500 Punkte Orks & Goblins gegen 1,800 Punkte Bretonen & Zwerge]




    Nachdem Antoine le rouge und seine Getreuen bei der Belagerung der Festung Sanglac gerade noch das Schlimmste verhindern und die Grünhäute für eine Weile zurückdrängen konnten, wurde auch dem Letzten unter ihnen klar, dass sie die Chance nutzen mussten, welche sich ihnen aufgetan hatte, um die Leben der weniger wehrhaften Bewohner der Feste zu retten. Kurz entschlossen ließ er den Großteil der Bauern, Knechte und sogar seine Knappen versammeln um die Flucht nach Parravon anzutreten. Die Landeshauptstadt war nicht weit entfernt und der Weg dorthin schien weniger gefährlich als der Bergpass in Richtung Karak Azgaraz oder der Weg nach Nordosten, in Richtung Schlüsselschloss oder Ubersreik. Während Antoine sich dazu entschloss den Rückzug zu decken und mit Hilfe der Zwergen Schatzsucher die verbliebenen Grünhäute im Umland der Festung aufzuhalten, vertraute er Bertrand die Aufgabe an die Rettungsmission in Richtung Parravon anzuführen. Ermutigt vom Vertrauen des Burgherrn in ihn und seinen jüngsten Erfolgen in der Schlacht, scharte er die verbliebenen Reiter des Landadels um sich und führte die Gruppe gen Südwesten, den Pass der Grauen Dame hinunter, in Richtung Parravon.



    Was keiner von ihnen wusste, war dass die Grünhäute dort bereits eine Falle für sie gestellt hatten. An einer Furt über einen der Bergbäche hatten sie sich in den Hinterhalt gelegt, um ihren Opfern aufzulauern und sie ein für alle Mal auszuradieren.


    Die Zwerge waren die Ersten, denen der fürchterliche Geruch von Trollen und Ogern in die Nase stieg und es dauerte nicht lange bis selbst die Menschen jenen Gestank nicht mehr verkennen konnten. Zu ihrem Glück hatten Bertrand und seine Mannen auf den Rat der Zwerge gehört und umgehend Defensivpositionen eingenommen. Zu ihrem Unglück waren sie jedoch noch zu weit vom Schutz des rettenden Ufers auf der anderen Seite der Brücke entfernt und die Grünhäute, welche sich zunehmend schneller einzukreisen begannen waren ihnen zahlenmäßig deutlich überlegen.

    Aber es war nicht alles verloren. Aus Richtung der Hauptstadt war eine kleine, aber schnelle Entsatzgruppe auf dem Weg zu ihnen. Für Bertrand stand fest, dass er die ihm auferlegte Aufgabe um jeden Preis erfüllen und die Zivilisten in Sicherheit bringen musste. Wenigstens einen Teil der ihm anvertrauten Leben sollte gerettet werden, koste es was es wolle.



    Die Goblins fackelten nicht lange und begannen die Schlinge von beiden Seiten der Furt her zuzuziehen. Von Westen näherten sich bedrohlich mit Bögen bewaffnete Spinnenreiter und von Süden her preschte eine ganze Meute Wolfsreiter in die sich bereitmachenden Bogenschützen hinein. Noch bevor das Rudel sein Ziel erreicht hatte gingen bereits zwei der Wölfe mitsamt ihrer Reiter in den Staub, aber der Rest der blutrünstigen Bande streckte sogleich fünf der bretonischen Bogenschützen nieder. Mit dem Mut der Verzweiflung wehrten sie sich und überwältigten noch zwei weitere Goblins. Und tatsächlich reichte dies um die Meute in die Flucht zu schlagen.



    Am anderen Ende der Verteidigungslinie schmetterte ein Wolfsstreitwagen geradewegs in die aufgereihten Zwerge hinein. Diese konnten zwar einen der Wölfe mit ihren Armbrüsten niederschießen, aber den verheerenden Aufprall damit dennoch nicht verhindern.



    Die Hälfte der Zwerge lag schließlich tot am Boden verstreut, doch jene die noch auf den Beinen waren ließen den Mut nicht fahren. Sie gruben ihre Hacken in den steinigen Boden der Bergstraße und spuckten ihren Angreifern in die Gesichter.


    Um ihre Eidgenossen nicht im Stich zu lassen, ritten die jungen Söhne Bretonias sogleich heran, um die Streitwagenmannschaft in einem Flankenmanöver niederzumachen. Sie wussten, dass man den Goblins gegenüber Entschlossenheit zeigen musste und der Schlüssel zum Sieg darin lag ihren Kampfeswillen zu brechen bevor es zu spät war und sie ihre Überzahl zum tragen bringen konnten. So senkten sie ihre Lanzen und peilten nicht nur den Streitwagen an, sondern auch noch den dahinter befindlichen Mob an Goblins, welcher den Anführer der Grünlinge und dessen Kommando beschützte.



    Die Besatzung den Streitwagens wurde gänzlich niedergemacht und der verbleibende Wolf suchte panisch das Weite. Kurz darauf bohrten sich die Lanzen der Ritter in die grüne Flut.



    Den Rückweg nach Sanglac gänzlich abschneidend, rollte ein mächtiger Ork Mob, gefolgt von mehreren Schwärmen Snotlings, Trollen und einer Herde Squigs, heran. Gaston, der Treue Knappe seines Herrn Bertrand, schaute mit entsetzen auf die grüne Meute und glaubte nicht, dass seine Mannen und er selbst der ihnen auferlegten Aufgabe gerecht werden könnten. Aber was er glaubte zählte nicht. Er musste an die Frauen und Kinder denken, die Verwundeten und jene, welche bereits ihm Dienste ihres Schutzes gefallen waren. Er hatte eine Aufgabe zu erfüllen. Was genau er davon hielt war nicht von Belang. Sie mussten es versuchen, entgegen jeden Zweifels und auch der Vernunft.



    DIe Squigs fielen als erstes über Gaston und seine Männer her. Ihre unvorhersehbaren Bewegungen waren derart verwirrend und blitzschnell, dass keiner von ihnen seinen Bogen auch nur abfeuern konnte bevor die Ungetüme auch schon unter ihnen waren und ein Blutbad anrichteten. Die Männer brachten all ihren Mut auf und hielten die Stellung.


    Im Tumult des Nahkampfes mit den bretonischen Rittern arteten die Kopfschmerzen des Nachtgoblin Großschamanen derartig aus, dass ihm schließlich der Kopf platzte. Um ihn herum zerbarsten noch einige weitere Grünhäute, aber ihre Masse war so gewaltig, dass es kaum ins Gewicht zu fallen schien.



    Andernorts taten die Bogenschützen ihr bestes den Feind in Schach zu halten, dabei dezimierten sie Wolfsreiter, Spinnenreiter und schalteten sogar einen Snotling Kurbelwagen aus, bevor jener in ihre Reihen preschen konnte.


    Die Entsatztruppen aus Parravon hatten gerade die Brücke überquert, als ihnen bereits die ersten flüchtenden Zivilisten, sowie einige mit Bögen bewaffnete Bauern entgegen kamen. Leicht verwirrt ließen die Adligen den Pöbel gewähren und so schickten diese sich sogleich an die Brücke ihrerseits in die andere Richtung zu überqueren.


    Um die Gefahr durch einen Pfeilhagel auf die Flüchtenden zu bannen fasste Bertrand sich ein Herz und schmetterte im vollen Galopp in eine Gruppe von 20 Goblin Bogenschützen hinein. In Panik brach die Formation der Grünlinge und sie ergriffen die Flucht. Wissend, dass sein Werk noch nicht getan war, schickte der junge Ritter sich sogleich an das nächste Ziel für seine Lanze herauszupicken.



    Im Nordosten liefen die Dinge nicht ganz so vielversprechend. Die Squigs fraßen sich derart schnell durch die Gruppe um Gastons Knappen, dass er kurzerhand den Rückzug anordnete, um mit dem Rest der Truppe aufzuschließen. Eine der beiden Zwergen Gruppen tat es ihm gleich und räumte das Feld, wobei sie die Flanke der bretonischen Landsknechte entblößten, welche ihrerseits gerade dem verbliebenen Wolf des führerlosen Streitwagens den Garaus gemacht hatten. Der Rest der Zwerge warf sich ins Getümmel mit den Nachtgoblins und hieb auf sie ein ohne Furcht oder Gnade.



    Die Orks ließen sich schließlich nicht lange bitten und trieben die auf den Rückzug befindlichen Zwerge vor sich her. Die Landsknechte waren über den plötzlichen Angriff in ihrer Flanke derartigt schockiert, dass sie bereits nach kurzer Gegenwehr ebenfalls die Beine in die Hand nahmen. Wäre da nicht ein furchtloses Regiment von Bauern unter Bögen gewesen, hätten die Orks das Feld womöglich gänzlich im Alleingang aufgerollt. Doch die Bretonen hielten die Stellung und kämpften wie Löwen gegen die grüne Übermacht.



    Peinlich von jenem Anblick einsamen Heldentums ergriffen sammelten sich sogleich alle eben noch in blinder Flucht befindlichen Truppenteile. Gaston reckte den Schwertarm in die Höhe und brüllte wortlos ein Zeichen des Widerstands. Die Zwerge machten erneut ihre Armbrüste bereit und auch die Landsknechte kehrten auf der Stelle um. Noch war die Zeit für den Rückzug nicht gekommen. Noch waren die Frauen und Kinder nicht auf der andern Uferseite angekommen.



    Die Orks prechten weiter vor, in die Knappen hinein. Jene wussten, dass es jetzt galt. Niemand würde sie hier heraushauen. Entweder warfen sie den Feind jetzt zurück oder sie würden mit Haut und Haaren gefressen werden. Gaston musste ebenfalls die Stellung halten als eine riesige Flut an Snotlings über ihn und seine zwei verbleibenden Männer hereinbrach.



    Bertrand machte inmitten des Getümmels, in welchem sich seine Ritter noch immer schlugen, den mutmaßlichen Anführer der Goblin Horden aus und wusste was zu tun war. Mit einem Schwur auf den Lippen warf er sich in den Nahkampf und schlug wie wild auf seinen Gegner ein. Dieser stand jedoch mit dunklen Mächten im Bunde und so prallte nicht nur der Großteil seiner Hiebe von der seltsamen Rüstung des Goblinkönigs ab, der wenige Schaden, welcher tatsächlich durchzukommen schien, wurde auch noch wie durch Hexerei wieder auf den tapferen Recken zurückgeworfen. Blutüberströmt und geschockt bis ins Mark hielt Bertrand die Klinge seines Schwertes zur Verteidigung bereit, aber er wusste, dass sein Ende nah war.




    [Fortsetzung folgt...]

    • Offizieller Beitrag

    "Die Straße nach Parravon"


    [Teil 2]



    Gaston und seine Mannen hackten wie die Berserker auf die Snotlings ein, aber jene seltsam dümmlichen Gestalten zeigten keinerlei Furcht. Sie hielten die Stellung, ebenso wie die Orks in ihrer Flanke. Gaston war sich sicher beobachten zu können wie die kleinen Grünlinge ihre größeren Verwandten nachzuahmen versuchten und schließlich wurde ihm klar, dass sie nie und nimmer fortlaufen würden, wenn es ihnen die Orks nicht vormachen würden.



    Während Bertrand blutend seinem Schicksal ins Auge schaute, vollführten seine Knappen und die Knechte von Sanglac noch ein letztes kleines Wunder des Aufbegehrens, indem sie den Ork Mob vor sich in die Flucht schlugen. Wie erwartet, nahmen nun auch die Massen an Snotlings reißaus und Gaston konnte sein Glück kaum fassen.



    In jenem Moment passierte bereits die dritte Gruppe von Bauern die Brücke, nur noch wenige Meter entfernt von ihrer Rettung. Und in eben diesem Augenblick hob der Goblinkönig zum finalen Schlag an und streckte Bertrand nieder. Der junge Anführer verspürte keine Angst mehr. Irgend etwas schien ihm die Gewissheit zu geben, dass seine Aufgabe erfüllt war und er nun ruhen dürfte. Bewusstlos ging er zu Boden und der Goblinkönig stieß eine höhnisches, blechernes Lachen aus. Als die jungen Ritter sahen wie der leblos wirkende Körper ihres Anführers von einer Meute gröhlender Goblins fortgetragen wurde, da verließ sie plötzlich der Mut und sie machten auf der Stelle kehrt.



    Der letzte verbliebene Zwerg im Nahkampf mit dem riesigen Goblin Mob stellte sicher, dass es nicht zu einer Verfolgung kommen sollte. Ergriffen von den schrecklichen Neuigkeiten über das Schicksal ihres Anführers, traten nun auch andere Truppenteile den Rückzug in Richtung Brücke an. Die Ritter aus Parravon würden ihre Flucht decken, ebenso wie die Knechte von Sanglac, welche sich noch immer weigerten den Nahkampf mit den zurückgekehrten Orks zu verlassen.




    --- Epilog ---


    Ein Schleier der Ungewissheit, verursacht durch Gewalt und Chaos, liegt über all dem was nun noch geschehen mochte. Aber Gaston war sich sicher gesehen zu haben, wie sein Herr noch den Arm in den Himmel reckte, während er von den Goblins hinauf in die Berge geschleppt wurde.


    Angestachelt von der Hoffnung seinen Herrn lebend wiederzufinden, ist der Knappe bereit selbst mit den schlimmsten Halsabschneidern anzubandeln, wenn sie nur bereit sind mit ihm zusammen alle Goblin Höhlen und Keller Verließe im Grauen Gebirge zu durchkämmen, bis er Bertrand gefunden und befreit hätte.


    [Aber das ist eine andere Geschichte.]

  • Eidgenossen

    Oh cool! Die Schweizer waren auch vor Ort! Hihi! ^^


    Ernsthaft: Vielen lieben Dank für den tollen Schlachtbericht, der mMn 100% (für mich) richtiges Warhammer zeigt. Tolle Modelle, prima Gelände, Story und - so wie es aussieht - ein erlebnisorientiertes (nicht ergebnisorientiertes) Spiel. Superduper!

    "Machen" ist eigentlich wie "Wollen" - nur krasser!